Roboterfußball, Wirtschaftsethik und ein Rettungsschwimmerkurs - Erste Interdisziplinäre Wochen an der FH Kiel

von Frauke Schäfer

Zwei Wochen lang, vom 26. Oktober bis zum 6. November, können die Studierenden der Fachhochschule Kiel über den eigenen Tellerrand hinaus in andere Wissens- und Studienbereiche schauen. Über 180 Veranstaltungen spiegeln die ganze Vielfalt der Hochschule wider. Mehr als die Hälfte der Angebote waren innerhalb weniger Tage ausgebucht. Das Spektrum reicht vom Vortrag über die keplerschen Gesetze der Planetenbewegungen über Exkursionen - z.B. in den Hamburger Hafen - bis hin zum Workshop zur erfolgreichen Teamführung. Die Frage, warum Milch billiger als Marken-Tafelwasser ist, wird ebenso diskutiert wie die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens.   

Neben den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der FH beteiligen sich auch zahlreiche externe Expertinnen und Experten an den Ersten Interdisziplinären Wochen. Max Schön, der Präsident des Club of Rome Deutschland, spricht über Aspekte der Nachhaltigkeit bei der Unternehmensführung, Andreas Schmidt, Redakteur am NDR Landesfunkhaus Schleswig-Holstein bietet ein Medientraining an und der Göttinger Soziologe Herrmann Sautter fragt in seinem Vortrag zur Finanzkrise:„Wer hat versagt?“.   

„Wir wollen bei unseren Studierenden Bildungshunger wecken“, erklärt der Präsident der FH, Prof. Dr. Udo Beer die Motivation der Hochschule. „In den Interdisziplinären Wochen können die Studierenden zweckfrei lernen und gleichzeitig etwas für ihr späteres Berufsleben mitnehmen. Schließlich erwarten Arbeitgeber von unseren Absolventinnen und Absolventen Sozial- und Personalkompetenz und wünschen sich eine interdisziplinäre Ausrichtung des Studiums. Die FH ist mit ihren sechs Fachbereichen prädestiniert für eine stärkere Öffnung der Fachdisziplinen.“   

Auch die internationale Ausrichtung der FH Kiel wird in den Ersten Interdisziplinären Wochen sichtbar. So bietet das Zentrum für Sprachen und Interkulturelle Kompetenz zahlreiche Veranstaltungen an, u. a. ein Bewerbungstraining auf Englisch, ein Workshop zu dem Verhältnis von Deutschen, Polen und Russen sowie einen chinesischen Kochkurs.   

Parallel zu den Interdisziplinären Wochen findet die mittlerweile fünfte „Bunker-Woche“ statt. Den künstlerischen Schwerpunkt bildet hierbei „Kern-Geplauder“ von d-connection.net., eine Ausstellung, Klang- und Netzinstallation. Hierbei kreuzen und verwirren sich die Fäden einer Installation von Mathias Wolf und führen durch eine Sammlung von Schmuckobjekten (Renate Knauer) und Skulpturen (Mathias Wolf) zum Kern-Raum, in dem der Klangkünstler Jens Fischer den Exponaten eine Stimme verleiht. Daneben wird zehn Tage lang ein abwechslungsreiches Programm mit Lesungen, Improvisationstheater und Live-Musik geboten.