Das unbekannte Wesen

Kiel, 01.06.2010

In den zweiten Interdisziplinären Wochen der FH Kiel leitete Silke Gawinski, Netzwerkadministratorin am Fachbereich Medien, den Kurs „Keine Angst vor der Hardware“. Teilnehmen konnten ausschließlich Frauen, die praktische Einblicke in das Innenleben eines Computers erhalten wollten.
Undine Wussow
Eifrig dabei: Undine Wussow

Aus dem Computer ragt nur noch ein Pferdeschwanz hervor, bis zum Hals steckt Undine Wussow im Rechner. Sie ist eine von drei jungen Frauen, die an diesem Nachmittag den Workshop von Silke Gawinski besuchen. Zwei Stunden lang nehmen die Studentinnen des Fachbereichs Wirtschaft Computer buchstäblich auseinander, bauen Mainboards, Grafikkarten und Arbeitsspeicher aus, um am Ende alles wieder einzubauen.

„Es ist wie eine Art Puzzle“, meint Silke Gawinski, „wenn man weiß, wie es geht, geht es auch!“ Ein paar Laptops haben sich die drei schon vorgenommen. Hier einen Arbeitsspeicher auszuwechseln, sei eigentlich ganz einfach, sagt Silke Gawinski. Wie dies nun genau funktioniert, wollte einmal eine Studentin von ihr wissen und gab so den Anstoß für den Kurs.

Silke Gawinski
Ohne Theorie läuft gar nichts: Silke Gawinski

Undine Wussow verbindet zwei Stecker im Gehäuse des Computers, Katharina Körner schaut ihr über die Schulter und gibt eifrig Ratschläge. Die Theorie haben die Frauen zuvor abgehakt. „Ohne Theorie kann die Praxis nicht funktionieren“, findet Silke Gawinski. Und so steht das Flip-Chart mit den wichtigsten Notizen weiterhin in Sichtweite. 

Die nützen allerdings wenig, als die Frauen nach zwei Stunden die Computer wieder zusammensetzen wollen. Am Ende ist dies tatsächlich das größte Problem: Die Ummantelung des Computers lässt sich nicht so recht mit den kleinen Schrauben befestigen. Und so kämpfen die drei Frauen nach dem Crashkurs nicht mehr mit der Hardware, sondern mit dem Gehäuse.

Keine Angst vor der Hardware

Insgesamt haben an den sechs Terminen 31 Studentinnen teilgenommen. „Es hätten 40 sein können, aber leider sind einige trotz Anmeldung nicht erschienen“, erklärt Silke Gawinski etwas enttäuscht. Dennoch zieht sie am Ende ein positives Fazit - nicht zuletzt, weil gerade bei Frauen die Berührungsangst mit Hardware groß ist. „Oft hat man eine Barriere im Kopf und die Angst, etwas kaputt zu machen“, resümiert die Netzwerkadministratorin.

Bei den kommenden Interdisziplinären Wochen im Wintersemester 2010/11 wird sie den Kurs wieder anbieten, dieses Mal aber auch für Männer. Schließlich, so die Erfahrung Gawinskis, wissen diese ebenso häufig nicht, wie sie den Arbeitsspeicher an ihrem Laptop austauschen können. Für Katarina Körner ist dies von heute an kein Problem mehr: „Endlich kann ich meinen Laptop aufrüsten“, freut sich die Studentin. Das hört Silke Gawinski gerne, Angst vor Hardware hat keine ihrer Teilnehmerinnen mehr. „So viel kann man ja auch gar nicht kaputt machen“, lautet jedenfalls das Resümee von Ines Doose-Mißfeldt.

Autorin: Anna Neumann
Fotos: Lucas Steinbrecher




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  Diese Seite wurde zuletzt am  12.01.2018  aktualisiert