Zur Rolle von Fachhochschulen im Bildungswesen – eine historische Einordnung

Vortrag von Prof. Dr. Rolf Schulmeister, Donnerstag, 4. Mai 2017 von 10:15 - 11:15

 

Die Jahre 1969-1971 brachten eine fundamentale Transformation des tertiären Bildungswesens: den historischen Aufstieg der Berufsausbildung in den Hochschulsektor. Ehrwürdige Ausbildungsinstitute wie die Gewerkeschulen, Fachschulen und Berufsakademien erhielten als Fachhochschulen eine neue Position in der Hierarchie der Bildungsinstitutionen. Der Platz, den sie verlassen hatten, musste neu gefüllt werden. Seitdem manifestiert sich der wohl umfassendste Wandel des tertiären Bildungssystems in einer permanenten Restrukturierung der Institutionen des tertiären Bildungssektors und der ständigen Erfindung neuer öffentlicher und privater Hochschultypen und entsprechender Studiengänge. Wie ist es dazu gekommen? Welche Verpflichtung ergibt sich aus dem geschichtlichen Prozess der Entwicklung der Fachhochschulen? Und welche Perspektive deutet sich an?  Der Vortrag zeichnet die Historie an Beispielen nach und versucht, die Antriebskräfte dieses Prozesses zu erklären.

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Symposium A1: Zur Bedeutung berufsbiografischer Merkmale Fachhochschullehrender für ihre Lehrkompetenzentwicklung

Die Karrierewege der Lehrenden an Fachhochschulen unterscheiden sich teilweise deutlich von den Karrierewegen der Lehrenden an Universitäten. Vor diesem Hintergrund wird in diesem Symposium der Frage nachgegangen, welche Konsequenzen die individuellen Bildungsbiographien von Fachhochschullehrenden für ihre Lehrkompetenzentwicklung haben. Hierzu stellt der erste Beitrag einige Befunde zu Bildungsbiographien von Lehrenden der FH Kiel vor. Im zweiten Beitrag wird die Bedeutung der eigenen Lernbiographie für die Lehrkompetenzentwicklung herausgearbeitet. Die Diskussion widmet sich dann der Frage, welche Konsequenzen die vorgestellten Befunde für die Gestaltung der Lehrkompetenzentwicklung an Fachhochschulen und damit auch für die Gestaltung hochschuldidaktischer Angebot an Fachhochschulen haben.

Merkmale der Berufs- und Bildungsbiografien von Lehrenden der FH Kiel

Beitrag zum Symposium A1 von Dr. Christiane Metzger & Dr. Mareike Kobarg, Donnerstag, 4. Mai 2017

 

Das Handeln und auch die Entwicklung der Lehrkompetenz von Lehrenden werden entscheidend von ihren Überzeugungen und Konzeptionen zum Thema „Lernen“, aber auch zu ihrer Fachdisziplin beeinflusst (Trautwein & Merkt, 2013). Ein wichtiger Einflussfaktor bei der Entstehung dieser Überzeugungen zum Lehren und Lernen ist die eigene Lernbiografie (Heiner, 2012). Vor diesem Hintergrund wird in diesem Beitrag die Frage verfolgt, welche Merkmale die Lern- und Bildungsbiografien von Lehrenden an der Fachhochschule Kiel auszeichnen. Diese Informationen sollen genutzt werden, um Potenziale und Bedarfe für die Weiterentwicklung der Lehrkompetenz mit einem Fokus auf der Gestaltung studierendenzentrierter Lehre auszuloten. Die Erkenntnisse werden auch in die Gestaltung der Angebote, die das neue Zentrum für Lernen und Lehrentwicklung der FH Kiel zur Lehrkompetenzentwicklung macht, einfließen, um diese noch besser auf die Bedarfe der FH-Lehrenden abzustimmen. Der Beitrag stellt erste Befunde aus einer Erhebung der bildungsbiografischen Merkmale von Lehrenden der FH Kiel vor.

