Konkrete Ziele 2021-2027

1. Mobilität und grenzüberschreitende Kooperation

a) Formulierung studiengangspezifischer Ziele

Jeder Studiengang ist anders. Genauso vielfältig wie die Studienangebote an unserer Hochschule ist die Motivation, ins Ausland zu gehen. Trotzdem gibt es wiederkehrende Vorlieben, Hinderungsgründe, Hoffnungen und Fragestellungen. Bieten ausländische Partnerhochschulen Schwerpunkte, die in Kiel nicht gelehrt werden und eigene Kompetenzen sinnvoll ergänzen? Soll eine bestimmte Sprache erlernt und eine Kultur entdeckt werden? Verbessern sich die Karrierechancen nach einem Auslandsaufenthalt? Gibt es spezielle Mobilitätsfenster? Die Fachbereiche skizzieren für jeden Studiengang kurz eine passende Zielsetzung, die darlegt, welche Partnerschaften wo und warum angestrebt werden. Die Zielsetzungen und Auslandskontakte werden für jeden Studiengang im Rahmen der Qualifikationsziele in den Prüfungsordnungen erstellt und sind Teil der internen (Re-)Akkreditierung von Studiengängen. Austauschprogramme im Rahmen des Erasmus- Programms – darunter die Angebote der Deutsch-Französischen Hochschule – werden priorisiert.

b) Überprüfung bestehender und neuer Partnerschaften

In den letzten Jahren haben sich viele Hochschulpartnerschaften etabliert, neue Kooperationen sind hinzugekommen. Ausgehend von den studiengangsspezfischen Zielen überprüfen die Fachbereiche kritisch, ob die Partnerschaft den fachlichen und organisatorischen Maßstäben gem. Ziffer c.) noch entspricht. Das IO wird hierüber in Kenntnis gesetzt und das weitere Vorgehen wird gemeinsam verabredet. Das ZSIK kann beratend hinzugezogen werden. Generell gilt: die Qualität der Kooperation erhält Vorrang vor Quantität. Lebendige Verbindungen ins Ausland, die rege von Studierenden und Lehrenden genutzt werden, sind sinnvoller als Partnerschaften, die kaum gelebt werden. Das bedeutet, dass etablierte, intensive und auch studiengangsübergreifende Kooperationen identifiziert (und ggf. als Premiumpartnerschaften benannt) und ausgebaut werden, während andere Partnerschaften, die diesen Qualitätskriterien nicht entsprechen, auslaufen.

c) Anbahnung und Abschluss neuer Partnerschaften

Bei der Anbahnung neuer Partnerschaften sollen folgende Kriterien berücksichtigt werden:

  1. Es besteht ein beidseitiges Interesse am Austausch aller Hochschulmitglieder, insbesondere der Studierenden (Incoming und Outgoing).
  2. Die Partnerschaft ermöglicht einen berufspraktischen und/oder fachlichen Mehrwert für unsere Studierenden.
  3. Die Partnerhochschule garantiert ein sicheres Umfeld und verfügt über eine ausgeprägte Willkommenskultur.
  4. Die Lehre an der Partnerhochschule weist ein Bildungsniveau nach dem europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) auf, das dem der FH Kiel entspricht (Level 6 und 7).
  5. Auf beiden Seiten besteht die Absicht, fachbereichsübergreifend zu kooperieren.

Die Fachbereiche teilen dem IO ihre inhaltliche Bewertung in geeigneter Form mit. Generell gilt: Das Gesamtangebot der Auslandsplätze entspricht der Nachfrage – alle Studierenden, die ins Ausland gehen wollen, sollen auch einen Platz erhalten.

d) Erhöhung des Austausches von Mitarbeitenden und der Anzahl der Gastprofessuren

Oftmals gilt hier die Regel: „students follow staff“. Die Fachbereiche schaffen daher Anreize, damit Dozierende Partnerhochschulen im Ausland besuchen und dort im Rahmen der Erasmus-Förderung von Hochschulpersonal (staff mobility) lehren oder Fort- und Weiterbildungsangebote besuchen. Die Interdisziplinären Wochen bieten hierfür ein ideales Zeitfenster. Dozierende werden ausdrücklich ermuntert, auch längere Auslandssemester im Rahmen von Freisemestern in Erwägung zu ziehen. Gastprofessuren und Austauschdozenturen für ein bis zwei Semester sind ein probates Mittel, um die Internationalisierung zu fördern. Jeder Fachbereich besetzt im Zeitraum 2021-2023 mindestens eine zeitlich begrenzte Auslandsgastprofessur, das ZSIK eine Gastdozentur. Abstimmungsbesuche der Verwaltung helfen, Barrieren abzubauen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen.

