Lehre

Der Studiengang besteht aus 15 Modulen, die sich vier Studienbereichen zuordnen lassen:

Studienbereich 1: Grundlagen der Kindheitspädagogik
Studienbereich 2: Weltzugänge von Kindern / Bildungsbereiche
Studienbereich 3: Arbeitsfelder, Management, Kommunikation und Beratung in Institutionen
Studienbereich 4: Forschendes Lernen (einschließlich interdisziplinäre Lehre)


Studienbereich 1: Grundlagen der Kindheitspädagogik

Dieser Studienbereich beinhaltet folgende Module

M01 Pädagogische und Soziologische Grundlagen der Kindheitspädagogik (1. Semester)

M05 Lebenslagen und Lebensweisen von Kindern und Familien (2. - 3. Semester)

M06 Demokratie und Vielfalt (2. - 3. Semester)

M09 Entwicklung in Kindheit und Jugend (4. - 5. Semester)

Im Studienbereich „Grundlagen der Kindheitspädagogik“ erwerben die Studierenden ein grundlegendes Verständnis von Bildungs-, Erziehungs- und Entwicklungsprozessen von Mädchen und Jungen sowie Jugendlichen. Die Bildungs- und Entwicklungsprozesse von Kindern werden in pädagogischen Institutionen durch historische und soziokulturelle Bildungs- und Erziehungskonzepte, durch Curricula, Raum- und Zeitkonzepte sowie Beziehungen usw. geformt. Kindheitspädagog/innen müssen deshalb über ein Wissen um Funktion, Wirkung und Gestaltung demokratischer institutioneller Rahmenbedingungen, wie auch über Übergänge zwischen Institutionen verfügen, um dies ausgestalten zu können.

Zugleich bildet jedes Mädchen, jeder Junge eine einmalige und unwiederholbare Individualität in Bezugnahme und Interaktion mit den Kontexten, in denen sie sich bewegen. Die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen unterliegen einer Fülle von Faktoren, die sich aus den unterschiedlichen Lebenssituationen von Familien und ihrer sozialen und kulturellen Hintergründe ergeben und Erklärungszusammenhänge über Möglichkeiten und Grenzen ihrer sozialen Teilhabe geben. Dabei spielen u.a. geschlechtsspezifische oder intersektionale Perspektiven in sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhängen eine wichtige Rolle. Diese Lebenslagen und Lebenswelten in ihrer Eigensinnigkeit wahrzunehmen, bildet eine Voraussetzung für ein Verstehen und Gestalten inklusiver Prozesse in den Einrichtungen.


Studienbereich 2: Weltzugänge von Kindern / Bildungsbereiche

Dieser Studienbereich beinhaltet folgendes Modul

M02 Weltzugänge/Bildungsbereiche (1. - 2. Semester)

Um die Komplexität und Vielfalt von Bildungsprozessen sehen und gestalten zu können, ermöglicht das Studium Schwerpunktsetzungen bei den Weltzugängen/ Bildungsbereichen.

Kindheitspädagog/innen unterstützen Kinder dabei, verschiedene Weltzugänge kennenzulernen und zu entwickeln. Bildung vollzieht sich an und mit Gegenständen, die in einer spezifischen Weise be- und verarbeitet werden und so jeweilige Sichtweisen und Erfahrungsformen von der Welt eröffnen. Kinder brauchen kulturelle Kompetenzen, um Träger unserer, auch Schöpfer ihrer eigenen Kultur werden zu können. Dementsprechend vielfältig und reichhaltig, aber auch provozierend und herausfordernd sollte sich eine Lernkultur entwickeln können, an der die beteiligten Kinder und  Eltern partizipieren und sie als einen Lebens- und Lernraum gemeinsam gestalten.

Dazu müssen die Kindheitspädagog/innen Eigenarten der Weltzugänge in theoretischer, historischer und methodologischer Hinsicht durchdringen. Sie müssen theoretische Konzepte und Methoden kennen und kritisch reflektieren, wie auch die Entwicklung der jeweiligen kindlichen Fähigkeiten und ihren Risiken und Fördermöglichkeiten begleiten können. Ziel ist, dass auf der Basis von wahrnehmen, interpretieren, dokumentieren und auswerten, eigenständig mit Kindern und Jugendlichen, forschend interdisziplinäre Projekte entwickelt werden können, in denen die Weltzugänge als Werkzeuge der Weltaneignung und Identitätsbildung genutzt werden können. Dazu ist es notwendig, selbst eine forschende Haltung zu entwickeln und sich dadurch selbst als Lernende zu verstehen. In einem weiteren Schritt und auf einer anderen Reflexionsebene sollen Studierende in der Lage sein, andere anzuleiten, anzuregen und fortbilden zu können, diese Wege der Welterschließung mit Kindern zu gehen.


