„Eine gute und richtige Entscheidung ist aber neben Rationalität immer auch von Intuition geprägt.“

Kiel, 31.03.2010

„Eine gute und richtige Entscheidung ist aber neben Rationalität immer auch von Intuition geprägt“, findet Prof. Dr. Stephan Schneider, der seit dem 1. April 2009 Allgemeine BWL und Wirtschaftsinformatik an der FH Kiel lehrt. Was ihm sein „Bauchgefühl“ bei seiner Probevorlesung geraten hat und ob dieses Gefühl richtig gewesen ist, verriet er Katja Jantz.

KJ (Katja Jantz): Was verbinden Sie mit Kiel?

StS (Stephan Schneider): Wie wohl viele, die wie ich aus dem Süden Deutschlands kommen, in erster Linie die Nähe zum Meer und die Kieler Woche.

KJ: Warum haben Sie sich für die FH Kiel entschieden?

StS: Das Bild der FH Kiel war nach rationalen Kriterien wie Fachlichkeit und Perspektivität sehr gut. Eine gute und richtige Entscheidung ist aber neben Rationalität immer auch von Intuition geprägt. Es war  mein "Bauchgefühl", das mir nach knapp zwei Stunden Probevorlesung und dem Gespräch mit der Berufungskommission ein gutes Gefühl für die Fachhochschule vermittelte - insbesondere vom Fachbereich Wirtschaft und den Kolleginnen und Kollegen. Und dieses Gefühl hat sich bewahrheitet.

KJ: Was wollen Sie den Studierenden vermitteln?

StS: Neben der Vermittlung von Kenntnissen der Wirtschaftsinfomatik ist es für mich vor allem wichtig, bei den Studierenden ein Bewusstsein für die große Bedeutung der IT zu wecken - genau genommen für das sogenannte Business-IT-Alignment. Business und IT sind die zwei Seiten einer Medaille namens Wirtschaft. Im heutigen Informationszeitalter kann man in einem Unternehmen nicht mehr nur das Geschäft einerseits und die IT andererseits betrachten, sondern muss beides als koexistent und integriert ansehen. Nur dann wird ein Unternehmen langfristig Erfolg haben.

BWL-Studierende neigen dazu, eher das Business zu fokussieren und als relevant zu erachten, während sich Wirtschaftsinformatik-Studierende eher für die IT interessieren. Eine große Herausforderung - und zugleich auch Anstrengung - in der Lehre ist es, diesen Studierendengruppen klar zu machen, dass beide Aspekte wichtig sind.  

KJ: Warum haben Sie Ihr Studium gewählt?

StS: Ich habe an der Universität Regensburg Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Wirtschaftsinformatik, Operations Research (Unternehmensforschung), Ökonometrie und Finanzwissenschaften studiert. Für mich bot der Studiengang die ideale Möglichkeit, Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und mathematik- bzw. statistikaffine Fächer in Kombination zu studieren.

KJ: Wo liegt der Schwerpunkt Ihrer bisherigen Tätigkeiten?

StS: Kernthemen meiner bisherigen akademischen Tätigkeiten sind unternehmensweites Datenmanagement und darauf aufbauend in Teilen Informations- und Wissensmanagement, musterbasierte Unternehmensmodellierungen, Business Intelligence sowie Data Warehousing. Diese wissenschaftlichen Themen bilden zugleich auch die Schwerpunkte meiner bisherigen Berufspraxis. Seit einiger Zeit beschäftige ich mich zudem intensiv mit Business Engineering.

KJ: Wie würden Sie einem Fachfremden Ihr Arbeitsgebiet erklären?

StS: Mein Arbeitsgebiet als Wirtschaftsinformatiker umfasst im Kern die optimale Abstimmung von Geschäft und IT ("Business-IT-Alignment"). Ich beschäftige mich folglich sowohl mit geschäftlichen Abläufen und deren Optimierung als auch mit IT-Systemen, die diese Abläufe unterstützen und ihrerseits wieder Triebfeder ("Enabler") für Geschäfte sein können (und in der Regel auch sind).

KJ: Wie sieht Ihr Fazit der ersten Monate aus?

StS: Mit einem Wort: Toll! Es macht riesig Spaß, mit den "Studis" und auch mit den Kolleginnen und Kollegen zu arbeiten.

Kurzbiographie

seit April 2009 Professor für Allgemeine BWL und Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Kiel

2007 – 2009 Professor für Betriebliche Informationssysteme an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Standort Höxter

2005 – 2007 Doktorand am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik I an der European Business School (EBS); Thema der Dissertation: Konstruktion generischer Datenmodelle auf fachkonzeptioneller Ebene im betrieblichen Anwendungskontext: Methode und Studie

1996 – 2006 Freiberuflicher Unternehmensberater/Referent für unternehmensweites Daten-, Informations- und Wissensmanagement sowie Business Intelligence

1990 – 1996 Studium der Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Wirtschaftsinformatik, Unternehmensforschung (Operations Research), Ökonometrie und Finanzwissenschaft an der Universität Regensburg

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