e) Doppelabschlüsse

Doppelabschlussabkommen tragen wesentlich zur Attraktivität von Austauschprogrammen und Kooperationen bei. Sie bieten Studierenden die Möglichkeit, mit dem Auslandsaufenthalt auch einen besonderen Studienabschluss zu erwerben. Bestehende Abkommen sollen gepflegt und weiterentwickelt werden, neue Abschlüsse sollen hinzukommen. Alle Fachbereiche werden ermuntert und unterstützt, Studierenden die Möglichkeit eines Doppelabschlusses zu bieten. Jeder Fachbereich soll mindestens ein Doppelabschlussabkommen mit einer seiner Erasmus-Partnerhochschulen abschließen.

f) Steigerung der Anzahl der Outgoings und Incomings

Die Fachhochschule Kiel beabsichtigt, die Zahl der Outgoings und Incomings in allen Fachbereichen sukzessive zu erhöhen. Sinnvoll ist ein ausgewogenes Verhältnis der Mobilitäten (Incomings – Outgoings). Hochschulweit einheitliche „Personenvergütungen“ für Incomings und Outgoings schaffen ein positives Anreizsystem – sie ersetzen die bisher üblichen Kennzahlen in den Zielvereinbarungen. Neben längeren Austauschprogrammen fördert die FH Kiel die Mobilitätsbereitschaft von Hochschulangehörigen auch über fachbezogene Kurzzeitaufenthalte im Ausland.

g) Förderung von internationalen Projekten und Berufstätigkeit

Die Fachbereiche und das International Office fördern die Teilnahme von Studierenden und Forschenden an internationalen Projekten im Sinne der angewandten Forschung und Lehre. Die Akquise von internationalen Drittmitteln und die Teilnahme an grenzüberschreitenden Forschungsprojekten wird ausdrücklich begrüßt und unterstützt.

h) Digitalisierung von Verwaltung

Die Fachhochschule Kiel nutzt digitale Verwaltungsprogramme für das Management von Austauschprogrammen.

„Die Fachhochschule Kiel beabsichtigt, die Zahl der Outgoings und Incomings in allen Fachbereichen sukzessive zu erhöhen.“ Prof. Dr. Björn Christensen, Präsident

2. Internationalisierung@Home (I@H)

a) Erhöhung des fremdsprachigen Lehrangebots an fachspezifischen Modulen

Fremdsprachige Lehre stärkt die Sprachkompetenz der Studierenden und führt zu mehr Selbstsicherheit. Insbesondere englischsprachige Modulinhalte können die Motivation für einen Auslandsaufenthalt steigern und die Internationalität der nicht-mobilen Studierenden erhöhen. Gleichzeitig stärken fremdsprachige Angebote die Incoming-Mobilität von Austauschstudierenden, die über keine oder nur grundlegende Deutschkenntnisse verfügen. Neben Wahlmodulen und Veranstaltungen während der Interdisziplinären Wochen ist es möglich, auch Teile von Fachmodulen wahlweise fremdsprachig anzubieten. Die Fachbereiche prüfen, inwiefern englischsprachige Schwerpunkte (Minorprogramme) und fachbezogene Kurzzeitangebote (z.B. Summer Schools, Short Programmes, Intensivprogramme) eine sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Internationalisierungsmaßnahmen darstellen können. Ziel ist, dass alle Fachbereiche sowie das Institut für Bauwesen im Rahmen eines dauerhaften und regelmäßigen Modulangebots mindestens 30 LP auf Englisch anbieten. Kleinere Fachbereiche, die dieses Ziel kurz- oder mittelfristig nicht erreichen können, steigern das englischsprachige Lehrangebot in geringerem Umfang. Insbesondere der Einsatz von Lehrenden von Partnerhochschulen (siehe 1d) ist sinnvoll, da Studierende neben der Zielsprache auch noch persönliche Verbindungen knüpfen und etwaige Ansprechpartner:innen kennenlernen können. Im Rahmen von Weiterbildungsmaßnahmen bietet das ZSIK in Absprache mit dem Präsidium auch Sprachkurse für Beschäftigte der FH Kiel an. Gegenüber Studienprogrammen, in denen ausschließlich auf Englisch gelehrt wird, haben bilinguale Angebote Vorrang. Sie wirken integrationsfördernd und kombinieren eine internationale Ausrichtung mit den notwendigen Anforderungen der mittelständisch geprägten Arbeitswelt in Deutschland. Bilinguale Studienangebote ermöglichen es Absolvent:innen sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch innerhalb eines professionell-fachlichen sowie gesellschaftlich-kulturellen Umfeldes sicher zu kommunizieren.

