www.kieler-woche.de: Multimedia Studierende im Dauereinsatz

Studierende mit geschulterter Videokamera

Ein Erfahrungsbericht von Birthe Langfeldt und Lars Lehners

"Kann mal bitte jemand den Lärm abschalten? Wir müssen uns konzentrieren, der Beitrag soll in einer Stunde online gehen. Dann die nüchterne Erkenntnis: Es war nur das grausame Klingeln des Weckers. Jetzt schon? Zwei Stunden Schlaf sind definitiv zu wenig! Schnell das Kieler Woche T-Shirt angezogen, Presseausweis umgehängt und los geht’s in die Redaktion. Fürs Frühstück bleibt keine Zeit, wie immer ist kein Parkplatz zu finden und die Redaktionssitzung hat gerade angefangen. Die Beine in die Hand genommen und ab in den 1. Stock der Pumpe. Dort befindet sich das provisorisch eingerichtete Kieler-Woche.de Online-Büro.

Und schon sind wir mitten drin im Dauerstressalltag von rund 40 Multimedia Studierenden der Fachhochschule Kiel. Exklusiv sorgen wir jeden Tag für frische Videoberichte auf der offiziellen Webseite der Kieler Woche. Wenig Schlaf, viel Kaffee und ständiger Zeitdruck gehören zum Tagesgeschäft, aber natürlich auch jede Menge Spaß und viele wichtige Erfahrungen. Unser heutiger Auftrag: Vergabe des Weltwirtschaftlichen Preises. Super, was für ein spannendes Thema. Nun gut, das Leben ist kein Wunschkonzert. Im wirklichen Leben sieht‘s nicht anders aus. Okay, erstmal den Kopf darüber zerbrechen, wie wir diesen Höhepunkt der Kieler Woche interessant umsetzen können. Dieses weiße Blatt Papier muss sich doch irgendwie füllen lassen!?

Dann die zündende Idee. Jetzt schnell die Technik einpacken und ab ins Institut für Weltwirtschaft. Dort werden wir freundlich empfangen und direkt in den Pressebereich geschleust. Cool, wir sind einer der ersten und sichern uns sofort die Pol-Position. Der Raum füllt sich. Knapp 300 Gäste sind jetzt anwesend. Es geht los. Die Prominenz tritt ein. Kamera auf die Schulter „und Action!“. Was für ein Gewusel. Fotographen drängen sich an Kameraleute. Aua! Hier herrscht Ellenbogenkultur!

Es folgen gefühlte zehn Stunden Redebeiträge, u. a. von Nobelpreisträgern, Politikern und renommierten Köpfen aus der Wirtschaft. Währenddessen macht sich ein unbehagliches Gefühl in der Magengegend breit. Ist es Hunger? Sicher! Aber viel mehr ist es das beklemmende Gefühl, der Stadt bereits in wenigen Stunden einen fertigen Bericht übergeben zu müssen. Denn die Kurzreportagen müssen aktuell sein! Und die Zeit rast! Geschafft, die Veranstaltung ist vorbei. Im Eiltempo zurück in die Redaktion. Texten, schneiden, vertonen, online stellen.

Anstrengend und Nervenaufreibend, in einem viel zu kleinen Raum mit viel zu wenig Sauerstoff und viel zu vielen durcheinander brabbelnden Redakteurinnen und Redakteuren. Der Puls schlägt schneller. Wir geraten ins Schwitzen. Nach letzten angespannten Minuten endlich der erlösende Satz aus der Postproduktion: Fertig! Der Beitrag geht nun seinen Weg auf die Webseite und langsam beginnt der Adrenalinspiegel wieder zu sinken. Völlig erschöpft geht es nun nach Hause, um wenigstens noch ein bisschen Schlaf zu bekommen, denn der nächste Tag ist bereits angebrochen."

(Den Videobeitrag über die Verleihung des Weltwirtschaftlichen Preises und andere Arbeiten der Studierenden finden Sie unter: http://www.kieler-woche.de/journal/index.php

Kiel, 20.6.2008




Zum Seitenanfang

Link zum generieren einer PDF-Datei

  Diese Seite wurde zuletzt am  12.01.2018  aktualisiert