Lehre im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit

Der Studiengang besteht aus insgesamt 18 Modulen, die den folgenden 6 Studienbereichen zugeordnet sind:

Studienbereich 1: Soziale Arbeit als Gegenstand und Wissenschaft
Studienbereich 2: Soziale Arbeit und Bezugswissenschaften
Studienbereich 3: Rahmenbedingungen Sozialer Arbeit
Studienbereich 4: Professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit
Studienbereich 5: Vertiefung in Schwerpunkten
Studienbereich 6: Interdisziplinäre Lehre

Übersicht Studienbereiche und Studienverlauf

Studienbereich 1: Soziale Arbeit als Gegenstand und Wissenschaft

Der Studienbereich „Soziale Arbeit als Gegenstand und Wissenschaft“ beinhaltet zentrale Wissensbestände der Disziplin und Profession Sozialer Arbeit. Hier wird auf der Basis von Wissenschaftlichkeit (Modul 02) ein Zusammenhang hergestellt zwischen einerseits der Analyse von Lebenswelten und Problemlagen der Adressaten Sozialer Arbeit als Gegenstand sowie den dabei immer relevanten Querschnittsthemen Gender und Interkulturalität (Modul 03) und andererseits der analytischen und normativen Konzipierung Sozialer Arbeit in ihren fachspezifischen Theorien und der historischen Entwicklung des Handlungsfeldes (Modul 01). Im Studienbereich 1 wird auch die Bachelorthesis (Modul18) eingeordnet, die die Kompetenz zur eigenständig-wissenschaftlichen Bearbeitung einer konkreten Fragestellung der Sozialen Arbeit entwickeln und demonstrieren soll.


Studienbereich 2: Soziale Arbeit und Bezugswissenschaften

Der Studienbereich „Soziale Arbeit und Bezugswissenschaften“ vermittelt aufgrund der der Profession der Sozialen Arbeit eigenen Interdisziplinarität Wissensbestände und Handlungskonzepte unterschiedlicher sozialwissenschaftlicher hier besonders gesellschaftswissenschaftlicher (Pädagogik, Soziologie) sowie humanwissenschaftlicher (Psychologie und Medizin) Disziplinen (Module 04 und 05). Diese werden allerdings in einer spezifischen Selektivität und Ausrichtung miteinander verknüpft, die sich ausden Aufgaben, Gegenständen, Erklärungs- und Handlungsproblemen der Sozialen Arbeit ergeben. Nicht die jeweils spezifische Einzelfachsystematik wird vermittelt, sondern auswählend und zuspitzend wird immer der Bezug zur Sozialen Arbeit hergestellt.


Studienbereich 3: Rahmenbedingungen Sozialer Arbeit

Im Studienbereich „Rahmenbedingungen Sozialer Arbeit“ werden Wissen und Kompetenzen zur Analyse und professioneller Bearbeitung von einerseits politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen Sozialer Arbeit (Modul 06) und anderseits zu den rechtlichen Grundlagen Sozialer Arbeit (Modul 07) erworben.


Studienbereich 4: Professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit

Im Studienbereich „Professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit“ werden professionelle Handlungskonzepte, Methoden und Interventionsweisen gelernt. Professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit ist gekennzeichnet durch die Kenntnis verschiedener Theorien und Konzepte (Wissen), durch eine angemessene Umsetzung dieser Wissensbestände in berufliches Handeln (Können) und durch eine Haltung, die getragen ist von Selbstreflexion und einem angemessenen Menschenbild (berufliche Haltung). Auf der Basis dieser Elemente differenziert sich professionelles Handeln je nach Arbeitsfeld, Zielgruppe und Arbeitsauftrag. Kenntnisse über Beratung und Kommunikation (Modul 10), Verwaltungshandeln (Modul 09), Handlungsformen (z.B. soziale Einzelhilfe, Netzwerkarbeit, Mediation – Modul 08) gehören ebenso zu der Entwicklung einer sozialarbeiterischen/sozialpädagogischen Handlungskompetenz, wie Inhalte und Konzepte der ästhetischen Bildung (Modul 11) und empirische Methoden und Sozialinformatik (Modul 12).