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Die Biografie lehrt mit (und sie lernt auch mit)

Beitrag zum Symposium A1 von Dr. Björn Kiehne, Donnerstag, 4. Mai 2017

 

Was leitet uns, wenn wir lehren?
Befragt man die Forschung zu Lehr-Lernprozessen an Hochschulen, so sind es besonders die Lehrüberzeugungen, die unser Handeln ausrichten. Besonders dann, wenn wir unter Druck stehen, tendieren wir dazu, auf Erfahrungen zurückzugreifen, die wir mit dem Lernen und Lehren in unserer eigenen Lernbiografie gemacht haben. Es lohnt sich einen Blick darauf zu werfen, wie wir geworden sind, was und wie wir sind.
Wie wir Lehrende haben auch Studierende in ihrer Lernbiografie Überzeugungen zum Lernen entwickelt, die ihr Lernen leiten. Diese inneren Überzeugungen können das Lernen erleichtern oder erschweren.
In diesem Beitrag erforschen wir die biografischen Vorbedingungen des Lehrens und Lernens und erdenken Strategien, um sie für eine lernorientierte Lehrveranstaltung zu nutzen.

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Symposium A2: Fachhochschulen und Universitäten – Was sie verbindet und was sie trennt

Dieses Symposium befasst sich mit der Frage, was Universitäten und Fachhochschulen vor dem Hintergrund der historischen Entstehung von Fachhochschulen verbindet und was sie unterscheidet, um damit auch einen Blick in die Zukunft von Fachhochschulen werfen zu können. Hierzu widmet sich der erste Beitrag der Entstehung der Fachhochschulen sowie ihrer Aufgaben und Entwicklung – auch in Abgrenzung zu Universitäten. Im zweiten Beitrag wird ein erfolgreiches Kooperationsprojekt zwischen der FH Aachen und der RWTH Aachen zum Studienstart vorgestellt. Die Diskussion befasst sich dann nochmals mit der Ausgangsfrage des Symposiums, diesmal aus der Perspektive der Hochschulleitungen.

Über die Gründung, Entwicklung und Zukunft des deutschen Fachhochschulmodells

Beitrag zum Symposium A2 von Dr. Elisabeth Holuscha am Donnerstag, den 4. Mai 2017

 

Nach einer Einführung in den bildungspolitischen Kontext sowie in den historischen Werdegang, der zur Entstehung der Fachhochschulen geführt hat, wird die Entwicklung der Fachhochschulen besonders im Kontext der sogenannten Bologna-Reform analysiert: Inwiefern hat die Bologna-Reform das aktuelle Bild der Fachhochschulen geprägt und was hat sich seither signifikant verändert? Die abschließende Phase der Vortrages richtet sich an den potentiellen Entwicklungsmöglichkeiten (Differenzierungsmodelle) aus, um daran die Zukunft der Fachhochschulen in Abgrenzung oder in Annäherung an die Universitäten aufzuzeigen und die damit verbundenen Vor- und Nachteile zu diskutieren.

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Erfolgsfaktoren für die Zusammenarbeit zwischen Fachhochschule und Universität

Beitrag zum Symposium A2 von Prof. Dr. Martina Klocke, Donnerstag, 4. Mai 2017

 

Da es Hochschulen bisher nur bedingt gelingt, Studienanfänger*innen entsprechend ihrer unterschiedlichsten Ausgangsvoraussetzungen und der damit verbundenen Heterogenität einen guten Einstieg ins Studium und auch  ein erfolgreiches Studium zu ermöglichen, haben die RWTH Aachen und die FH Aachen gemeinsam seit 2014 das Kooperationsprojekt "Guter Studienstart" aufgelegt.
Im „Guten Studienstart“ werden reguläre Veranstaltungen der beteiligten Studiengänge beider Hochschulen sowie auch gemeinsam konzipierte Kurse angeboten.
Mit dem Projekt „Guter Studienstart“ haben sich die beiden Hochschulen auf den Weg gemacht, ein nachhaltiges Konzept für eine erfolgreiche Studieneingangsphase zu entwickeln, das aufbauend auf aktuellen Forschungsergebnissen zu Diversität und Studienabbruchgründen Rahmenbedingungen schaffen möchte, um jeder*m Studienanfänger*in ungeachtet des sozialen, familiären oder persönlichen Hintergrundes einerseits einen guten Studienstart, andererseits eine persönliche Studienbiografie im Verlauf des Studiums zu ermöglichen. Die hochschulübergreifende Kooperation trägt  in besonderem Maße zu gelebter Vielfalt am Standort Aachen bei.
Es stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen sich dieses Modell auf andere Standorte übertragen lässt.

