„Sehr schönes Wetter, jedoch man ist an den Bunker gebunden“ von Karin Hilbers

Vom 10. März bis 6. April 2011 fand im Bunker-D die Ausstellung von Karin Hilbers statt. Ihre Installation befasste sich mit der Belagerung St. Petersburgs im Zweiten Weltkrieg.

Karin Hilbers besuchte die Gedenkstätte in St. Petersburg, die an die über 900.000 Opfer der Belagerung der Stadt im Zweiten Weltkrieg erinnert. Der Titel „Sehr schönes Wetter, jedoch man ist an den Bunker gebunden“ stammt aus den Tagebuchaufzeichnungen eines Soldaten, auf die sie bei ihren Nachforschungen stieß und die Karin Hilbers als Arbeitsgrundlage für ihre Installation dienten.

Herzstück der Ausstellung bildete eine aus 24 Linolschnitten und zwölf großen, altmodischen Lautsprechern bestehende Installation. Aus den Lautsprechern ertönten abwechselnd Lieder aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs: sehnsuchtsvolle Töne aus „Lilli Marleen“ gefolgt vom kernig klingenden „Es ist so schön, ein Soldat zu sein“. Die schmale Holzschnitte, die an den Lautsprechern angebracht waren, zeigten weitere bizarre Textauszüge aus dem Tagebuch des Soldaten. Darüber hinaus präsentierte sie 16 Holzschnitte mit dem Titel „Leitfossilien“ und 50 Porzellanreliefs mit dem Titel „Bonusclub“.

 

Diese Ausstellung bilde eine Ausnahme: Anstelle von Ernsthaftigkeit und Geschichtlichkeit statte sie ihre sonstigen Arbeiten eher mit Witz und Humor aus, erzählte die Künstlerin.

Hilbers studierte an der Muthesius Kunsthochschule Grafik und Malerei. Meist arbeitet sie in der Technik des Holz- und Linolschnitts. Oft zeichnet sie mit dem Messer direkt ins Holz, ganz ohne Vorzeichnen. Die geschnittenen Platten druckt sie auf Papier, Leinwand oder als Relief in Porzellanmasse.

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