Workshop beim University Future Festival am 07. Oktober 2020

Workshop beim University Future Festival am 07.10.2020

Das University Future Festival 2020, das vom 06.–08.10.2020 virtuell veranstaltet wurde, stand unter dem Motto „Learning, Systems and the New Normal“. Mehr als 2.500 Teilnehmer*innen hatten sich für das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützte Festival angemeldet.
Der Titel unseres 30-minütigen Workshops lautete „Digitale Transformation an Hochschulen – Lehren, aber nicht leben? Mit hybriden Lehr- und Lernmodellen zum späten Glück“. Ziel des Workshops war es, gemeinsam mit den Teilnehmer*innen Ideen für die hybride Lehre der Zukunft weiterzuentwickeln.
Der Screenshot zeigt die letzten Vorbereitungen des Workshops (s. Abb. 1). Noch ist uns nicht klar, dass gleich etwa 180 Personen an unserem Workshop teilnehmen werden.

Zu Beginn des Workshops haben wir Ergebnisse des Kieler „Workshop zur Hochschule der Zukunft – Lehren und Lernen im Zeitalter künstlicher Intelligenz“, der am 11.09.2019 stattgefunden hat und somit aus der Prä-Corona-Zeit stammt, vorgestellt. Die Workshop-Ergebnisse wurden in einem Ergebnisposter im Sinne eines Graphical Recording festgehalten (s. Abb. 2) und im Workshop am 07.10.2020 kurz zusammengefasst.

Anschließend haben wir unsere Erfahrungen aus der Online-Lehre im Sommersemester dargestellt. Dabei wurden die jeweiligen Vorteile der synchronen Online- und synchronen Präsenz-Lehre gegenübergestellt und erläutert; auf asynchrone Lehr-Bestandteile sind wir nicht eingegangen, da wir diese sowohl in der Online- als auch in der Präsenz-Lehre einsetzen.

Vorteile der Online-Lehre:

  • Mobiler, ortsunabhängiger Zugang,
  • Vermeidung von Fahr- und Transferzeiten
  • Keine Raumbelegung an den Hochschulen, keine Reservierung nötig
  • Skalierbarkeit
  • Einbindung von externen Gastreferent*innen ist besser möglich (Vermeidung von Reiseaufwand und -kosten)
  • Hochschulübergreifende Kooperationen werden erleichtert
  • Leichteres Einbinden von Aufgaben, die von Studierenden ausgearbeitet wurden, durch Bildschirmfreigabe der Studierenden

Vorteile der Präsenz-Lehre:

  • Direkte persönliche Interaktion
  • Alle Sinne werden angesprochen, Mimik und Gestik der Studierenden besser zu erkennen, Stimmung kann besser erfasst & aufgegriffen werden,
  • Gruppenarbeiten sind kreativer, effektiver & effizienter,
  • Präsenzveranstaltungen sind soziale Events, die zur Schaffung von Vertrauen und zu einer „Wohlfühlatmosphäre“ führen,
  • Gruppeneffekte kommen stärker zum Tragen (z.B. gemeinsames Lachen), Schlagfertigkeit ist eher möglich/Reaktionsgeschwindigkeit ist höher
  • Ruhige Studierende können besser angesprochen werden
  • Weitestgehende Unabhängigkeit von Technik (zur Not funktioniert die Lehre auch ohne Internetverbindung und Beamer)
  • Klassische Prüfungen besser durchführbar

Im dritten und letzten Teil des Workshops haben wir gemeinsam mit den Teilnehmer*innen der Veranstaltung an einem modellbasierten Zukunftsszenario für die idealtypische Hochschule 2030 gearbeitet. Hierfür haben wir die Business Model Canvas (BMC) von Osterwalder/Pigneur, die normalerweise für die Entwicklung von Geschäftsmodellen verwendet wird, auf die Entwicklung eines modernen Lehrkonzeptes angepasst, um ein Modell für die Lehre der Zukunft abzuleiten. Diese Canvas haben wir in ein Miro Board übertragen und im Workshop zur Interaktion freigegeben. Zu unserer Freude haben mehr als 80 Workshop-Teilnehmer*innen intensiv auf dem Miro Board mitgearbeitet und ihre Gedanken zu den neun Feldern der angepassten Canvas auf Post-Its festgehalten. Auf diese Weise entstand eine sehr wertvolle Sammlung an Ideen unserer teilnehmenden Expert*innen, die auf Auswertung wartet und hoffentlich einen interessanten Ausblick auf die Lehre im Jahr 2030 geben wird. Zusätzlich konnte der erfolgreiche Nachweis erbracht werden, dass sich die BMC als konzeptioneller Rahmen problemlos in einen anderen fachlichen Kontext transferieren lässt.
Die Ergebnisse der virtuellen Kooperation der Workshop-Teilnehmer*innen sind in Abb. 3 dargestellt.

In einem nächsten Schritt werden wir das Miro Board auswerten und einen neuen Blogbeitrag für das Hochschulforum Digitalisierung vorbereiten. Einen ersten Blogbeitrag haben wir bereits vor dem University Future Festival zu den Lessons Learned des letzten Semesters veröffentlicht, der sich insbesondere mit dem Onboarding und Socializing beschäftigt. Diesen Beitrag gibt es hier zum Nachlesen.

Eine Videoaufzeichnung des Workshops beim University Future Festival am 07.10.2020 befindet sich hier.

Text und Fotos: Prof. Dr. Jens Langholz, Prof. Dr. Saskia Bochert, Prof. Dr. Doris Weßels