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Perspektiven der Didaktik der Sozialpädagogik/Sozialdidaktik – Lehren und Lernen in Aus- und Weiterbildung der Sozialpädagogik

Workshop von Dr. Anke Karber, Donnerstag, 4. Mai 2017 von 13:45-17:00

 

Didaktisch-methodische Fragen zur Lehr-Lernsituationen in sozialpädagogischer Aus- und Fortbildung nehmen an Bedeutung zu. Denn die besonderen Bedingungen personenbezogener Dienstleistungen bzw. sozialpädagogischer Praxis wie das Arbeiten in Ungewissheitsstrukturen und in sich ständig verändernden Interaktions-, Kommunikations- und Lernprozessen stellen prinzipiell spezifische Anforderungen nicht nur an die professionell Handelnden. Dies betrifft ebenso die Didaktik und die Lehrenden in sozialpädagogischer Aus- und Weiterbildung, unabhängig der hoch- oder berufsschulischen Verankerung.
In dem Workshop werden aktuelle Zugänge und Strukturprinzipien sozialpädagogischen Lehrens und Lernens bearbeitet und diskutiert. Im Fokus stehen u.a. didaktische Prinzipien wie das Forschende Lernen und Gestaltungsmöglichkeiten zur Verknüpfung theorie-, praxis- und persönlichkeitsbezogener Lernaspekte. Vor dem Hintergrund des bisher ungeklärten Spannungsfeldes von Sozialpädagogik und Didaktik werden abschließend Optionen sozialpädagogischer Didaktikforschung als ein Beitrag zur Professionalisierung erörtert.

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Fachdidaktische Gestaltung von Studiengängen in den Wirtschaftswissenschaften

Workshop von Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz, Donnerstag, 4. Mai 2017 von 13:45 - 17:00

 

Eine Grundfigur in der Gestaltung von Studiengängen kann in der Austarierung zwischen Wissenschafts- und Praxisorientierung gesehen werden. Vor allem Programmatiken wie kompetenzorientierte Lehre oder Berufsbezug in Studiengängen spiegeln diese Grundfigur wider. Genaugenommen geht es um die Relationierungsaufgabe, auf die Studierende vorbereitet werden. Sie sollen in der Lage sein, in zukünftigen beruflichen wie gesellschaftlichen Situationen Probleme zu erkennen und diese durch die Relationierung von wissenschaftlichen Wissen und Verfahren einerseits sowie berufspraktischen Anforderungen und Erfahrungswissen andererseits zu bewältigen. Aus fachdidaktischer Perspektive ergibt sich dabei die Frage, wie handlungs- und fachsystematische Zugänge innerhalb von Lehrveranstaltungen und Modulen zueinander in Beziehung gesetzt werden. Im Workshop soll dies am Beispiel des curricularen Konzeptes der Lernfelder aufgezeigt werden. Hierbei wird vom Prinzip der Handlungssystematik ausgegangen und darauf basierend disziplinäre Wissensstrukturen und Verfahren systematisiert. Für die Lehre bedeutet dies, von Lernsituationen aus, welche zukünftige Tätigkeitssituationen der Studierenden widerspiegeln, Lehrprozesse zu gestalten. Dies wird anhand konkreter Fallbeispiele im Workshop durch die TeilnehmerInnen erprobt.

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Themenwochen – Fächerintegrierend-themenorientiertes Lernen

Workshop von Prof. Dr. Karin Landenfeld & Prof. Dr. Jörg Dahlkemper, Donnerstag, 4. Mai 2017 von 13:45 - 17:00

 

In diesem Workshop wird der Ansatz des fächerintegrierend-themenorientierten Lernens mit einer gezielten Stärkung des Anwendungsbezugs sowie der Einführung dieses Konzepts im Studiengang Regenerative Energiesysteme und Energiemanagement vorgestellt.

Die herkömmliche Struktur der ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge zeichnet sich in der Studieneingangsphase häufig durch ein Nebeneinander von isolierten Grundlagenmodulen aus. Die Inhalte werden im Wesentlichen nur in Hinblick auf die jeweilige Fachsystematik und Fachkultur unterrichtet, mit dem Ziel am Ende des Semesters, die im Curriculum festgelegten Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen zu besitzen.