Studienbereich 5: Vertiefung in Schwerpunkten

Der Studienbereich „Schwerpunkt“ erlaubt eine Vertiefung des Wissens und Könnens in einer Auswahl von vier Schwerpunkten, die große Themen und Felder Sozialer Arbeit abdecken und von denen ein Schwerpunkt gewählt wird: Erziehung und Bildung, Rehabilitation und Gesundheitswesen, Geschlechterkompetenz in der Sozialen Arbeit und Soziale Hilfen (Modul14a und b). In den Schwerpunkten werden die in den vorangegangenen Modulen erworbenen Kompetenzen exemplarisch für ein Arbeitsfeld zusammengeführt. Eine weitere wenn auch deutlich geringere Vertiefung findet in einem zweiten Schwerpunkt (Modul 16) statt, der aus den obigen zusätzlich gewählt wird. Zwei Praktika, in denen Wissensbestände und Kompetenzen in Bezug zu praktischen Aufgaben und Problemstellungen reflektiert und erweitert werden, sind zur Vor- und Nachbereitung in den Schwerpunkten verankert (Module 13 und 15). Dabei kann das erste 4-wöchige Praktikum, das als Orientierungspraktikum nach dem 2. Semester stattfindet, in einem frei gewählten Arbeitsfeld erfolgen. Das zweite 6-wöchige Praktikum dagegen ist auf den gewählten ersten Schwerpunkt bezogen.


Studienbereich 6: Interdisziplinäre Lehre (Wahlmodul gemäß §1 Abs.3 PVO)

Neben fachlicher Bildung und dem Erwerb von wissenschaftlicher Expertise sind auch Problemlösekompetenzen sowie Persönlichkeitsbildung wesentliche Zieldimensionen hochschulischer Bildung. Ziel ist es zudem, die Lernenden zu gesellschaftlich verantwortungsvollem Handeln zu befähigen. Antworten auf die komplexen Anforderungen und Probleme hochentwickelter Gesellschaften sind nur in interdisziplinärer Zusammenarbeit zu finden. Die Fähigkeit zu interdisziplinärer Kooperation ist daher sowohl in der Forschung als auch in der Berufspraxis inzwischen selbstverständlich gefordert. Fachwissen muss in einen größeren Zusammenhang eingeordnet werden und über disziplinäre Grenzen hinaus gedacht und kommuniziert werden können. Gleichwohl erweist sich interdisziplinäre Zusammenarbeit als Herausforderung: sie bedingt Kenntnisse über Gegenstände anderer Disziplinen sowie deren Fachsprache und -kultur. Diese Anforderung greift die Fachhochschule Kiel in Leitsatz 2 ihrer „Vision und Leitsätze“ auf und stellt fest, dass Absolventinnen und Absolventen neben ihrer fundierten Fachkompetenz „außerdem über umfassende soziale und methodische Kompetenzen verfügen. Sie handeln lösungsorientiert, sind kritikfähig und in der Lage, sich in die Denkmodelle anderer Disziplinen hineinzuversetzen“. Um die Studierenden auch in dieser Hinsicht adäquat auf die spätere Berufstätigkeit vorzubereiten und sie zur Ausbildung eines wissenschaftlichen Selbstverständnisses sowie einer akademisch fundierten Professionalität zu befähigen, sind in allen Bachelorstudiengängen der FH Kiel Wahlbereiche für „Interdisziplinäre Lehre“ vorgesehen. Die Wahlbereiche „Interdisziplinäre Lehre“ bieten den Studierenden die Möglichkeit, neben ihrer fachlichen Qualifikation weitere berufsrelevante Kompetenzen zu erwerben sowie durch einen Blick über das eigene Fach hinaus neue Perspektiven zu gewinnen: Es stellt eine Gelegenheit dar, sich über Arbeit und Inhalte der anderen Studienbereiche der Fachhochschule zu informieren, andere Wissensgebiete kennen zu lernen, diese mit dem eigenen Fachstudium zu verbinden sowie überfachliche Kompetenzen zu erwerben.

Die Veranstaltungen in den Modulen bedienen sich unterschiedlicher Lehr- und Lernformen und orientieren sich konsequent an Fragestellungen aus der Praxis.