Am Programmieren gefällt mir das Knobeln....



...betont Marina Schmidt, Masterstudentin der Wirtschaftsinformatik. Warum sich die junge Frau einst für ein vermeintliches Männerfach entschied, von der Uni an die FH wechselte und wie sie ihre Karriereaussichten einschätzt, verriet sie Vera Nick, von der Pressestelle der FH Kiel. Wer mehr über das Studium der Wirtschaftinformatik erfahren möchte, hat dazu diesen Mittwoch (9. Dezember) die Gelegenheit, beim ersten „
Kieler Tag der Wirtschaftsinformatik“ an der FH Kiel.

Vera Nick (VN): Was hat Sie dazu bewegt, Wirtschaftsinformatik an der FH in Kiel zu studieren?

Marina Schmidt (MS): Ich wollte unbedingt etwas mit dem Schwerpunk Technik studieren, das gute Zukunftschancen bietet. Das trifft auf die Kombination Wirtschaft und Informatik zu.  Im Gegensatz zu den Betriebswirten haben wir eine Zusatzqualifikation.

Zunächst habe ich an der Kieler Uni Informatik und Betriebswirtschaftslehre (BWL) studiert. Dort fehlten mir allerdings der Praxisbezug und der Kontakt zu Firmen. Es war alles viel zu theoretisch.

VN: Sie sprechen von Kontakten zu Firmen? Wie sehen diese genau aus?

MS: Im fünften Semester ist es Pflicht, ein fünfmonatiges Praktikum in einem Betrieb zu machen. Auch sonst werden immer wieder Kontakte zwischen Hochschule und Betrieben aufgebaut, um die Studierenden schon früh an das spätere Arbeitsklima zu gewöhnen. Ich habe mein fünfmonatiges Praktikum bei Phillips in Hamburg gemacht und arbeite heute noch zweimal die Woche dort.

VN: Warum sind diese Praxiserfahrungen so wichtig?

MS: Durch die Projekte in den Unternehmen erfahre ich, wie das spätere Berufsleben aussehen kann und was für Wissen ich überhaupt benötige. Ich weiß dann ganz konkret, auf was ich mich konzentrieren muss.

VN: Haben Sie sich schon immer so für Technik begeistert?

MS: Ich war kein Technikfreak, mein Interesse ist langsam gewachsen. Gerade Mathematik und allgemein die Naturwissenschaften haben mich schon immer gereizt. Am Programmieren gefällt mir das Knobeln. Ich bekomme eine Aufgabe und muss versuchen, eine Lösung zu finden. Interessant wird es dann, wenn ich mehrere Lösungen finde.  

VN: Frau Schmidt, Sie haben bereits Ihren Bachelor in der Tasche. Wie haben Sie das Bachelorstudium erlebt und wie erleben Sie jetzt ihr Masterstudium?

MS: Es gab sehr arbeitsintensive Zeiten mit vielen Klausuren. Das gesamte Bachelorstudium habe ich allerdings als sehr angenehm empfunden. Das Masterstudium erfordert natürlich auch viel Fleiß. Dadurch, dass ich mir nach dem Bachelor keine Pause gegönnt habe, ist mir der Übergang leicht gefallen.

VN: Wie ist das Verhältnis Männer/Frauen in der Wirtschaftsinformatik? Das ist doch sicherlich eine Männerdomäne?

MS: Im Bachelorstudium waren von 30 Studierenden sechs Frauen. Für mich war das nie ein Problem und ich habe mich unter den vielen Männern niemals unwohl gefühlt. Ein rauer Umgangston herrscht meist nur in den Betrieben. Daran muss man sich allerdings auch erst einmal gewöhnen und sich ein dickes Fell wachsen lassen. Jetzt im Masterstudium ist das Verhältnis ausgeglichen. Das gefällt mir.

VN: Haben Frauen die gleichen Chancen wie Männer?

MS:  Ich denke, als Frau hat man nicht weniger Chancen als ein männlicher Mitbewerber. Man fällt zunächst sogar positiv auf, da sich ja immer noch weniger Frauen als Männer für einen technisch geprägten Beruf entscheiden. Letztlich zählen aber das Gesamtbild und insbesondere die persönlichen Fähigkeiten.

VN: Was kann man später mit dem Abschluss anfangen?

MS: Da gibt es viele Möglichkeiten. Zum Beispiel kann man als Beraterin tätig sein und Lösungen für die IT-Landschaft von Unternehmen entwickeln. Des Weiteren kann man in Firmen in verschiedenen Positionen im IT-Bereich tätig sein, z.B. als Projektmanager oder Business Analyst. Aufgrund des betriebswirtschaftlichen Teils des Studiums kommt man natürlich auch für Stellen z.B. im Bereich Marketing oder Controlling in Frage. Der Masterabschluss an der FH berechtigt außerdem - wenn auch mit einigen Hürden - zur Promotion an einer Universität.

VN: Und wie soll es nun für Sie persönlich weitergehen?

MS: Erstmal möchte ich natürlich den Master erfolgreich abschließen und dann eine Stelle im Bereich Business Intelligence finden. Vorzugsweise in Hamburg.

Im Gegensatz zu Marina Schmidt ist Pierre Klein recht neu an der FH. Der 21-jährige studiert im 2. Semester Wirtschaftsinformatik und möchte nach seinem Bachelor noch den Master machen. Warum er sich für das Studium entschieden hat und was er sich von dem Studium erhofft, erzählte er der Pressestelle der FH.

Vera Nick (VN): Warum haben Sie sich für das Studium „Wirtschaftsinformatik“ an der FH Kiel entschieden?

Pierre Klein (PK): Schon immer haben mich Computer fasziniert und ich habe mich viel mit ihnen beschäftigt. Mal mehr und mal weniger produktiv. Der Hang zur Informatik war auch schon vorhanden. Wie viele Studierende der FH habe auch ich erstmal an der Uni studiert, um dann zu merken, dass das nichts für mich ist. Zu abstrakt und unpersönlich. An der FH stehen Professorinnen und Professoren vor einem, die gerne Fragen beantworten und einen als Persönlichkeit wahrnehmen. Das Verständnis im Allgemeinen ist hier für mich größer.

VN: Was erhoffen Sie sich von dem Studium?

PK: Von dem Studium erhoffe ich mir das Handwerk zu lernen, um dann später im Berufsleben einen Job mit gutem Verdienst zu erhalten.

VN: Gibt es auch Aspekte am Studium, die Ihnen nicht gefallen?

PK: Die Professoren sprechen viel in Abkürzungen. Dafür ist es natürlich dringend notwendig, diese zu kennen. Das Mitschreiben im Unterricht ist hierfür mehr als hilfreich.

VN: Warum würden Sie anderen dieses Studium nahelegen?

PK: Wer eine gewisse Affinität zur Informatik hat und sich alle Optionen offen halten will, in der IT-Branche in individuellen Bereichen unterzukommen, sollte Wirtschaftsinformatik studieren. Hier lernt man sowohl die betriebswirtschaftliche Seite als auch die informatikrelevanten Aspekte kennen.

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  Diese Seite wurde zuletzt am  11.06.2018  aktualisiert