startIng! - der Start in das Ingenieur-Studium an der Fachhochschule Kiel

 

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr hat das Erstsemesterprojekt ‘startIng!’ vom 05. bis 09. November 2007 im Fachbereich Maschinenwesen der Fachhochschule Kiel zum zweiten Mal stattgefunden

In der fünftägigen Simulation des Ingenieurberufs stellten sich 103 zukünftige Ingenieurinnen und Ingenieure für Maschinenbau, Schiffbau und Internationalen Vertrieb und Einkauf bereits sechs Wochen nach Studienbeginn der Herausforderung, als konkurrierende Teams eine realistische Problemstellung zu bearbeiten und nach innovativen Lösungsansätzen zu suchen.

‘startIng!’ möchte Studierenden frühzeitig Schlüsselqualifikationen vermitteln und ihre Motivation durch Praxisbezug und Erfolgserlebnisse erhöhen. Während des Arbeitsprozesses standen den Teams speziell geschulte Coachs aus den technischen und sozialen Fachbereichen zur Seite. Weiteren fachlichen Rat lieferten Expertinnen und Experten. Die Vermittlung der sozialen und fachlichen Kompetenzen koordinierten die Diplomsozialpädagogin Marike Schmeck und Professor Dr.-Ing. Jan Henrik Weychardt.

Projekte wie ‘startIng!’ sind in der von knappen Ressourcen geprägten Hochschulwelt rar. Vorbild ist das Projekt emb der TU Darmstadt, die viel dankenswerte Unterstützung leistete. Personelle Engpässe fing der Fachbereich Maschinenwesen durch großes Engagement auf. Aus der finanziellen Not machten die Organisatoren eine Tugend: Sieben schleswig-holsteinische Industrieunternehmen - HDW, Vossloh, Sauer-Danfoss, Krones, stryker, Uhing und anThon - sowie zwei Einrichtungen der Hochschule, das Institut für CIM-Technologietransfer und die Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH, übernahmen Teampatenschaften und stellten somit eine große Praxisnähe her. Ebenso gab es eine enge Kooperation mit raceyard, dem formula-student-Team an der Fachhochschule.

Mit dem Hauptsponsor, der Maschinenfabrik anThon aus Flensburg, konnte ein echter Global Player für das Projekt gewonnen werden: Die meistverkauften Regale des größten schwedischen Möbelhauses werden z.B. ausschließlich auf Maschinen dieser Firma hergestellt. Die von der Firma anThon gestellte Aufgabe „Verbesserung des Spänfangs und der Schnittkantenqualität bei Kreissägen“ gingen die Erstsemestler/innen sehr kreativ an.

Am 15. November präsentierten die zwölf Teams ihre Lösungskonzepte einer Expertenjury und einem großem Publikum aus der Industrie, der Politik sowie der Hochschule. Zur Eröffnung der Veranstaltung betonte Professor Dr.-Ing. Constantin Kinias, der Rektor der Fachhochschule Kiel, wie wichtig solche erfolgreichen Projekte für die Fachhochschule sind. Der Dekan des Fachbereiches Maschinenwesen Professor rer. pol. Tobias Specker gab zu bedenken, dass neben dem großen Engagement seitens der Industrie Wege gefunden werden müssen, die notwendigen personellen Ressourcen nachhaltig zu sichern.

Für die anspruchsvolle Aufgabe fanden die Studienanfänger/innen verblüffende und innovative Lösungsansätze. Das raceyard1-Team entwickelte z.B. das Konzept, Plattenpakete bis auf wenige 1/10 mm Restdicke durchzusägen, um den verbleibenden Steg mit Rundmessern zu schneiden, die sonst nur die Funktion des Vorritzens (also der Schnittkantenverbesserung) haben. Auf der sägenabgewandten Seite tritt somit das Spänefangproblem gar nicht mehr auf. Ove Lange, der Geschäftsführer der Maschinenfabrik anThon, zeigte sich beeindruckt: „Sie haben verblüffende innovative Lösungsansätze gebracht - wir werden über deren Umsetzung nachdenken!“

Beachtlich waren auch die Qualität der Präsentationen und das fachliche Niveau, auf dem anschließend diskutiert wurde. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer durften sich nach dieser Erfahrung als Gewinner fühlen. Dennoch sollte ein Siegerteam gekürt werden. Eins? Nein, zwei! Kurioserweise durften sich die punktgleichen Teams von stryker und raceyard1 diesen Titel teilen.

Die Resonanz aller Anwesenden war sehr positiv:  Tilo Carstens, Geschäftsführer der Stryker Osteosynthesis, meinte: „Wir halten ‘startIng!’ für ein sinnvolles Projekt, da es die Talente von morgen rechtzeitig auf Themen wie Projektmanagement und Teamwork vorbereitet“. Die Personalabteilung der Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH ließ verlauten: „Insbesondere das Ausarbeiten der technischen Ideen im Hinblick auf Kosten und Durchsetzbarkeit ist ein wichtiger Aspekt in einer Zeit, in der einsetzbare Mittel und Vermarktung einer Lösung (einschließlich Firmen-interner Durchsetzung) unmittelbar zusammen gehören“. Burkhard W. Bohn, Geschäftsführer der Joachim Uhing KG GmbH  Co., zeigt sich begeistert: „Ich finde ‘startIng!’ einfach großartig! Weiter so! Und das gilt auch für die Sponsoren!“. Das schien Bernd Ramcke, Leiter Technik der Vossloh Locomotives GmbH, gehört zu haben: „Wir werden daher unser Engagement für dieses Projekt gern fortsetzen.“

Kiel, 6.11.2008

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  Diese Seite wurde zuletzt am  11.06.2018  aktualisiert