"Die klare Strategie der Fachhochschule durch die Fokussierung auf die Exzellenz in der Lehre empfinde ich als absolut überzeugend."

Kiel, 06.07.2010

„Die klare Strategie der Fachhochschule durch die Fokussierung auf die Exzellenz in der Lehre empfinde ich als absolut überzeugend“, sagt Prof. Jan-Hendrik Meier. Seit Anfang Juli 2010 lehrt er Kostenmanagement am Fachbereich Wirtschaft – ein vielfältiges Fach, das genau seinen Erwartungen entspricht und ihm so viel Spaß macht, dass er davon gar nicht mehr genug bekommt.

KJ (Katja Jantz): Was verbinden Sie mit Kiel?

JHM (Jan-Hendrik Meier): Vor allem eine ganze Menge schöner Erinnerungen. Ostseeurlaub und Segeln mit den Eltern in der Kindheit. Später die Promotionszeit meiner Frau, die mehrere Jahre hier lebte, und nicht zuletzt die ausgiebige Recherche für meine eigene Dissertation, die natürlich durch den einen oder anderen Spaziergang an der Förde unterbrochen wurde. Ich habe im Laufe der Jahre viele Freunde in Kiel gewonnen und so eine besondere Beziehung zu dieser Stadt entwickelt. Und schließlich habe ich als echter Schleswig-Holsteiner natürlich auch immer ein besonderes Interesse an der eigenen Landeshauptstadt.

KJ: Warum haben Sie sich für die FH Kiel entschieden?

JHM: Die klare Strategie der Fachhochschule durch die Fokussierung auf die Exzellenz in der Lehre empfinde ich als absolut überzeugend. Auf diese Weise platziert sich die FH hervorragend im Hinblick auf die zukünftig anstehenden, strukturellen Änderungen in der Hochschullandschaft. Natürlich freue ich mich auch über die Gelegenheit, an einer großen und überregional relevanten Fachhochschule mein Fach vertreten zu können.

Jan-Hendrik Meier
Schätzt den Blick über den eigenen Tellerrand: Prof. Jan-Hendrik Meier

KJ: Was wollen Sie den Studierenden vermitteln?

JHM: Ein BWL-Studium sollte aus mehr als nur der Vermittlung von Konzepten bestehen, sondern auch zu selbstverantwortlicher Gestaltung und Beurteilung des wirtschaftlichen Geschehens befähigen. Insofern dient ein Studium auch der Persönlichkeitsbildung jedes Studierenden. Das Fach Kostenmanagement bietet eine Vielzahl von Anknüpfungsmöglichkeiten an andere wissenschaftliche Teildisziplinen innerhalb und außerhalb der BWL, wie Organisationstheorie, Mikroökonomik, Corporate Finance, aber auch Sozial- und Rechtswissenschaften. Neben den klassischen Inhalten des Kostenmanagements möchte ich daher den Studierenden diesen Blick über den Tellerrand des eigenen Fachs hinaus ermöglichen. Auf diese Weise werden die modernen Methoden des Kostenmanagements nicht nur greifbarer, sondern man wird sich auch der Chancen und Risiken bewusster.

KJ: Warum haben Sie Ihr Studium gewählt?

JHM: Das ist mir zunächst gar nicht so leicht gefallen, wie man es erwarten sollte. Es wird häufig gegenüber jungen Leuten die Erwartung geäußert, sie sollten klare Ziele für ihr Leben formulieren und diese als roten Faden im Lebenslauf erkennen lassen. Aber mal ehrlich: Welcher junge Mensch kann denn schon klar sagen, wo das Leben einmal hinführt?

Daher habe ich mich für das Fach entschieden, von dem ich nach ausgiebiger Recherche erwartete, dass es meinen Eignungen und Neigungen am besten entspricht. Ich denke, ich habe auch eine Portion Glück gehabt, dass genau diese Erwartung voll erfüllt wurde. Wie man sieht, hat mir das Fach sogar so viel Spaß gemacht, dass ich davon gar nicht mehr genug bekomme!  

KJ: Wo liegt der Schwerpunkt Ihrer bisherigen Tätigkeiten?

JHM: Ich habe als Unternehmensberater meine Mandanten in den Bereichen interne Rechnungslegung und Controlling, externe Rechnungslegung, Corporate Finance und Risikomanagement beraten. Überwiegend Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister. In den letzten Jahren habe ich dann verstärkt das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen betrieben und im Rahmen dessen Unternehmensbewertungen und Finanzprognosemodelle entwickelt.

KJ: Wie würden Sie einem Fachfremden Ihr Arbeitsgebiet erklären?

JHM: Mein Fach hat zwei Gesichter. Ich finde, es klingt furchtbar unsympathisch, wenn ich sage, ich erkläre Menschen, wie man Unternehmen profitabel gestaltet. Letztlich besteht aber der normative Teil meines Fachgebiets genau darin. Der positive Teil liegt darin, zu erforschen, warum Profitabilitätsentscheidungen in Unternehmen so gefällt werden, wie sie gefällt werden. Dieses Wissen ist unbedingt notwendig, um beispielsweise im politischen Entscheidungsprozess die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass die Konsequenzen von Fehlentscheidungen nicht sozialisiert werden.

Damit ist gemeint, dass ein Schaden nicht durch den Verursacher getragen wird, sondern durch jemand anderen, wie beispielsweise den Staat oder die Gemeinschaft. Aktuelles Beispiel ist die Finanzmarktkrise, die durch Fehlentscheidungen diverser Bankmanager ausgelöst worden ist, aber durch die Staaten und damit durch die Steuerzahler getragen werden musste.

KJ: Was erwarten Sie von Ihrem ersten Semester an der FH Kiel?

JHM: Ich freue mich schon sehr auf die Studierenden, die neuen Kolleginnen und Kollegen und das neue Umfeld. Darüber hinaus erwarte ich aber auch eine Menge Arbeit! Wie jeder junge Professor kann ich zwar auf ein großes Repertoire an Vorlesungsmaterialien aus dem Kollegium und meinem Freundeskreis zugreifen, trotzdem müssen diese Unterlagen natürlich an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Keine Vorlesung kann einfach „übernommen“ werden. Deshalb werde ich wohl in den nächsten Monaten eine Menge neuer Powerpoints erstellen müssen.

Kurzbiografie

seit 1. Juli 2010 Professor für Kostenmanagement an der Fachhochschule Kiel

2002 - 2010 Unternehmensberater bei verschiedenen Unternehmensberatungsgesellschaften, u. a. bei Ernst & Young  

2003 - 2007 Promotion an der Universität Bremen, Dissertationsthema: „Zur Behandlung von Versicherungsunternehmen und Versicherungsverträgen in der Bewertungstheorie“
 
1998 – 2002 Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg

1995 – 1998 Ausbildung zum Bankkaufmann, Kreissparkasse Pinneberg




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  Diese Seite wurde zuletzt am  03.04.2018  aktualisiert