Studienbereich 3: Arbeitsfelder, Management, Kommunikation und Beratung von Institutionen

Dieser Studienbereich beinhaltet folgende Module

M07 Rechtliche Grundlagen (2. - 3. Semester)

M10 Kommunikation und Beratung (4. - 5. Semester)

M11 Entwicklung und Gestaltung pädagogischen Handelns in spezifischen Handlungsfeldern: Krippe, Schulkinder, Hilfen zur Erziehung (4. - 5. Semester)

M12 Leitung, Finanzierung, Management (5. - 6. Semester)

Im System des institutionellen Feldes der Pädagogik der Kindheit ist ein tiefgreifender Wandel auszumachen. Die Weiterentwicklung der unterschiedlichen Institutionen im Feld der personenbezogenen Dienstleistungsberufe, bedarf deshalb einer Folie sowie einer historischen Entwicklungslinie der „Verberuflichung“ der Kindheitspädagogik. Kindheitspädagog/innen handeln im Feld einer Dienstleistungsgesellschaft, in denen die unterschiedlichen Interessen von Kindern, Jugendlichen, Müttern und Vätern und anderen Erziehungsberechtigten, Mitarbeitenden, Trägern und anderen Kooperationspartnern berücksichtigt und mitgestaltet werden müssen. Dies erfordert ein verantwortliches Handeln bzw. ein Management in der Einrichtung und im dazugehörigen Gemeinwesen. Außerdem erfordert dies das Kennen von rechtlichen, sozialpolitischen und finanziellen Rahmenbedingungen, damit anspruchsvolle Entwicklungs- und Lernprozesse von Kindern gewährleistet werden können. Das impliziert, die familien- und sozialrechtlichen Begründungen und Aufträge sowie die administrativen Rahmenbedingungen professioneller Arbeit im Bereich der Pädagogik der Kindheit analysierend erfassen und handlungsorientiert verarbeiten sowie familien- und sozialpolitische Lösungsansätze und Instrumente einordnen zu können. Perspektivisch werden sich Absolventinnen und Absolventen kindheitspädagogischer Studiengänge neben pädagogischen Handlungsfeldern im engeren Sinne zunehmend auch Leitungsfunktionen in Kindertageseinrichtungen erschließen. Daher müssen sie sich für betriebswirtschaftliche Anforderungen der Planung, Steuerung und Finanzierung der Einrichtungen ebenso für Fragen der Qualitätssicherung von Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsmaßnahmen qualifizieren. Dies erfordert Grundlagenwissen über Organisationsformen und Erkenntnisse über Motivationslagen, um Teamentwicklung oder der Leitungsgestaltung. Dazu gehören arbeitsfeldspezifische Methoden des Qualitätsmanagements oder Kommunikations- und Beratungsansätze, um team- oder organisationsdynamische Prozesse begleiten zu können.


Studienbereich 4: Forschendes Lernen

Dieser Studienbereich beinhaltet folgende Module

M03 Forschendes Lernen I, inkl. Praktikum I  (1. - 3. Semester)

M04 Forschendes Lernen II (1. - 2. Semester)

M08 Forschendes Lernen III, inkl. Praktikum II (3. - 5. Semester)

M13 Wahlmodule „Interdisziplinäre Lehre“ gemäß §1 Abs. 3 PVO

M14 Bachelor-Thesis

M15 Kolloquium


Die Vernetzung von Theorie, Praxis und Forschung, zur Erlangung einer forschenden Haltung ist eine zentrale Orientierung des Studiengangs. Dazu erhalten die Studierenden die Gelegenheit, die Praxis zu erkunden und differenziertes Wahrnehmen anhand der Einführung in Praxisforschungsmethoden zu lernen – z.B. durch videographisches Beobachten und Dokumentieren. Hier wird die Grundhaltung für ein forschendes Lernen geschaffen, für einen offenen Blick, der immer wieder neu auch vertraut erscheinende Situationen, Prozesse von und mit Kindern sowie Handlungen hinterfragt. Auch die Gestaltung von Alltagssituationen mit Kindern ist ein Thema. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen Lernumgebungen bereitstellen zu können, die ihnen vielschichtige Weltaneignungsprozesse ermöglichen. Gleichzeitig erwerben die Studierenden Kompetenzen in wissenschaftlichen Forschungsmethoden und Auswertungsmethoden, um sukzessive selbst eigene Forschungsfragen entwickeln zu können. Sie bearbeiten eine dieser Forschungsfragen in einem Zeitraum von drei Semestern.

Ziel des forschenden Lernens ist es, durch Praxisforschung neue Perspektiven, Sinnzusammenhänge und Handlungsmöglichkeiten zu gewinnen. Dazu gilt es, den Blick immer wieder neu zu befremden und wissenschaftlich zu befragen, um so Kindern und Jugendlichen einen eigenaktiven Zugang zur Welt und sich selbst zu ermöglichen. Die Einarbeitung in Forschungsmethoden, die als Mittel der Entwicklung von Praxis gesehen und theoretisch begründet werden, ist erforderlich. Des Weiteren stehen die Arbeit an der Wahrnehmung, an der Haltung und Wertschätzung, an der Gestaltung von Prozessen sowie am Forschen und Experimentieren und Entwickeln von Projekten im Mittelpunkt.