Unter Strom durch Schleswig-Holstein

Erlebnisberichte zur Nordeuropäischen E-Mobil Rallye 2016

Vier Studenten der Fachhochschule Kiel machten mit, bei der 6. Nordeuropäischen E-Mobil Rallye vom 10. bis zum 12. Juni 2016, und sie brachten nicht nur elf Pokale mit, sondern auch vier Erlebnisberichte

Mit diesen beiden Elektroautos vom Typ Peugeot IoN war die FH Kiel an der Rallye beteiligt.

Mit diesen beiden Elektroautos vom Typ Peugeot IoN war die FH Kiel an der Rallye beteiligt.

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Migen Bebeti (links) und Guido Daun

Guido Daun und Migen Bebeti, Fahrer und Beifahrer im Team #1

Vom 10. bis zum 12.06.2016 fand die 6. Nordeuropäische E-Mobil Rallye in Schleswig-Holstein statt, bei der die FH Kiel wieder mit zwei Teams an den an den Start ging. Das erste Team besetzten Guido Daun und Migen Bebeti, das zweite Team setzte sich aus Dennis Kleebach und Julian Doughan zusammen. Die gesamte Strecke von mehr als 400 km wurde in unterschiedlichen Etappen mit verschieden Geschicklichkeitsprüfungen und Orientierungsfahrten geteilt. Am Freitagnachmittag fuhren die Teams zur Anmeldung und technischen Abnahme zum Schwedenkai des Port of Kiel. Nach den Formalitäten ging es weiter zum Fahrer-/Beifahrerlehrgang wo die Einzelheiten der nächsten zwei Tagen geklärt wurden.

Am Samstagmorgen um 9:01 Uhr startete der erste Wagen des Feldes, danach ging es im Minutenabstand nach Startnummer weiter. Zum Teil durch Städte und Dörfer aber auch über kleine Feldwege ging es nach Schleswig, wo das Team#1 der FH Kiel mit geringer Restreichweite von nur 2 km an der Ladestation ankam. Da die Etappen zu den Ladepausen sehr knapp bemessen waren wurde das Zittern des Teams #1 mit jedem gefahrenen Kilometer immer größer, zumal der Peugeot IoN anscheinend ein kleines Problem mit der Akkukapazität hatte.

Tacho

Ende der Etappe. Tacho und Ladung auf Null

Die zweite Etappe der Rallye führte uns nach Enge Sande. Team #1 kam wieder mit leerem Akku an, Team #2 hingegen hatten noch ca. 20 km auf der Uhr und musste nicht so stark zittern. Bei der Abendveranstaltung auf dem Greentec Campus in Engen Sande wurde den Teilnehmer*Innen der Rimac Concept One vorgestellt, das stärkste Elektroauto der Welt mit 1088 PS und 1600 Nm. Und auch Raceyard von der FH Kiel hatte eine kleine Showeinlage vorbereitet. Danach gingen die Teilnehmer*Innen noch einmal die Route für den nächsten Tag durch und im Anschluss schlafen.

Am Sonntag führte uns die Route dann von Enge Sande nach Husum wo sich das Akkuproblem unseres Teams #1 extrem zeigte: Es hatte in Husum nur noch eine Reichweite von 35 km aber noch über 60 km zu fahren. Nach einer kurzen Suche im Internet und einem Telefonat mit dem Ladelogistikteam blieb „Fachhochschule Kiel 1“ nichts anderes übrig als sich mit dem normalen Ladegerät auf dem Messegelände in Husum innerhalb von 45 Minuten ein Paar Kilowatt extra zu holen, damit die Etappe zur nächsten Ladepause in Heide auch zu Ende gefahren werden kann. Diese außerplanmäßige Pause warf das Team in der Gesamtwertung etwas weiter nach hinten. Mit nicht ganz vollen Akku und sehr, sehr langsamer Fahrweise ging es von Heide weiter über Rendsburg nach Kiel wo Team #1 minutengenau und mit 0 km Reichweiter im Ziel ankam. Trotz der Probleme machten sich beide Teams gut bei dieser Rallye und belegten wieder einmal Platz 1 und 2 im Hochschulcup sowie gute Platzierungen und somit auch wieder fast ein Dutzend Pokale (11) in den Sonderwertungen.

