Mitteilung des Dekans zu den Prüfungen

Erstellt von Rainer Geisler

Sehr geehrte Studierende,

folgende Ausführungen habe ich dem STUPA und den Studierendenvertretern am 4.2.2021 dargelegt. Falls Sie diese nicht erreicht habe,  möchte ich mich nochmal direkt an Sie wenden.

Bei der Gestaltung der Prüfungen, stehen wir vor einer Gleichung mit mehreren Zielen/Restriktionen, die nicht gleichzeitig alle perfekt erfüllbar sind. Perfekt wäre:

  • Reibungsloser Studienfortschritt mit 0 t Verzögerung
  • 0,00 % gesundheitliches Risiko durch 0 Präsenzprüfungen
  • Nur faire, qualitativ hochwertige und gut machbare Prüfungen, wie im Modulhandbuch angekündigt
  • 100% Stabilität der Prüfungsformen und 100% Planungssicherheit

Diese Ziele sind nicht alle gleichzeitig erreichbar und Sie alle gewichten diese Ziele auch unterschiedlich. Deshalb muss in diesem Zielquadrat ein möglichst guter Kompromiss gefunden werden. Wir haben Maßnahmen ergriffen, diese so gut wie möglich zu erfüllen, dazu gehören:

  • Starke Lockerung bei Anmeldungen zum 4. Semester, Thesis und Praktikum und der im Corona-Gesetz verankerte Freiversuch.
  • Reduktion Präsenzprüfungen um über 50% mit hervorragendem Hygienekonzept.
  • Anweisung und Unterstützung der Kollegen Präsenzprüfungen zu vermeiden
  • Dezentrale Organisation und direkte Kommunikation pro Modul um flexibel reagieren zu können.

Nach 3 Monaten intensiver und kräftezährender Arbeit beinhaltet dieser Kompromiss nun noch einige Präsenzprüfungen. Nicht weil die Kollegen zu bequem wären, sondern weil das die Art der Kompetenzprüfung ist, die sie für notwendig halten. Die Termine der Präsenzprüfungen werden wie angekündigt diese Woche veröffentlicht. Da vor allem mündliche Prüfungen eine ganz andere Zeitplanung erfordern, haben wir deren Kommunikation direkt den Modulverantwortlichen übertragen. Dafür kann es auch keine Gesamtliste geben. Dies ist Ausdruck des oben angesprochenen Ziels, dass wir jedem Kollegen bis zuletzt ermöglichen wollen eine Alternative zur Präsenzprüfungen zu finden.

Ein Rest von Präsenzprüfungen wird nicht jedem gefallen, vor allem wenn diese Person das Ziel „keine Präsenzprüfung“ sehr hoch oder absolut gewichtet. Aber wir sind alle dem Gesetz unterworfen, es gibt Mehrheitsbeschlüsse und gesetzlich legitimierte und geregelte Kompetenzen. An die halten wir uns. Ob ich unsere Kompromiss verantworten kann? Ja selbstverständlich – ohne Wenn und Aber. Insbesondere da unsere Hygienekonzepte so gut sind, dass Prüfungen bei uns sicherer sind als beispielsweise ein Supermarktbesuch.

Andere Hochschulen haben das Ziel „Keine Präsenzprüfung“ absolut gesetzt. Das finde ich ebenso wenig durchdacht, wie das Beharren einiger anderer Hochschulen hunderte von Präsenzklausuren durchzuführen. Zu deren Entscheidungen vermag ich nichts zu sagen.

Uns haben nun 2 Mails erreicht, in denen nach meinem Empfinden angezweifelt wird, dass wir den Gesundheitsschutz unsere Studis verantwortungsvoll im Blick haben und uns intensiv um die Erreichen aller Ziele oben einsetzen. Als jemand der selbst nahen Verwandte in Risikogruppen und in der Chemo hat, empfinde ich den Vorwurf der Sorglosigkeit persönlich als demotivierend und nicht angebracht.

Seien Sie versichert, dass wir unsere Zeit und unser Nachdenken intensiv zu Ihrem Wohl einsetzen.

Mit freundlichem Gruß

Rainer Geisler

Dekan

© Fachhochschule Kiel