Fachhochschule Kiel ebnet mit Hilfe der Magnettafel den Weg nach China

Für Professor Dr. Jürgen Mallon ist es fast so etwas wie eine Heimkehr

Vor seiner Berufung an die Fachhochschule Kiel war er fünfeinhalb Jahre lang als Technischer Direktor der Solinger Zwilling J. A. Henckels AG in Shanghai tätig.

Nun ist er mit den beiden Studierenden Martje Bernt und Maik Waldhör und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Sebastian Dannenberg nach China zurückgekehrt. Das Viererteam entwickelt, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, eine Planungssystematik zum effizienten Produktionsaufbau in China.

Dafür besucht das Team, noch bis zum 18.August, 40 deutsche Unternehmen in Shanghai und Umgebung. Für die Befragung wurde ein umfassender Fragebogen erstellt, in dem die wesentlichen Themen eines Produktionsaufbaus in China, wie z.B. Expansionsstrategie, Personalbeschaffung und -schulung, Lieferantenauswahl und Entwicklung, Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und natürlich die Fabrikplanung und der Produktionsstart erfasst werden. Die einzelnen Fabrikplanungsschritte werden auf einer Magnettafel nachgebildet. „Dieses Verfahren haben wir ausgewählt, weil wir nach der Abbildung des Vorgehens jeden einzelnen Schritt mit dem Geschäftsführer hinsichtlich des Zeitaufwandes bewerten. Dafür brauchten wir eine klare und flexible Darstellung und entschieden uns deshalb für die Magnettafel", erläutert Prof. Mallon.

Ziel der empirischen Befragung ist es, die Erfahrungen der deutschen Unternehmen in China zu erfassen und daraus einen Leitfaden für kleine und mittlere Unternehmen zu entwickeln, um den Aufbau einer qualitätsfähigen Produktion zu vereinfachen. Fachpublikationen, Seminare und Workshops sind nach der Auswertung für Ende 2008 geplant. „Es ist erstaunlich", sagt Prof. Mallon „obwohl wir jetzt schon die Hälfte der Unternehmen befragt haben, stoßen wir immer wieder auf neue Vorgehensvarianten der Unternehmen, die nach China gegangen sind."

Bei den meisten Unternehmen bestand die Motivation nach China zu gehen darin, den riesigen Markt zu erobern, erläutert Prof. Mallon. Demzufolge würden in den deutschen Mutterunternehmen aufgrund des Zusatzumsatzes eher Arbeitsplätze auf- als abgebaut. Erstaunlich sei auch der hohe Anteil an Unternehmen, die schon nach wenigen Jahren eine überaus erfolgreiche Geschäftsentwicklung aufweisen können und weitere Expansionen planen. In einigen Fällen, führt Prof. Mallon weiter aus, habe er den Eindruck, dass die Unternehmensleitung vom Erfolg regelrecht überrascht worden sei und jetzt versuche, das dynamische Wachstum zu bewältigen.

Kontakt:
Prof. Dr. Jürgen Mallon
Institut für CIM-Technologietransfer an der Fachhochschule Kiel
Schwentinestr. 13
24149 Kiel
Tel.: 0431 - 210 2807
E-Mail: juergen.mallon(at)fh-kiel.de

Kiel, 4.8.2008




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  Diese Seite wurde zuletzt am  03.04.2018  aktualisiert