"Die Lebensrealitäten von Mädchen und Jungen sind von Geburt an vielfältig",

Kiel, 14.11.2011

weiß Prof. Dr. Sylvia Kägi vom Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit. Als ausgebildete Erzieherin und studierte Erziehungswissenschaftlerin hat sie sich bereits in verschiedenen Feldern der Sozialen Arbeit engagiert. Verknüpft mit wissenschaftlichen Erkenntnissen möchte die neue Professorin für „Pädagogik der Kindheit“ diese Erfahrungen an ihre Studierenden weitergeben.

KJ (Katja Jantz): Warum haben Sie sich für ein Lehramtsstudium mit der Fachrichtung Sozialpädagogik entschieden?

SK (Sylvia Kägi): Themen der Pädagogik der Kindheit prägen meinen gesamten bisherigen Lebens- bzw. Berufsweg. Das Studium war ein Baustein darin.

KJ: Wo liegt der Schwerpunkt Ihrer bisherigen Tätigkeiten?

SK: Ich habe u.a. Kindertageseinrichtungen auf dem Weg zu Familienzentren wissenschaftlich begleitet und mich mit didaktischen Fragen wie dem Forschenden Lernen beschäftigt. Mein weiteres großes Forschungsthema sind die (psycho)sexuellen Bildungsprozesse bei Mädchen und Jungen. Dabei geht es um gelingende Identitätsentwicklungen, die ohne Körperlichkeit und Sexualität nicht zu denken sind. Sexualität hat grundsätzlich verschiedene Ausdrucksformen, wie zum Beispiel Zärtlichkeit, Sinnlichkeit, Lust, Geborgenheit oder das Bedürfnis nach Fürsorge und Liebe.

KJ: Wie würden Sie einem Fachfremden Ihr Arbeitsgebiet erklären?

SK: Die Lebensrealitäten von Mädchen und Jungen sind von Geburt an vielfältig; ihre Themen sind Armut, Migrationshintergründe, vielfältige Familienkonstruktionen, Bildungszugänge und Bildungsängste. In diesen Kontexten eignen sich Kinder ihre Welt an – neugierig, aktiv, kompetent und auf vielfältige Weise. Sie nehmen ihre Welt mit all ihren sich ausdifferenzierenden Sinnen wahr. Mit Hilfe ihrer sozialen, emotionalen und kognitiven Fähigkeiten tauschen sie sich vom ersten Tag an mit anderen Menschen aus und setzen sich mit ihnen auseinander.

Es bedarf vielfältigen Wissens und einen forschenden Zugang, um Kinder auf diesem Weg begleiten und fördern zu können.

KJ: Warum haben Sie sich für die FH Kiel entschieden?

SK: Weil ich hier die Möglichkeit habe, eine herausfordernde Professur anzutreten!  

KJ: Was wollen Sie den Studierenden vermitteln?  

SK: Die Begeisterung für Forschendes Lernen! Fundament dieses Lernens ist eine enge Verbindung von Praxiserfahrung und wissenschaftlichen Theorien. So können die Studierenden zu einer kritischen Haltung gelangen, die es ihnen ermöglicht, die Lebenswelten von Mädchen und Jungen professionell zu gestalten und zu begleiten.

KJ: Was erwarten Sie von Ihrem ersten Semester an der FH Kiel?

SK: Vielfältige Begegnungen und Herausforderungen.

Kurzbiographie  

Berufspraxis in Feldern der Sozialen Arbeit  

Mitglied des kommissarischen Sprecherteams „Studiengangstag Pädagogik der Kindheit“  

seit Oktober 2011 Professorin für „Pädagogik der Kindheit“ am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Fachhochschule Kiel  

zuvor Professorin für „Pädagogik der Kindheit“ und Studiengangsleiterin an der EH Ludwigsburg  

2006 Promotion an der Universität Bremen, Thema: Subjektbildung im Spannungsfeld von Lebenswelt, Ökonomie, Sozialwelt und Politik sowie deren Realisierung in der Erzieherinnenausbildung  

1996 - 2002 Lehramtsstudium an Berufsbildenden Schulen, Fachrichtung Sozialpädagogik, Zweitfach Deutsch an der Universität Lüneburg  

1988 - 1991 Ausbildung zur Erzieherin

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