„Der Fachbereich Agrarwirtschaft der FH Kiel ist deutschlandweit die erste Adresse.“

Kiel, 09.09.2010

„Der Fachbereich Agrarwirtschaft der FH Kiel ist deutschlandweit die erste Adresse“, sagt Prof. Dr. Holger Thiele. Und so hat er nicht lange überlegt, als er den Ruf als Professor für Agrarökonomie hierher erhielt. Denn Herausforderungen sind in seinen Augen große Chancen…

KJ (Katja Jantz): Warum haben Sie sich für die FH Kiel entschieden?

HT (Holger Thiele): In der Entscheidung für den Hochschultyp Fachhochschule sehe ich die besten Möglichkeiten, meine praktischen Erfahrungen in der Politik- und Unternehmensberatung und im Bereich der angewandten Forschung an Studierende weiterzugeben. Der Fachbereich Agrarwirtschaft der FH Kiel ist deutschlandweit die erste Adresse. Erhält man einen Ruf dorthin, überlegt man nicht zweimal. Erst vor zwei Monaten schnitt die FH Kiel in einem bundesweiten Ranking der Agrarbereiche aller Universitäten und Fachhochschulen als bester Standort ab und lag in allen Disziplinen auf dem ersten Rang.

KJ: Wo liegt der Schwerpunkt Ihrer bisherigen Tätigkeit?

HT: Bisher war ich Geschäftsführer des ife Informations- und Forschungszentrums für Ernährungswirtschaft im Wissenschaftspark Kiel. Haupttätigkeiten waren das Anschieben und das Management innovativer Forschungsprojekte, die Marktbeobachtung im Bereich der Ernährungswirtschaft sowie die Gutachtertätigkeit für Politik und Unternehmen. Auch vorher schon, als Leiter des Ökonomieinstituts der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel, lagen meine Schwerpunkte im Bereich der Politikberatung der Bundesregierung und der dazu notwendigen angewandten Forschung.

Holger Thiele
Analysiert Klimaschutz- und Gentechnikmaßnahmen: Prof. Holger Thiele

KJ: Wie würden Sie einem Fachfremden Ihr Arbeitsgebiet erklären?

HT: Mein Arbeitsgebiet ist die Agrarökonomie. Dazu gehören Vorlesungen und Projekte in den Bereichen Agrar- und Umweltpolitik, Ökonomie der Milchwirtschaft, Marktlehre und internationale Märke. Ich beschäftige mich damit, wie sich wirtschafts- und umweltpolitische Maßnahmen auf die Unternehmen in der Agrarwirtschaft auswirken. Die Tücken stecken oft in Details und häufig sind es komplexe Marktzusammenhänge, die gleichzeitig betrachtet werden müssen.

Letztendlich geht es darum, dass sich die agrarwirtschaftlichen Unternehmen optimal auf diese Rahmenbedingungen einstellen und keine falschen Erwartungen haben. Auch ergeben sich durch neue Rahmendaten viele Innovationsmöglichkeiten.

Die Studierenden sollen dabei in die Lage versetzt werden, diese Zusammenhänge schnell zu strukturieren und optimale Handlungsstrategien abzuleiten. Analysiert werden z. B. geplante Klimaschutz- und Gentechnikmaßnahmen ebenso wie die Investitionsförderung und die strategische Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette der Lebensmittel.

KJ: Was wollen Sie den Studierenden vermitteln?

HT: Ich möchte einen Beitrag dazu leisten, dass die Studierenden die weiter steigenden Herausforderungen als Betriebsleiterin und Betriebsleiter oder als Führungsperson in der Wertschöpfungskette der Lebensmittel meistern können. Sie sollen Herausforderungen auch als große Chancen begreifen. Insbesondere die Wertschöpfungskette für Agrarprodukte befindet sich in einem enormen Wandel: Die Agrarwirtschaft muss sich den neuen Anforderungen der Gesellschaft an die Art der Lebensmittelerzeugung stellen, die Agrarpreise schwanken stärker während sich gleichzeitig die Politik aus dem Agrarmarkt zurückzieht. In Zukunft kommt es noch mehr als in der Vergangenheit auf besseres Know-how, auf Unternehmergeist und soziale Verantwortung an.

KJ: Warum haben Sie Ihr Studium gewählt?

HT: Ich fand den gesamten Bereich der Agrarwirtschaft und Lebensmittelerzeugung schon als Schüler spannend. Meine Eltern sind Industriekaufleute und sahen früher im Agrar- und Ernährungssektor nur bedingt eine positive Zukunft. Diese Sichtweise hat sich mittlerweile grundlegend geändert. Denn viele große wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen unserer Zeit sind Themen der Agrarwirtschaft und werden unser aller Leben in der Zukunft deutlich beeinflussen: Denken Sie nur an die aktuellen Diskussionen zu Erneuerbaren Energien, zum Klimawandel, zur Gentechnik in Lebensmitteln, zur Zunahme der Spekulationen bei Lebensmitteln, zu Armut durch Unterernährung in Entwicklungsländern und zu den Milchpreisen hier im Lande.

KJ: Was verbinden Sie mit Kiel?

HT: Kiel ist der Wohnsitz meiner Familie. Unsere Kinder, meine Frau und ich fühlen uns hier schon seit vielen Jahren sehr wohl. Die Nähe zum Wasser genießen wir insbesondere im Sommer. Von unserer Haustür bis zum Falkensteiner Strand sind es ca. 15 Minuten Autofahrt. Dies ist ein Privileg, das wir aufgrund von Zeitmangel leider zu selten nutzen. Auch mein zukünftiger Arbeitsweg von Kiel nach Rendsburg, Sitz des Fachbereichs Agrarwirtschaft, ist angenehm. Man fährt 25 Minuten durch eine weite schöne Landschaft mit Getreide-, Raps- und Maisfeldern bis man in Osterrönfeld landet. Von meinem neuen Büro aus habe ich einen tollen Blick auf den Nord-Ostsee-Kanal.

KJ: Was erwarten Sie von Ihrem ersten Semester an der FH Kiel?

HT: Insgesamt sind mehrere Vorlesungen inhaltlich vor- und nachzubereiten. Wichtig ist, den Studentinnen und Studenten gute Unterlagen an die Hand zu geben. Dies sehe ich als eine Voraussetzung für die engagierte Mitarbeit seitens der Studierenden.

Die Kolleginnen und Kollegen habe ich schon im Juli bei meinem Einstand kennengelernt. Es herrscht eine sehr angenehme Atmosphäre. Auch aus dieser Sicht freue ich mich auf den Semesterbeginn. Ich gehe davon aus, dass diese positive Grundstimmung in den Gremien ebenfalls vorhanden ist. Das erleichtert Entscheidungen, z. B. auch in den zwei Gremien im Bereich Forschung und Entwicklung, in die ich zukünftig eingebunden bin.

Kurzbiographie

seit Juli 2010 Professor für Agrarökonomie mit Schwerpunkt Agrarpolitik an der FH Kiel

seit 2009 Geschäftsführer des ife Informations- und Forschungszentrums für Ernährungswirtschaft, Wissenschaftspark Kiel

2003 - 2008 geschäftsführender Leiter des Instituts für Ökonomie der Ernährungswirtschaft, Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel Kiel

2000 - 2002 Vertretung der Professur für Agrarpolitik an der Technischen Universität München

1992 - 2000 Promotion, Zweitstudium, Wissenschaftlicher Assistent an Universitäten in Kiel, Gießen und an der School of Economics der University of New England (Australien)




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  Diese Seite wurde zuletzt am  03.04.2018  aktualisiert