Das in diesem Workshop beschriebene Konzept verfolgt zwei wesentliche Ziele: Über den Ansatz des fächerintegrierend-themenorientierten Lernens in den ersten Semestern werden von Beginn an die praktisch relevanten Anwendungsbezüge der theoretischen Grundlagen verdeutlicht. Mit Hilfe von sogenannten Themenwochen wird die Thematik des Studiengangs in allen Grundlagenfächern anwendungsnah sichtbar. Seit 2013 wird dieses Konzept im neu eingeführten Studiengang Regenerative Energiesysteme und Energiemanagement des Departments Informations- und Elektrotechnik der HAW Hamburg umgesetzt und erprobt.

In diesem Workshop wird das Konzept des fächerintegrierend-themenorientierten Lernens mittels Themenwochen vorgestellt und der Prozess der Studiengangsentwicklung mit der Einführung des Konzeptes erläutert. In einem gemeinsamen Austausch sollen erste Erfahrungen in der Umsetzung, eine Bewertung durch die Studierenden sowie eine mögliche Übertragbarkeit auf andere Studiengänge diskutiert werden.

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Umgang mit Heterogenität von Studierenden

Workshop von Dr. Birgit Szczyrba, Donnerstag, 4. Mai 2017 von 13:45 - 17:00

 

Was bedeutet es, mit Heterogenität in Lehrveranstaltungen umzugehen? Heterogenitätssensible Konzepte in der Lehre gehen mit einer Veränderung der Lehrendenrolle hin zur Prozessbegleitung einher, die gleichzeitig die Standards der Bildung im Hochschulkontext im Blick behalten. Lehren im Sinne des Ermöglichens erfordert von Lehrenden Transparenz, soziale und methodische Flexibilität und ist auf einen intensiven Kontakt mit den Lernenden angewiesen.
Im Workshop wird diskutiert und trainiert, wie es gelingen kann, das Lernen unterschiedlichster Studierender zu unterstützen, Lernprozesse auch aus dem „Stegreif“ organisieren, Rollenvielfalt mit methodischer Sicherheit einsetzen und Lernarrangements in der Gewissheit gestalten, dass Lernstile Reaktionen auf Lehrarrangements sind.

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Lehren und Lernen im Kontext angewandter Wissenschaften: Welche Besonderheiten und Merkmale zeichnen die Lehre an Fachhochschulen bzw. Hochschulen für Angewandte Wissenschaften aus?

Vortrag von Prof. Silke Bock, Freitag, 5. Mai 2017 von 9:30 - 10:30

 

Der Frage, was das Lehren und Lernen an Fachhochschulen bzw. Hochschulen für Angewandte Wissenschaften kennzeichnet und worin möglicherweise Besonderheiten oder auch Unterschiede gegenüber universitärer Lehre bestehen, soll aus verschiedenen Perspektiven nachgegangen werden. Neben den Rahmenbedingungen, die zunächst für die Fachhochschulen als neue Hochschulart gesetzt wurden, sind inzwischen strukturelle Veränderungen auch und gerade im Zuge der Bologna-Reform zu betrachten. Diese können jedoch sowohl an Universitäten als auch an den FHn bzw. HAW beobachtet werden. Inwieweit Lehrformate wie z.B. Praktika oder Labore Hochschultyp-spezifisch oder doch eher fachbezogen als Merkmale kennzeichnend sind, ist ebenso zu klären wie mögliche Unterschiede in den Studiengangsprofilen. Das Hauptaugenmerk ist jedoch sicherlich im Lehr-/Lernprozess auf die beiden wichtigsten Akteursgruppen, die Studierenden und die Lehrenden zu richten: Was lässt sich hinsichtlich der Eingangsvoraussetzungen und der Studienanforderungen für das studentische Lernen ableiten und mit welchen Lehrkonzepten und -kompetenzen gestalten die Lehrenden die Lernprozesse? Wie lässt sich Lehre auch als strategische Dimension der Hochschulentwicklung nachvollziehen? Diesen Fragen soll im Rahmen des Vortrags nachgegangen werden, um basierend auf den Entwicklungen  Perspektiven für künftige Anforderungen auf unterschiedlichen Ebenen abzuleiten.

