Remembering Shipswrecks and Dreams

Kiel, 18.06.2009

Vom 19. Juni bis zum 16. Juli 2009 präsentiert die Fachhochschule Kiel im Bunker-D Fotografien des US-amerikanischen Künstlers Greg Bannan. Die Ausstellung „Remembering Shipwrecks and Dreams“ zeigt persönliche Erinnerungen an Reisen und Begegnungen mit Menschen und Kulturen in den vergangenen 25 Jahren. Die Ausstellung wird heute, 18. Juni, um 18.00 Uhr eröffnet. Frauke Schäfer hat mit dem Künstler gesprochen.
Greg Bannan
Der US-amerikanische Künstler Greg Bannan im Bunker-D

Frauke Schäfer: "Wie sind Sie als Künstler aus Kalifornien auf den Ausstellungsort, den Bunker-D in Kiel, gestoßen und was hat Sie gereizt, hier Ihre Arbeiten unter dem Titel Remembering Shipwrecks and Dreams zu zeigen?"

Greg Bannan: "Zwei Kieler Kunsthistoriker haben meine erste Ausstellung in Deutschland im letzten Jahr in Berlin gesehen, haben den Kontakt hergestellt und mir den Ausstellungsort vorgeschlagen. Interessiert hat mich vor allem der Ausstellungsort – ein Bunker. Ich habe noch nie Gelegenheit gehabt, an einem historischen Ort wie diesem meine Arbeiten zu präsentieren.

Es ist das erste Mal, dass ich in Kiel bin. Ich reise leidenschaftlich gern und habe deshalb immer großes Interesse daran, neue Orte zu entdecken und kennen zu lernen. Kiel hat eine sehr faszinierende Geschichte, vor allem über die Segel-Tradition habe ich viel gelesen und fand es sehr spannend, so dass ich meine eigene Geschichte wie mein Schiffbrucherlebnis in Kalifornien mit dem Kieler Publikum teilen möchte."

Frau mit Regenschirm an Treppe
Heute, am 18. Juni 2009, wird die Ausstellung "Remembering Shipswrecks and Dreams" eröffnet

F.S.: "Sind die Fotografien digital entstanden und bearbeitet?" 

G.B.: "Nein, ich bin sozusagen ein Fotograf der alten Schule! Da ich sehr gern mit meinen Händen arbeite, sind die Arbeiten von mir selbst gefertigte Gelatine-Handabzüge.

Außerdem finde ich es interessant auch mit verschiedenen Kameras, wie einer Holga oder einer Sears-Kamera, die noch von meiner Großmutter aus den 50er Jahren stammt, zu arbeiten und damit zu experimentieren. Die Arbeiten in der Remembering Shipwrecks and Dreams-Ausstellung zeigen eine Art fotografischer Kollagen. Ich habe aufeinander liegende Negative abgezogen oder Bilder überblendet projiziert und erneut abfotografiert.

Die vier Farbfotografien unter den Schwarz-Weiß-Fotos in der Ausstellung sind Collagen, die ich lange manuell  überarbeitet und manipuliert habe. Das Endresultat habe ich dann anschließend gescannt."

F.S.: "Interessieren Sie sich neben der Fotografie auch für andere künstlerische Mittel, mit denen Sie gern arbeiten oder arbeiten würden?"

G.B.: "Ich bin ein Künstler, der sich gern mit Fotografie beschäftigt, jedoch nicht nur. Ich mache auch Filme, Videos und Musik und verbinde diese oftmals auch mit einander. Für die Kieler Ausstellung habe ich z.B. eine Melodie komponiert, die den Besucher der Ausstellung begleitet."

F.S.: "Der Titel der Ausstellung lautet Remembering Shipwrecks and Dreams – hat dieser einen besonderen Hintergrund?"  

G.B.:  "Zentrum der Ausstellung bilden die vier Werke mit diesem Titel. Sie stammen von einer Filmrolle, die einen von mir persönlich erlebten Schiffbruch beim Segeln überstanden hat. Das Salzwasser hat den Film angegriffen, aber nicht vollständig zerstört. Sie sind recht abstrakt und zeigen natürlich nichts von dem Segelunfall,  aber für mich ist diese Serie mit starken Erinnerungen verbunden. Am Tag habe ich noch das Meer und die Stille genossen und den Ozean mit meiner Kamera aufgenommen. Sie lassen kaum erahnen, dass mein Freund Michael und ich in der Nacht um unser Leben kämpfen mussten, so dass ein kleiner Text On the 3rd Day neben den Werken das Geschehene schildert."




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  Diese Seite wurde zuletzt am  12.01.2018  aktualisiert