Studierende der FH Kiel und Schüler*innen gestalten gemeinsam den Schulhof der Kleemannschulen

Created by Nele Becker

In der vergangenen Woche widmeten sich Studierende der FH Kiel und Schüler*innen der Kleemannschulen gemeinsam der nachhaltigen Umgestaltung des Schulgeländes. Das Lehr- und Lernprojekt unter dem Motto „New School“ verbindet Bildung für nachhaltige Entwicklung, Partizipation und Urban Gardening. In Kleingruppen bauten die Beteiligten an drei Vormittagen Sitzgelegenheiten, pflanzten Obstbäume und Blumen, legten eine Kräuterschnecke und Hochbeete an und verschönerten einen Pavillon sowie das Schulgebäude.

Schüler*innen und Studierende
Schüler*innen und Studierende verwandelten den Schulhof in eine Open-Air-Werkstatt. Foto: Becker

Initiiert haben das Projekt Prof. Dr. Melanie Groß vom Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der FH Kiel und der Schulleiter der Kleemannschulen Gerrit Hauck. „Ich habe schon mehrmals Urban-Gardening-Projekte umgesetzt, und auch Gerrit Haucks Begeisterung für Nachhaltigkeit ist bekannt. Die Zusammenarbeit kam 2019 über die Stadt Kiel zu Stande, nachdem die Kleemannschulen in die Wik umgezogen waren und sich aktiv in die Stadtteilentwicklung mit Perspektiven auf Nachhaltigkeit und Nachbarschaft eingebracht haben“, sagte Groß.

In der gemeinsamen Projektwoche lernten die Studierenden die Rolle als Projektverantwortliche kennen und konnten pädagogische Grundlagen in konkreten Situationen praktisch anwenden. Einige Studierende der Sozialen Arbeit hatten bereits im Vorfeld im Modul Erziehung und Bildung mit den Schüler*innen gesprochen, damit deren Wünsche und Bedarfe in die Schulhofgestaltung einfließen.

Studenten Ole Diercks und Daniel Terhorn mit Spaten und Pflanzen auf dem Rasen
Letzte Pflanzarbeiten führten Ole Diercks (links) und Daniel Terhorn gemeinsam durch. Foto: Becker

Die Umsetzung fand während der Interdisziplinären Wochen der FH Kiel statt – so brachten auch Studierende aus den anderen Fachbereichen wie Agrarwirtschaft, Medien sowie Informatik und Elektrotechnik ihre Expertise ein. „Eine besondere Herausforderung war es, alle mit ins Boot zu holen und die Gruppen zu koordinieren“, sagte Luca Wrage, Student der Sozialen Arbeit.

Die Schüler*innen erfuhren im Austausch mit den Studierenden, wie das Studierendenleben sein kann. „Durch die Interaktion mit den Studierenden bekommen die Schülerinnen und Schüler ein viel besseres Bild vom Studium als beispielsweise in einer Broschüre“, sagte Schulleiter Lutz Bentien. Zwei Klassen aus der elften Jahrgangsstufe der Kleemannschulen waren am Projekt beteiligt: eine aus der Berufsfachoberschule III und eine vom Beruflichen Gymnasium. „Wir haben bewusst die elfte Jahrgangsstufe gewählt, da diese Schülerinnen und Schüler noch zwei beziehungsweise drei Jahre etwas vom verschönerten Schulhof haben“, ergänzte Bentien.

Schüler*innen und Studierende schleifen Europaletten, um daraus Möbel zu bauen
Upgrade für die Sitzecke: Bevor die Paletten als Bänke zum Einsatz kommen, schleifen die Schüler*innen und Studierenden sie ab. Foto: Becker

Die Motivation war groß: „Wir bauen Bänke aus Paletten und erweitern damit eine Sitzecke unter dem Pavillon. Wenn wir Farbe organisieren können, streichen wir auch noch den Pavillon“, sagte Anna-Marie Büttner, Schülerin der Berufsfachschule und Mitglied des Teams Pavillon. „Das ist echt anstrengend, macht aber auch Spaß.“

Die ‚Moos-Gruppe‘ verschönerte die Wand am Eingangsbereich des Schulgebäudes mit Moos-Graffiti. „Eine Masse aus Mehl, Honig, Wasser und Eiern dient als Kleber und als Nährboden für das Moos, das mit Hilfe der Mischung an der Wand befestigt wird“, erklärte Studentin Marie Detjen.

Schülerinnen und Studierende gestalten gemeinsam ein Moosgraffiti
Ein Kleeblatt für die Kleemannschule: das Moos-Graffiti schmückt das Schulgebäude. Foto: Becker

Das Dokumentationsteam – acht Schüler*innen aus der Informatikklasse und FH-Student Jonas Lindhorst – hatte das geschäftige Treiben stets im Blick: „Wir machen Fotos, führen Interviews und filmen alles – auch mit der Drohne“, erklärte Schüler Matti Schulz. Mit dem Videomaterial erstellt die Gruppe im Anschluss eine Reportage – als Erinnerung an diese ereignis- und erkenntnisreiche Woche.

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