Fachhochschule Kiel von oben

Forschungsschwerpunkte

Der Senat der Fachhochschule Kiel hat die folgenden Forschungsschwerpunkte festgelegt, denen die Hochschule in Zukunft verstärkt Aufmerksamkeit widmen wird.

Inhalte:

1. Intelligente Mobilität

Der Mobilitätssektor steht am Anfang eines umfassenden Umbruchs. Maßgeblich wird dieser durch gesellschaftliche Megatrends beeinflusst wie z.B. die zunehmende Individualisierung und Diversifizierung des Transportsektors, einer zunehmenden Verstädterung, neuer Technologien und digitaler Angebote sowie den Umwelt- und Klimaschutz. Die Entwicklung einer intelligenten Mobilität stellt eine zentrale Herausforderung dar, um gesellschaftliche Ziele in den Bereichen Lebensqualität, Teilhabe, Verkehrssicherheit, Klima- und Umweltschutz, Stadt- und Raumplanung sowie zukunftsfähige Wirtschaft zu erreichen. Die Digitalisierung ist dabei ein weitreichender Innovationstreiber für die intelligente Mobilität von Personen und Gütern. Auf der Grundlage von vernetzten Daten werden für den Nutzer individuelle, dynamische Angebote entwickelt und digitale Technologien zu Information, Planung, Nutzung und Steuerung von Verkehrsmitteln, Verkehrsinfrastrukturen und Verkehrsflüssen eingesetzt. Dadurch können neue, intermodale Mobilitätsangebote entwickelt werden.

Ausgewählte Expertisen der FH Kiel im Schwerpunkt intelligente Mobilität:

Schwerpunktrelevante Infrastrukturen an der FH Kiel sind u.a.:

2. Zukunftsfährige Energieversorgung

Konsens der nationalen und europäischen Klimapolitik ist es, dass eine zukunftsfähige Energieversorgung langfristig sicher, bezahlbar und klimaschonend sein muss. Um den Anforderungen des Pariser Klimaabkommens gerecht werden zu können und die deutschen Klimaschutzziele bis 2050 zu erreichen, müssen sämtliche Sektoren im Energiesystem auf das Ziel der CO2-Verminderung ausgerichtet werden. Dies erfordert erhebliche Veränderungen des Energiesystems und umfasst v.a. die Umstellung der Energieerzeugung aus fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien wie Wind und Sonne ebenso wie den Ausbau und die Umgestaltung der Übertragungs- und Verteilnetzinfrastruktur hin zu intelligenten Netzen, Maßnahmen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz, die Sektorenkopplung, die Flexibilisierung der Stromversorgung und die damit verbundene Weiterentwicklung des Strommarkts. Die zukunftsfähige Energieversorgung leistet einen wesentlichen Beitrag zum Grünen Deal der Europäischen Kommission und der Nationalen Bioökonomiestrategie der Bundesregierung.

Ausgewählte Expertisen der FH Kiel

Schwerpunktrelevante Infrastrukturen an der FH Kiel sind u.a.:

3. Maritime Systeme

Die maritime Wirtschaft ist mit einem jährlichen Umsatzvolumen von bis zu 50 Mrd. Euro und etwa 400.000 direkten und indirekten Arbeitsplätzen einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Die Maritime Wirtschaft in Schleswig-Holstein ist mit mehr als 1.800 Unternehmen, etwa 45.000 Beschäftigten und einem jährlichen Umsatz von rund 9,2 Milliarden Euro ein zentrales Zugpferd der schleswig-holsteinischen Wirtschaft*.  Die Teilbereiche der maritimen Wirtschaft bleiben trotz eines schwierigen globalen Marktumfelds Zukunftsbranchen: Seeschifffahrt, Häfen, Schiffbau und Schiffbauzulieferindustrie, die Meerestechnik, die Offshore-Windenergie sowie maritime Forschung und Entwicklung. Die Zukunftsfähigkeit der maritimen Wirtschaft hängt v.a. von der Entwicklung neuer Technologien und marktfähiger Innovationen ab. Einen wichtigen Wettbewerbsfaktor stellen dabei die Systemfähigkeit von Produkten und die Entwicklung von Systemkompetenz dar, d.h. die Fähigkeit, ganze Wertschöpfungsketten entwickeln und bearbeiten zu können