b) Internationale Lehrinhalte

Gute Lehre und Forschung sind nicht auf die eigene Stadt oder das eigene Land begrenzt. Auch lassen sich Zukunftsprobleme und Herausforderungen meist nur im europäischen oder globalen Kontext lösen. Daher sollen die Lehrinhalte mit internationalem Fokus erhöht werden. Neben einer internationalen Themenauswahl bieten diesbezüglich Literaturlisten und Quellen zahlreiche Möglichkeiten. So nehmen beispielsweise englischsprachige Publikationen weltweit eine herausragende Stellung in der Wissenschaft ein. In fast allen Fächern ist Englisch als Lingua franca Grundvoraussetzung, um wichtige neue Erkenntnisse und Hypothesen zu rezipieren und mit anderen zu diskutieren. Englischsprachige Fachliteratur und Quellen sollten daher ein unverzichtbarer Teil von Lehre und Forschung sein – auch wenn die Lehrsprache Deutsch ist.

c) Verbesserung des administrativen und akademischen Betreuungsservice

Internationale Studierende in Kiel sind die besten Botschafter:innen für unsere Hochschule im Ausland. Wenn sie erfolgreich sind, gibt es zahlreiche positive Folgeeffekte. Daher sollten internationale Studierende (Austauschstudierende und Degree-seeking-Studierende) durch einen Betreuungsservice des IO sowie der Fachbereiche unterstützt und gefördert werden (bsp. Mentoring-Programm durch Buddies). Die Fachbereiche informieren die internationalen Studierenden zuverlässig und rechtzeitig über Stundenpläne und Modulangebote. Sie berücksichtigen ihre Belange bei der Prüfungsplanung.

d) Fremdsprachen und interkulturelle Kompetenz

Die Fachhochschule Kiel bietet verschiedene Sprachen und Module zur interkulturellen Kompetenz mit Berufsbezug durch das ZSIK und ggf. Lehrende aus den Fachbereichen an. Eine Anrechnung von mindestens zehn Leistungspunkten ist im Rahmen interdisziplinärer Wahlmodule in allen Bachelorstudiengängen möglich. Höhere Anrechnungsquoten und zusätzliche Angebote werden ausdrücklich begrüßt. Das Angebot soll sich nach den bestehenden Auslandskontakten und den Interessen der Nutzer:innen richten. Neben den Aktivitäten für Studierende können das ZSIK, das ZLL, das IO und die:der Diversitätsbeauftragte Weiterbildungskurse für das akademische und nicht-akademische Personal zur Vermittlung von interkulturellen Kompetenzen anbieten.

e) Internationale Forschungskooperationen

Auslandskontakte bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Kooperation in Studium, Lehre und (angewandter) Forschung. Ziel ist das Eingehen und Durchführen internationaler Forschungskooperationen. Wesentliche Erfolgsmaße sind neben der Einwerbung von internationalen Drittmitteln auch die Steigerung der Sichtbarkeit der internationalen Forschung beispielsweise durch Konferenzbeiträge, Publikationen oder Patente. Hierbei unterstützen der:die Beauftragte für Technologie- und Wissenstransfer sowie die Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH und das IO.

f) Bereitstellung englischsprachiger Informationen

Dokumente, Veröffentlichungen und Formulare sind wichtige (und notwendige) Elemente eines Studiums. Als international agierende Hochschule, stellt die FH Kiel deswegen wichtige Unterlagen, Dokumente, Informationsmaterialien und Modulbeschreibungen auf Deutsch und Englisch zur Verfügung. Das gilt auch für relevante Informationen auf der Internetseite der Hochschule. Die Übertragung relevanter deutschsprachiger Materialien in die englische Sprache erfolgt aus Gründen der Einheitlichkeit und der Qualitätssicherung zentral durch das IO in Zusammenarbeit mit der Abteilung Marketing und Kommunikation.

g) Bessere Überleitung der Studienkollegsabsolvent:innen

Am Studienkolleg der FH Kiel können internationale Studienbewerber:innen die deutsche Hochschulzugangsberechtigung erlangen. Ziel ist die deutliche Erhöhung der Studienkollegsabsolvent:innen, die ein Studium an der FH Kiel aufnehmen können. Um den Kollegiat:innen einen möglichst fließenden Übergang vom Studienkolleg zur FH Kiel zu ermöglichen, werden Maßnahmen evaluiert, die den Kollegiat:innen den Weg an die FH künftig erleichtern.