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Symposium B1: Die Heterogenität Studierender an Fachhochschulen als Chance

In diesem Symposium wird im ersten Beitrag die Zusammensetzung der Studierendenschaft an Fachhochschulen – auch im Vergleich zu Universitäten – in den Blick genommen und ihre Entwicklung im zeitlichen Verlauf dargestellt. Hierbei steht die Frage im Vordergrund, inwiefern es Veränderungen im Hinblick auf die Heterogenität der Studierenden gibt. Der zweite Beitrag widmet sich dann der Frage des Umgangs mit dieser Heterogenität in der Lehre an Fachhochschulen. In der Diskussion wird die Frage aufgegriffen, welche Chancen sich aus der spezifischen heterogenen Zusammensetzung der Studierendenschaft für Fachhochschulen und ihre weitere Entwicklung ergeben.

Studierende an Fachhochschulen – Ein empirisches Portrait im Wandel der Zeit

Vortrag zum Symposium B1 von Dr. Elke Middendorff, Freitag, 5. Mai 2017

 

Fachhochschulen waren von Beginn an Bildungsstätten, die sich an bis dato neue Gruppen Studieninteressierter wandten. Sie gelten bis heute als Hochschulen, die für Bildungsaufsteiger(innen) besonders attraktiv sind bzw. an denen Bildungsaufstiege vergleichsweise gut gelingen. Entsprechend unterscheiden sich Bildungswege und soziodemographische Zusammensetzung der Studierenden an Fachhochschulen von jenen an Universitäten. Haben sich beobachtbare Merkmale der Studierenden an Fachhochschulen in den letzten Jahrzehnten verändert? Ist tatsächlich eine zunehmende Vielfalt der Studierenden zu registrieren? Wenn ja, in Bezug auf welche Merkmale? Welche Ähnlichkeiten und  Unterschiede gibt es in der Entwicklung der Studierenden an Fachhochschulen im Vergleich zu jenen an Universitäten?

Der Beitrag versucht anhand von Daten sowohl der amtlichen Statistik als auch langjähriger Untersuchungsreihen, wie der Sozialerhebung oder des Studierendensurveys, Antworten auf diese Fragen. Die zur Verfügung stehenden Zeitreihen reichen zumeist bis Anfang der 1990er Jahre zurück, in Ausnahmen auch darüber hinaus.

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Heterogenität von Studierenden als Lerngelegenheit für Hochschulen

Vortrag zum Symposium B1 von Dr. Birgit Szczyrba, Freitag, 5. Mai 2017

 

Die Verantwortung der Institution Hochschule, die entlang gesellschaftlicher Entwicklungen handlungsfähig bleiben will, liegt u.a. in ihrer eigenen Weiterentwicklung: um veränderten und legitimen Ansprüchen ihrer Interessensgruppen begegnen zu können – ohne Zielgruppen abzuweisen, Studienzeiten zu verlängern oder auf Leistungshomogenisierung der Studierenden angelegte Angebote vor das Studium zu verlagern. Im Alltag von Studium und Lehre sehen wir aber noch immer isolierte Studierende in großen Zahlen, die träges Wissen für die nächsten Prüfungen an- und aufnehmen. Der Alltag zeigt aber auch gestresste Lehrende, die von den Massen der Studierenden und ihren Bedürfnissen überfordert sind und Lehre und Prüfung als Belastung erleben.
Der Vortrag zeigt, wie die TH Köln mithilfe einer hochschulweiten Ergebung eine Auffassung von lernrelevanter Diversität herausbilden konnte und welche Herausforderungsdimensionen sie für das Lernen ihrer stark heterogenen Studierendenschaft formuliert hat. Eine Folge daraus ist die hochschulweit konsequent kompetenzorientierte Curriculumsentwicklung und das für alle Neuberufenen obligatorische hochschuldidaktische Einarbeitungsprogramm, dass die individuelle und kollegiale Lehrgestaltung in den Blick nimmt.

