European Project Semester – Internationale Fachhochschule Kiel

Kiel, 10.07.2009

Seit Jahren vermittelt der Fachbereich Maschinenwesen Studierende für ein Projektsemester an Partnerhochschulen. Das sogenannte „European Project Semester“ (EPS) wurde vor 15 Jahren erstmals am Engineering College of Copenhagen angeboten. Studierende aus aller Welt können so Partnerhochschulen besuchen und in einem internationalen Team Industrieprojekte in örtlichen Unternehmen bearbeiten. Nach Kopenhagen etablierten sich weitere Hochschulen in Norwegen, Spanien, Polen und den Niederlanden als Anbieter des EPS und stießen damit auch bei den Kielern auf rege Nachfrage. Über 100 Studierende des Fachbereichs Maschinenwesen haben inzwischen an dem Projektsemester im Rahmen des EU-Programms „Erasmus“ teilgenommen.

Umgekehrt war dies bis zum vergangenen Jahr nicht möglich und das fiel auch den Partnerhochschulen auf. „Irgendwann haben die uns natürlich gefragt, ob wir nicht auch mal ein paar Studierende aufnehmen wollen“, erinnert sich Prof. Dr. Rainer Geisler, der Prodekan des Fachbereichs Maschinenwesen ist an der FH Kiel  verantwortlich für das EPS. So kam es, dass die FH Kiel die erste Hochschule in Deutschland wurde, die das EPS anbieten konnte. „Wir hatten sozusagen eine negative Zahlungsbilanz“, lacht Geisler, „das hat sich jetzt geändert und hilft natürlich, das internationale Netzwerk zu stärken“.

Mit vier Teams startete das EPS im vergangenen Jahr an der Kieler FH – dieses Jahr gab es bereits ein Team mehr. 21 Studentinnen und Studenten waren mit dabei unter anderem aus Brasilien, Ecuador, Portugal, dem Iran und Polen. Von dort aus reiste auch Magdalena Zarebska nach Kiel. Sie studiert an der Technischen Hochschule Lodz und hatte sich im Rahmen des EPS für ein Projekt in der Firma „Wulf Johannsen“ in Kronshagen entschieden. „Die Projektbeschreibung klang für mich sehr interessant und außerdem mag ich Kiel“, sagt sie. „Jetzt wohne ich sogar am Wasser und kann über die Straße auf die Förde sehen“, freut sie sich.

Magdalena Zarebska erhält von Prof. Dr. Rainer Geisler ihr Abschlusszeugnis.
Magdalena Zarebska erhält von Prof. Dr. Rainer Geisler ihr Abschlusszeugnis.

Magdalena und die anderen Studierenden besuchten vor den eigentlichen Projekten erst einmal eine ganze Reihe von Einführungsveranstaltungen. „Vier Wochen lang besuchten wir Kurse zu Teambildung, Projektmanagement und Marktforschung. Das war auch ziemlich wichtig für die Vorbereitung auf die Projekte“, erklärt sie. Anschließend ging es in kulturell gemischten Teams in die Betriebe. „Wulf Johannsen“ setzt Motoren instand, wartet Heiz- und Biogasanlagen und fertigt spezielle Ersatzteile. Der Service soll erweitert werden – Marktforschung und die Analyse der Konkurrenz waren unter anderem die Aufgaben des Teams und eine Strategie zur Einführung des neuen Produkts.

„Das ganze Projekt hat sehr viel Spaß gemacht – und am Anfang hatten wir auch noch viel Zeit“, lacht Magdalena und spielt damit auf die Projektplanung an. Es wurde scheinbar ein wenig nach dem Motto gearbeitet: „Ein Projekt wird fertig, wenn es fertig werden muss“. „Am Ende mussten wir richtig hart arbeiten – aber wir haben es geschafft.“, lächelt sie.

Bislang bietet nur der Fachbereich Maschinenwesen das EPS an, Prof. Geisler würde aber gerne noch weitere Fachbereiche ins Boot holen: “Das Ziel ist natürlich, das EPS interdisziplinär zu erweitern und Fachbereiche wie Medien oder Soziale Arbeit und Gesundheit mit einzubinden“, wünscht sich Geisler. „Von der Größe her, wäre der nächste Sprung zehn Teams – das ist natürlich auch eine Frage der Ressourcen. Ein EPS wie in diesem Jahr wird es aber in jedem Fall wieder geben“, verspricht er. An interessierten Studierenden wird es vermutlich nicht mangeln. Magdalena jedenfalls würde das EPS auch anderen empfehlen: „Definitiv“, lacht Magda. „Wenn ich könnte, würde ich noch einmal mitmachen – am liebsten ein ganzes Jahr“.

Autor: Michael Neubauer




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