"Girls`Day" an der FH-Kiel

Kiel, 27. April 2009

Der "Girls`Day" an der FH Kiel lockte auch in diesem Jahr zahlreiche technikinteressierte Mädchen auf den Campus. Besondere Aufmerksamkeit galt den Ingenieurwissenschaften. So führten die Teilnehmerinnen zum Beispiel am Fachbereich Informatik und Elektrotechnik physikalische Experimente durch, bauten ein elektronisches Roulette und entwarfen elektronischen Schmuck.
Flora Slezak, Katinka Petersen
Flora (l.) und Katinka (r.) löten ein elektronisches Roulette zusammen.

In einem Labor des Fachbereichs Informatik und Elektrotechnik: Elf staunende Augenpaare richten sich auf Laboringenieur Jürgen Brammer, der den 13- bis 14-jährigen Mädchen erklärt, wie sie mit Lötkolben und Platine ein elektronisches Roulette bauen können.

Ganz vorne sitzen Flora Slezak und Katinka Petersen. Zum ersten Mal sitzen die beiden in einem Labor der Fachhochschule und stecken aufgeregt kleine Metallteile durch Löcher in einer Platine. Hilfestellung gibt es vom Laboringenieur Manfred Fränz.

Es geht um spielerischen Umgang mit Technik


Andernsorts löten derweil vier Schülerinnen unter Anleitung der Laboringenieure Carsten Glüsing und Matthias Teichmann elektronischen Schmuck. "Hier wird spielerisch vermittelt, wie viel Spaß die Arbeit mit dem Lötkolben macht und wie ein kleiner Stromkreis aufgebaut ist", erklärt einer der Ingenieure.

Julia Romberg, Katharina Naroska
Julia (v.) und Katharina (h.) stellen elektrischen Schmuck her.

"Ich hab den Dreh raus!" tönt es von der Fensterseite des Arbeitstisches. Larissa Sieh, eine 14-jährige Realschülerin, zieht die Perlen über die Schnur des blinkenden Herzanhängers. In den Kieler Nachrichten hatte sie vom Girls’ Day gelesen und ist neugierig auf die “Männerdömane” Ingenieurwesen: "Letztes Jahr war ich einer Kita, aber ich bin ziemlich sicher, dass ich in den nächsten vier Jahren noch andere Studiengänge der Fachhochschule besuchen werde." Im Internet hat sie sich zuvor über das Arbeitsfeld von Ingenieurinnen informiert und freut sich über die Möglichkeit, sich noch einmal direkt an der Hochschule informieren zu können.

Am gleichen Tisch sitzen Julia Romberg und Katharina Naroska. Die Freundinnen haben schon 2008 am Girls’ Day an der FH Kiel teilgenommen. "Damals haben wir einen Tesaroller am PC entwickelt, jetzt wollten wir etwas Praktischeres versuchen", erklärt Julia. Ihre Freundin Katharina erzählt, dass die beiden eigentlich zum Fachbereich Medien wollten: “Dafür muss man aber älter sein, das werden wir vielleicht nächstes Jahr besuchen." Ganz fremd ist der Dreizehnjährigen die Elektrotechnik nicht, ihr Vater ist Elektroinstallateur, erzählt sie auf dem Weg zur nächsten Station.

Physikalische Experimente rund um die Erdanziehungskraft


Dort erwartet Physikprofessor Ulrich Sowada die Mädchen. Er möchte mit ihnen  physikalische Experimente durchführen und so den Wert der Erdanziehungskraft, bzw. die Fallbeschleunigung "g" errechnen.

Larissa Sieh
Larissa präsentiert ihr fertiges Werk.

Teenagergerecht und freundlich erklärt Professor Sowada das Experiment und entlockt den Mädchen mit Geduld ihr physikalisches Wissen. Schon bald fallen Fachbegriffe wie Erdanziehungskraft oder Luftwiderstand.

Unter Anleitung der beiden Studentinnen Aylin Bicakci und Julia Beimowski messen und errechnen die Teilnehmerinnen am mathematischen Pendel die Fallbeschleunigung. Während das Pendel schwingt und die Mädchen hochkonzentriert die Zeit messen, herrscht völlige Stille im Raum.

Nach zahlreichen eigenen Messungen haben die Teilnehmerinnen die wahrscheinliche Erdanziehung berechnet. Das Resultat weicht dann aber doch ein wenig vom reellen Wert ab. "Das kann am zu stark gespannten Pendel liegen", ermutigt Studentin Julia Beimowski die Mädchen und versichert, trotz der Abweichung sei es ein super Ergebnis.

Am Ende des Girls’ Day treffen sich die 40 Teilnehmerinnen zufrieden im Bunker-D und ziehen ein erstes Resumee. Und das fällt bei Katharina Naroska positiv aus: "Roulette löten fand ich toll, das hat echt Spaß gemacht! Die Experimente waren anstrengend, aber ich freue mich schon auf nächstes Jahr. Ich persönlich würde das allen Mädchen empfehlen!".

Autor: Samir Chawki




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