99 Sekunden über Likes und Leidenschaft

Drehort Fastfoodrestaurant: Hier entstand eine entscheidene Szene für den Beitrag.

Fünf Studierende des ersten Semesters Multimedia Production an der Fachhochschule Kiel haben sich mit ihrem Kurzfilm „Von Likes und Leidenschaft“ beim diesjährigen 99Fire-Films-Award beworben. Der Wettbewerb ruft Filminteressierte – vom absoluten Anfänger bis zum Profi – dazu auf, einen 99 Sekunden langen Film zu konzipieren, zu drehen und zu schneiden. Die Hürde dabei: Die Teilnehmer haben dafür nur 99 Stunden Zeit. Der Startschuss fiel am 1. Februar um 10 Uhr. Bis zum 5. Februar um 13 Uhr musste der fertige Film eingereicht sein.

Die Teilnahme läuft wie folgt ab: Jedes Jahr wird der Award unter ein bestimmtes Thema gestellt, welches jedoch erst zu Beginn der Produktionsphase bekannt gegeben wird. In diesem Jahr hieß es „Ich liebe es“. Da Mc Donald’s den Wettbewerb sponsert, war eine weitere Bedingung für die Teilnehmer, entweder ein Produkt des Fastfoodhändlers, oder einen Lieblingsmoment mit der Burgerkette in dem Kurzfilm darzustellen.

Carlos Viering ist schon länger in der Filmbranche aktiv und verfolgte den Wettbewerb bereits in den vergangenen beiden Jahren. Bisher hatte sich jedoch nicht die Möglichkeit ergeben, mit einem Team an den Start zu gehen. Als er im Herbst 2017 sein Studium an der Fachhochschule Kiel begonnen hatte, fand er dann in Christin Rimbach, Marlena Saggau, Lena Sonnefeld und Jonas Werner Kommilitonen, die sich ebenso für eine Teilnahme an dem 99Fire-Films-Award begeistern konnten. Die größte Herausforderung für die Teammitglieder stellte die Ideenfindung dar: So hatten sie zunächst eine ganz andere Vorstellung von ihrem Kurzfilm, warfen diese jedoch kurzerhand wieder über Bord, um schließlich zu der endgültigen Idee ihres Kurzfilmes zu gelangen: das Leben einer Jugendlichen unter dem Druck, in den sozialen Medien ein perfektes Leben darzustellen. Hierbei haben die Macher auch eine Botschaft für die Zuschauer ihres Filmes versteckt: Es sei alles mehr Schein als Sein, was sich heutzutage auf Instagram und Co. abspielt. Daher beschlossen die fünf Studierenden, mit beiden Händen in die Klischee-Schublade zu greifen und ihre Story auf eine etwas überspitzte und unterhaltsame Art und Weise zu erzählen.

Aber auch während der Dreharbeiten gab es den einen oder anderen lustigen Moment, der den Studierenden in Erinnerung geblieben ist. Lena kann sich zum Beispiel noch gut an den Dreh am frühen Morgen im Fitnessstudio erinnern: „Das war schon etwas merkwürdig.“ Und Carlos ergänzt: „Ich fand es auch ziemlich sonderbar, dass morgens um halb sieben so viele Leute im Fitnessstudio rumlaufen.“ Marlena denkt auch gerne an den Dreh im Fastfoodrestaurant zurück: Ausgerüstet mit dem gesamten Kameraequipment und einem großen Stück Pappe, um Wind zu erzeugen, haben sie wohl für ein reges Schmunzeln unter den übrigen Gästen gesorgt. „Wir haben diese Szene wirklich oft gedreht. Ich hatte nachher nur noch einen ganz matschigen Burger in der Hand. Das war nicht mehr schön!“, sagt Lena und lacht.

Das Gefühl, unter den ersten 99 Plätzen des Publikumsvotings zu sein, beschreiben die Multimedia Producer als sehr aufregend. Damit hatten sie nicht gerechnet, da unter anderen auch komplette Filmteams von professionellen Produktionsfirmen am Wettbewerb teilnehmen. Umso mehr freuen sie sich nun über den Erfolg ihres Kurzfilmes. Dass sie in diesem Jahr in einer der vier Kategorien – Best Film, Best Camera, Best Idea oder Public Voting – gewinnen, daran glauben die Teammitglieder allerdings nicht, dafür sei die Konkurrenz zu stark. 2019 möchten sie jedoch erneut an den Start gehen. „Und dann holen wir den Award“, sagt Marlena mit einem Augenzwinkern.

Bente Wunder

Für ihren Film haben die Studierenden etliche Perspektiven eingefangen.

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