Es war viel anstrengender, als ich vermutet hatte.

Kiel, 17. Februar 2010

"Es war viel anstrengender, als ich vermutet hatte. Es hat allerdings auch viel mehr Spaß gemacht", lautet Prof. Dr. Marco Hardimans Resümee seines ersten Semesters. Am Institut für Management und Marketing an der FH Kiel möchte er Studierende u. a. an das Onlinemarketing heranführen. Was Facebook, Twitter oder StudiVZ damit zu tun haben, verriet er Katja Jantz.

Katja Jantz (KJ): Warum haben Sie das Studium der BWL gewählt?

Marco Hardiman (MH): Nun, ich wollte immer etwas bewegen und Dinge vorantreiben. Was das Themenfeld bzw. die Branche anging, war ich flexibel. Um ein allgemeines Rüstzeug für vielfältige Herausforderungen zu erhalten, habe ich mich für die BWL entschieden.

KJ: Wie sieht Ihr wissenschaftlicher Werdegang aus?

MH: Als ich in Gießen studierte, kam ein junger Professor mit neuen Ideen an die Uni. Er wandelte das traditionelle Fach Absatzwirtschaft in Richtung verhaltenswissenschaftliches Marketing um. Gleichzeitig fokussierte er sich auf das Thema Markenmanagement. Da ich das sehr spannend und interessant fand, arbeitete ich bei ihm als studentische Hilfskraft. Ich vertiefte mein Studium im Marketing und promovierte nach meinem Abschluss als Diplom-Kaufmann auch im Bereich Markenmanagement und Onlinemarketing. Also eine ganz klassische wissenschaftliche Karriere.

KJ: Welche beruflichen Erfahrungen haben Sie darauf aufbauend gesammelt?

MH: Ich habe schon während meines Studiums viele Erfahrungen in der Praxis gesammelt. Auch während meiner Promotion arbeitete ich in einer Unternehmensberatung im Bereich Markenführung. Eine sehr spannende und abwechslungsreiche Phase, weil ich oft im Ausland war. Ich konnte u. a. in Italien, China und England arbeiten und habe viele Unternehmen von innen gesehen. Nach meiner Promotion ging ich dann in die Schweiz zu einer führenden Unternehmensberatung. Ein paar Monate später bekam ich ein Angebot von T-Online. Ich leitete dort zwei Abteilungen und war unter anderem für die nationale und internationale Marken- und Kommunikationsstrategie verantwortlich. Ein besonderes Highlight war die Entwicklung und Einführung der Marke T-Home. Anfang 2008 hatten ein paar Kollegen und ich dann eine tolle Idee und haben gemeinsam ein klassisches Startup gegründet. Auch das hat viel Spaß gemacht und ich habe sehr viel im Bereich Onlinemarketing, Social Media und Marketing 2.0 dazu gelernt. Und wie es dann weiterging, wissen Sie: 2009 habe ich einen Ruf der Fachhochschule Kiel erhalten und angenommen.

KJ: Wie würden Sie einem Fachfremden Ihr Arbeitsgebiet erklären?

MH: Mein Schwerpunkt lag und liegt noch immer im Markenmanagement und Onlinemarketing: früher als Forscher, als Berater, als Führungskraft in Unternehmen und nun auch hier als Professor an der FH Kiel. Im Kern geht es darum, Marken zu schaffen, die von Nutzerinnen und Nutzern bei ihren Kaufentscheidungen bevorzugt werden. Hier spielen soziale Netzwerke des Internets wie Facebook, Twitter oder StudiVZ eine immer wichtigere Rolle. Ich erforsche, welche Möglichkeiten Unternehmen in diesem Bereich haben und wie sie diese Möglichkeiten wirksam anwenden können. Wer mehr darüber wissen möchte: Auf meinem Blog http://MarketingTwo.de/blog finden sich zahlreiche Beiträge und Themen rund um Marketing 2.0 und Social Media Marketing. Künftig werden dort auch Forschungsarbeiten vorgestellt.

KJ: Warum haben Sie sich für die FH Kiel entschieden?

MH: Da haben viele Gründe zusammengespielt. Ausschlaggebend war, dass der Fachbereich Wirtschaft mit etablierten und engagierten Professoren im Marketing sehr gut aufgestellt ist und das Kollegium in der Berufungskommission ein harmonisches Bild abgegeben hat.

KJ: Was wollen Sie den Studierenden vermitteln?

MH: Ich will den Studierenden ein lebendiges und anwendbares Gesamtbild der BWL sowie des Marketings vermitteln und damit eine Begeisterung für die Möglichkeiten wecken, die jeder Student mit einem guten Studienabschluss erhält.

KJ: Was verbinden Sie mit Kiel?

MH: Das Meer.

KJ: Wie sieht Ihr Fazit des ersten Semesters aus?

MH: Es war viel anstrengender, als ich vermutet hatte. Es hat allerdings auch viel mehr Spaß gemacht!

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