Ausgewählte Expertisen der FH Kiel:

Schwerpunktrelevante Infrastrukturen an der FH Kiel sind u.a.:

*Vgl. Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus, https://www.schleswig-holstein.de/DE/Themen/M/maritimeWirtschaft.html (letzter Abruf: 20.02.2020)

4. Digitale Transformation

Der digitale Wandel hat längst nahezu sämtliche Lebensbereiche, Branchen und Wirtschaftssektoren erreicht. Mit der fortschreitenden Digitalisierung entstehen neue oder veränderte Geschäftsmodelle (z.B. Plattformen, sharing economy, Pay per Use, Freemium, Subscription). Mit dem Einzug additiver Fertigung, Automatisierung und intelligenter Vernetzung wandeln sich industrielle Fertigungsprozesse. Es gilt die Chancen der digitalen Transformation zu nutzen und die Herausforderungen zu meistern. Die Digitalisierung soll ihr Wachstumspotential entfalten, die Lebensqualität der Menschen steigern und Wohlstand für alle Bürgerinnen und Bürger schaffen.

Ausgewählte Expertisen der FH

Schwerpunktrelevante Infrastrukturen an der FH Kiel sind u.a.:

5. Nachhaltige Wertschöpfung

Der Grundgedanke einer nachhaltigen Wertschöpfung erstreckt sich auf sämtliche gesellschaftliche Teilbereiche, umfasst sowohl wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte und zielt auf eine gesellschaftliche Fortentwicklung bei gleichzeitiger Wahrung natürlicher und kultureller Ressourcen für zukünftige Generationen. Angesichts der tiefgreifenden ökologischen und sozialen Herausforderungen kommen v.a. Unternehmen und Non-profit-Organisationen, eine besondere Rolle bei der Zielerreichung zu. Ein nachhaltiges Management der Wertschöpfungskette hat dabei nicht nur einen positiven Einfluss auf Mensch und Umwelt, sondern resultiert zunehmend auch in Vorteilen für Unternehmen und Non-profit-Organisationen – von der besseren Erfassung der Energie- und Rohstoffkosten über die gesamte Wertschöpfungskette, über ressourcenschonende Produktionssysteme und Lieferketten, nachhaltige Entwicklungskonzepte für soziale Systeme, von der Entwicklung zielführender Instrumente der Unternehmensführung bis zur Bindung zunehmend kritischer Kunden. Der Schwerpunkt nachhaltige Wertschöpfung steht damit auch in inhaltlicher Verbindung mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Ausgewählte Expertisen der FH Kiel

Schwerpunktrelevante Infrastrukturen an der FH Kiel

6. Gesellschaftliche Teilhabe

Gesellschaftliche Teilhabe ist die Grundvoraussetzung für Demokratie und bedeutet gleiche Lebensbedingungen, soziale Gerechtigkeit, Integration aller Menschen. Es geht um Vielfalt, Inklusion, um freie Initiativen, die das Miteinander organisieren, um die Selbstorganisation betroffener Menschen und um das freie Engagement von Bürgerinnen und Bürgern. Einen wichtigen Teilbereich der gesellschaftlichen Teilhabe stellt der Pflegebereich dar. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland in der Pflege mit Blick auf Themen wie die Akademisierung, die Verantwortung bei der Patientenversorgung oder das Thema Ausbildung zurück. Während z.B. in Großbritannien, Schweden und den Niederlanden die Aus- und Weiterbildung von Pflegenden in den regulären Bildungsstrukturen verortet sind, unterliegt sie in Deutschland dem Schulrecht der Länder. Hieraus ergeben sich häufig Nachteile bei der Finanzierung, der Ausstattung und der Qualifikation des Lehrpersonals. Handlungsbedarfe bestehen zudem in den Bereichen Qualitätssicherung und -entwicklung.

Ausgewählte Expertisen der FH Kiel

Weitere Informationen zu den Forschungsschwerpunkten finden Sie in der Agenda 2025 - Forschung, Entwicklung und Wissenstransfer an der Fachhochschule Kiel, die Sie hier downloaden können.