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Symposium B2: Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie (Lewin) – Zum Verhältnis von Theorie und Praxis in der Lehre an Fachhochschulen und Universitäten

Dieses Symposium widmet sich dem Verhältnis von Theorie und Praxis in der Lehre an Fachhochschulen – auch in Abgrenzung zu Universitäten. Hierzu beschäftigt sich der erste Vortrag mit dem Wissenschafts-Praxis-Verhältnis in der Wirtschaftspsychologie und seiner Rolle für die Differenzierung von Hochschultypen. Im zweiten Beitrag wird am Beispiel der Dualen Hochschule Baden-Württemberg verdeutlicht, wie das Theorie-Praxis-Verhältnis in der Lehre an einer Fachhochschule ausgestaltet werden kann. Die Diskussion widmet sich dann der Frage, welches Verhältnis von Theorie und Praxis die Lehre an Fachhochschulen auszeichnet und welche weiteren Entwicklungen denkbar sind.

Das Wissenschaft-Praxis-Verhältnis und Chancen für ein bildungs-politisches Profil der Fachhochschulen

Vortrag zum Symposium B2 von Prof. Dr. Ullrich Günther, Freitag, 5. Mai 2017

 

 

Das Standardmodell des Wissenschaft-Praxis-Verhältnisses enthält drei Stufen: 1. Der grundlagenorientierte Wissenschaftler (als Theoretiker und Experimentator) entwirft Hypothesen, überprüft sie an Daten, verfeinert sie zu bewährten Theorien. Praxisrelevanz ist nachrangig. 2. Der anwendungsbezogene Wissenschaftler sucht für praktische Zwecke, die ihm wichtig erscheinen, im Pool grundlagenwissenschaftlicher Erkenntnisse nach Wissen, das sich für die Lösung praktischer Probleme nutzen lässt. 3. Der wissenschaftlich qualifizierte Berufspraktiker setzt unter anderem die in der Wissenschaft generierten Techniken und Methoden in der außerakademischen Wirklichkeit um; er verwendet dabei auch akademisches Wissen außerhalb der Herkunftsdisziplin und wissenschaftlich nicht systematisches überprüftes Wissen (domainspezifisches Praktikerwissen).

Die klassischen Universitäten (in Deutschland und in verschiedenen Varianten auch im Ausland) beschäftigen sich vorrangig mit der ersten und zweiten Stufe, die Fachhochschulen überwiegend mit der zweiten und dritten Stufe. Alle drei Stufen sind unverzichtbar für die beiden Ziele von Wissenschaft: Weltwissen und praktischen Nutzen. Die Fachhochschulen sollten sich auf ihre eigenen Stärken (Praxisnähe, Multidisziplinarität, Domainwissen) konzentrieren und nicht die klassische Universität nachahmen. Interessante Ideengeber  sind ausländische ehemalige polytechnische Hochschulen, die sich außerhalb oder in Distanz zur klassischen Universität zu renommierten Bildungseinrichtungen entwickelt haben: Das Modell der französischen  Grandes Écoles z. B., in denen angehende Spitzenkräfte für Wirtschaft und Staat in einem curricularen Mix neben den üblichen Wissenschaftskenntnissen  berufsnah u. a.  von herausragenden Praxisvertretern ausgebildet und „eingeweiht“ werden, ähnelt in seinem Praxisbezug und seiner Multidisziplinarität den deutschen FHs. Auch das Massachusetts Institute of Technology in den USA, als Polytechnikum zur Ingenieursausbildung nach deutschem Vorbild gegründet, bietet mit seinem Fokus auf anwendungsorientierte Forschung und Entrepreneurship Anregungen für eine Profilierung der Fachhochschulen.

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Verzahnung von Theorie-Praxisphasen im Bachelorstudium – curriculare Verankerung am Beispiel der Dualen Hochschule Baden-Württemberg

Vortrag zum Symposium B2 von Prof. Dr. Petra Morschheuser, Freitag, 5. Mai 2017

 

 

Im Vortrag wird die curriculare Verankerung der Verzahnung von Theorie und Praxis vorgestellt. Darüber hinaus werden die Einbindung der Unternehmen und auch die organisatorischen Abläufe beleuchtet sowie Vor- und Nachteile thematisiert.

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  Diese Seite wurde zuletzt am  14.06.2018  aktualisiert