„25 Jahre nach Tschernobyl – Menschen - Orte - Solidarität“

Vom 13. bis zum 18. Februar 2011 war die Wanderausstellung „25 Jahre nach Tschernobyl“ im Bunker-D zu sehen. Am 26. April 2011 jährte sich der GAU von Tschernobyl zum 25. Mal. Um an die Folgen zu erinnern, gestaltete das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk in Dortmund diese Wanderausstellung,  die in mehr als 30 Orten in Deutschland, Österreich und den Niederlanden gezeigt wurde. Die Heinrich-Böll-Stiftung holte sie auch nach Kiel.

Während der Ausstellungswoche waren zwei Zeitzeugen aus der Ukraine zu Gast: Bauingenieur Mark Iosipovitsch Gersohn (Jahrgang 1948) und Feuerwehrmann und Oberstleutnant Oleg Wasiljewitsch Geraschtschenko (Jahrgang 1950). Ohne Scheu beantworteten sie Fragen, erzählten, wie sie – obwohl immer nur wenige Minuten der Strahlung ausgesetzt – unter Lebensgefahr arbeiteten, wovon sie noch heute gezeichnet sind. Sie sehen es als ihre Aufgabe, an all die Opfer, an die Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, aber auch an die Helden von Tschernobyl zu erinnern. Durch die Erinnerung an die Katastrophe wollen sie das Bewusstsein heutiger Generationen schärfen, um solchen Vorfällen vorbeugen zu können.

In einem der Ausstellungsräume wurde ein audio-visuelles Projekt aus Fotografien und Interviews gezeigt. Die so genannten „Hörbilder“ aus dem Dorf Bartalameevka und der Stadt Oktjarbskij in Weißrussland gaben authentische Einblicke in die Lebenssituation, die bis heute von der Katastrophe geprägt ist. Neben der Ausstellung fanden außerdem Informations-, Film- und Diskussionsveranstaltungen statt, die Bezug zu aktuellen Themen wie Sicherheit, Atommüll und Laufzeitverlängerung nahmen.