Voneinander lernen: Kooperation der Fachbereiche Maschinenwesen und Soziale Arbeit und Gesundheit

 

Gesundheitsförderung und Prävention, die menschengerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen und die Finanzierung betrieblicher Gesundheitsförderung stehen im Mittelpunkt eines interdisziplinären Seminars an der Fachhochschule Kiel

 

An dem Seminar nehmen 18 examinierte Physiotherapeutinnen und -therapeuten und elf Studenten des Fachbereichs Maschinenbau teil. Die Physiotherapeutinnen und –therapeuten beendeten im Herbst 2007 ihre dreijährige Ausbildung an der Johann Hermann Lubinus Schule in Kiel, parallel zu ihrer Ausbildung studieren sie seit drei Jahren im Bachelor-Studiengang „Physiotherapie“ an der Fachhochschule Kiel. Die Studenten des Fachbereiches Maschinenbau absolvieren im Rahmen ihres Studiums eine Zusatzqualifikation als „Fachkräfte für Arbeitssicherheit“.

Eigentlich verfolgen Sicherheitsingenieure und Physiotherapeutinnen und -therapeuten ein gemeinsames Ziel, sie wollen menschengerechte Arbeitsumstände schaffen, die es Beschäftigten ermöglicht, im Beruf und bei der Arbeit gesund zu bleiben. Im Berufsalltag treffen die künftigen Experten für Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung nur selten aufeinander.

Das Anforderungsprofil für Sicherheitsingenieure hat sich gewandelt. Sie verantworten zwar nach wie vor für die technische Komponente der Arbeitssicherheit. Doch sie müssen Sicherheit und Arbeitsschutz für den gesamten Betrieb vorantreiben und dabei mit ganz unterschiedlichen Akteuren zusammenarbeiten und kommunizieren, die nicht so technikgewandt sind.

Die Physiotherapeutinnen und –therapeuten ihrerseits kennen zwar Methoden der Prävention, wissen wie menschengerechte Arbeitsplätze beschaffen sein sollten, haben aber kaum Kenntnis von den Vorschriften und Normen, mit denen Techniker bei ihrer täglichen Arbeit konfrontiert sind.  

Genau hier setzt das Seminar von Professorin Heidi Höppner (Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit) und Mathias Kunstein (Fachbereich Maschinenwesen) an. Es soll den Blick schärfen und neue Perspektiven für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit schaffen. Die Studierenden werden so bereits früh mit einer ganz anderen Denkart, mit einer anderen Art der Problemlösung konfrontiert. Beide Gruppen müssen ihren Blickwinkel erläutern und begründen. Selbstverständlichkeiten der eigenen Disziplin werden plötzlich in Frage gestellt. Betriebliche Gesundheitsförderung gelingt nur in Zusammenarbeit – zwischen den Expertinnen und Experten – aber vor allem im Austausch mit den unmittelbar Beschäftigten: in der Produktionshalle, auf einer Pflegestation, in einer Schule oder in einem Betriebskindergarten oder in einem technischen Labor. Dieses benötigt neue Kompetenzen der Bachelorabsolventinnen und –absolventen.

Im Rahmen des Seminars besuchten einige Studierende auch Arbeitsplätze direkt auf dem Campus der Fachhochschule Kiel und beobachten z.B. die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kindertagesstätte und der Mensa. Am 17. Dezember 2007 stand ein Besuch auf der HDW-Werft in Kiel auf dem Programm.

Kiel, 13.12.2008

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  Diese Seite wurde zuletzt am  11.06.2018  aktualisiert