Julian Doughan (links) und Dennis Kleebach

Julian Doughan (links) und Dennis Kleebach

Dennis Kleebach, Fahrer im Team #2

Bei der Nordeuropäischen E-Mobil Rallye 2016 kämpften sich rein elektrisch betriebene Fahrzeuge über 400 km Straße. Auf dieser Strecke warteten Herausforderungen für Fahrer und Beifahrer. Von Orientierungsprüfungen, die einen äußerst konzentrierten und engagierten Beifahrer verlangten, über kleine Rundkurse, die für beide eine spannende Aufgabe darstellten, war die Rallye abwechslungsreich und fordernd. Hinzu kam die omnipräsente Verantwortung energiesparend zu fahren, denn bei einer Etappenlänge, die ungefähr der Reichweite des Autos entspricht, sind keine großen Fehler erlaubt.

Die über ein Wochenende dauernde Rallye bot viele Eindrücke und Erfahrungen. Ich persönlich blicke sehr positiv darauf zurück. Zu den spaßigsten Erlebnissen zählten die Fahrten auf den Rundkursen, die zum Teil durch eine Messehalle führten oder mit fordernden Schikanen ausgestattet waren.

Über die enorme Strecke konnte man einen großen Teil Schleswig-Holsteins durchfahren und genießen, da man bei den Orientierungsfahren nicht auf Schnelligkeit angewiesen war, sondern energiesparend durch die Landschaft gleiten konnte.

Nicht alles war spaßig. Auch stressige Momente gab es. So war es zum Teil recht schwierig, die richtige Strecke zu finden. Man fand sich ab und zu zwischen Feldern wieder, auf einer Straße die man nicht kannte und man wusste nicht, wo man sich befand. Auch das Energiemanagement war eine große Herausforderung. So kam es vor, dass man am Ziel mit einer Restreichweite von 4 km, oder, bei anderen Teams, mit 0 km, ankam.

Aber auch die anderen Teams waren allesamt begeistert dabei. So konnte man viele nette Menschen kennenlernen.

Nichtsdestotrotz waren es tolle Erfahrungen und ich freue mich, sie erlebt haben zu dürfen. Man lernte das Land, das Auto und seinen Teampartner auf neue Art und Weise kennen.

Dafür bin ich der FH-Kiel sehr dankbar.

Eine solche Rallye kann ich jedem empfehlen.

Julian Doughan, Beifahrer im Team #2

Pokale

Um diese Pokale ging es bei der 6.
Nordeuropäischen E-Mobil Ralye

Freitag: Der letzte Tag vor dem Start der 6. Nordeuropäischen E-Mobil Rallye. Unser bislang völlig unerfahrenes Team versucht, die letzten Vorbereitungen zu treffen, bevor die technische Abnahme des kleinen Peugeot Ion beginnt. Im Anschluss findet noch eine Beifahrer*Innen Schulung statt, um Rallyeneulinge mit den Eigenschaften des Roadbooks vertraut zu machen. Dass die wahren Kniffe erst entdeckt werden wollen, erfahren wir über die folgenden Tage zur Genüge. Beispielsweise habe ich an diesem Wochenende gelernt, mich nicht an anderen Teams/Menschen zu orientieren, sondern unseren eigenen Weg zu finden.

Sonnanbend: Am Tag des Starts blickt man morgens in viele müde Gesichter. Nicht alle hatten den Vorteil, in ihrer Heimatstadt an den Start zu gehen, wahrscheinlich die wenigsten. Es sind Teams aus vielen Teilen Deutschlands an den Start gegangen. Aber auch dänische Teams, Schweizer und sogar ein Team aus China haben es bis nach Kiel geschafft. Die vielen unterschiedlichen aber durchweg sympathischen Menschen haben dazu beigetragen, dieses Wochenende unvergesslich zu machen. Unvergesslich ist dieses Wochenende aber hauptsächlich wegen der vielen neuen Erfahrungen die wir an diesen Tage sammeln durften und wegen der Tatsache, dass uns die Strecke der Rallye an vielen der schönsten Orte Schleswig-Holsteins entlang gelotst hat.

Zwar waren die Aufgaben der Rallye stellenweise kräftezehrend und haben uns ständige Konzentration abverlangt, jedoch sollte sich dies in den Resultaten bezahlt machen.

Vielen Dank für dieses tolle Wochenende sowohl an die Organisator*Innen, Helfer*Innen und

Logistiker*Innen, genauso wie an unsere Sponsoren und der FH Kiel.

 

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