"Setze Deine begrenzten Mittel so ein, dass daraus möglichst viel Gutes wird.“

Kiel, 13.09.2011

„Setze Deine begrenzten Mittel so ein, dass daraus möglichst viel Gutes wird.“ Diesen und weitere wichtige Aspekte der Volkswirtschaftslehre vermittelt Prof. Dr. Ruth Boerckel-Rominger seit dem 1. September 2011 Studierenden des Fachbereichs Wirtschaft.
Ruth Boerckel-Rominger
Hat sich mit VWL genau richtig entschieden: Prof. Dr. Ruth Boerckel-Rominger

KJ (Katja Jantz): Wie kam es zu Ihrer Entscheidung, Volkswirtschaftslehre zu studieren?

RBR (Ruth Boerckel-Rominger): Mir haben damals Gespräche mit Lehrerinnen und Lehrern sowie Ratschläge von älteren Freunden geholfen, mich in der Vielfalt der Möglichkeiten zu orientieren, die sich auch einem Menschen ohne handwerkliche oder künstlerische Begabungen bieten.

Vom Studium der Volkswirtschaftslehre erhoffte ich mir dann, Fertigkeiten im Umgang mit einem Werkzeugkoffer des Denkens und Problemlösens zu erlernen, die sich in vielfältigen beruflichen Bereichen einsetzen lassen. Rückblickend hat dies funktioniert und war für mich genau die richtige Entscheidung.

KJ: Wie würden Sie einem Fachfremden Ihr Arbeitsgebiet erklären?

RBR: Haben Sie viel oder wenig Zeit? Wenn Sie viel Zeit haben, kommen Sie doch gerne mal in meine erste Vorlesung. Wenn Sie, wie jetzt, wenig Zeit haben, dann muss vorerst das folgende genügen und hoffentlich Neugier auf mehr wecken: In der Volkswirtschaftslehre geht es um ökonomisches Denken und Handeln.

Auf der einzelwirtschaftlichen („Mikro“-) Ebene heißt das: Setze Deine begrenzten Mittel so ein, dass daraus möglichst viel Gutes wird. Was mit „Gutes“ gemeint ist? Es ist ein Platzhalter für wahlweise ein Wohlgefühl, Zensuren, eine Torte, den Ernteertrag eines Landwirtes, den Listenplatz im Hochschulranking – eine Aufzählung, die sich beliebig fortsetzen lässt.

Auf der gesamtwirtschaftlichen („Makro“-) Ebene untersucht die Volkswirtschaftslehre etwa, wie das Zusammenspiel der unzähligen einzelwirtschaftlichen Entscheidungen funktioniert – oder eben nicht –, und was der Staat dazu tun kann - oder besser lassen sollte.

KJ: Wo liegt der Schwerpunkt Ihrer bisherigen Tätigkeiten?

RBR: Nach ein paar Jahren als Geschäfts- und Firmenkundenbetreuerin in einer Münchner Großbank habe ich an der Universität Mannheim im Bereich Geldpolitik promoviert. In den vergangenen Jahren war ich als Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Nürtingen-Geislingen tätig. Dort habe ich in der Lehre schwerpunktmäßig Mikroökonomik und Weltwirtschaft vertreten.

Daneben war ich zuständig für die internationalen Hochschulkontakte des Studiengangs VWL und die Betreuung der Studierenden, die ein Auslandsstudiensemester absolvierten.

KJ: Warum haben Sie sich bei Ihrem Wechsel für die FH Kiel entschieden?

RBR: Neben beruflichen Überlegungen haben hier persönliche Gründe eine wichtige Rolle gespielt. Ich verbinde mit Kiel offene Menschen in einer Region mit frischem Wind, weißen Segeln, feinem Sand, großen Schiffen, die in aller Herren Länder fahren. Kiel ist außerdem Stadt, an deren Ufern ich meine Kinder gerne aufwachsen sehen möchte, und in der eine Fachhochschule gut aufgehoben ist.

Ich begegne meinem neuen Lebens- und Arbeitsumfeld hier mit Schwung und freudiger Neugier und habe schon nach wenigen Wochen das gute Gefühl angekommen zu sein.

KJ: Was wollen Sie den Studierenden an der FH Kiel vermitteln?

RBR: Die Fähigkeit zu ökonomischem Denken, das sie in ihrem Berufsalltag und in ihrem privaten Leben zu ihrem und zum Wohle anderer nutzen können. Es ist mir wichtig, ihnen verständlich zu machen, dass nicht die sogenannte Ökonomisierung des Alltags an sich schädlich ist, sondern die falsche Einschätzung der Nebenbedingungen – und vor allem fehlende oder unausgereifte Überlegungen zu persönlichen Zielen und Werten.

KJ: Was erwarten Sie von Ihrem ersten Semester?

RBR: Ich erhoffe mir im freundlichen Kollegium des Fachbereichs Wirtschaft einen guten Start, und dass sich ein nicht unansehnlicher Teil meiner Wünsche erfüllt. Vor allem aber werde ich mich darum bemühen, dass sich ein ansehnlicher Teil der Erwartungen und Hoffnungen „meiner“ Studierenden erfüllt.

Kurzbiographie

seit 1. September 2011 Professorin für „Volkswirtschaftslehre und International Economics“ an der FH Kiel

2004 – 2011 Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) Nürtingen-Geislingen

2000 – 2004 Lehraufträge an der HfWU Nürtingen-Geislingen und für die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie VWA München

1996 – 2001 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Mannheim / Promotion

1992 – 1996 Geschäfts- und Firmenkundenbetreuerin bei der Hypobank München

1986 – 1992 Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Tübingen




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  Diese Seite wurde zuletzt am  12.01.2018  aktualisiert