„farbgrenze" von Silja Gothe

Vom 19. Mai bis 15. Juni 2016 fand in den Galerieräumen des Bunker-D die Ausstellung „Farbgrenze“ der Kieler Künstlerin Silja Gothe statt. Die Autodidaktin nutzte die drei Ausstellungsräume, um ihre farbenfrohen, knalligen Gemälde auf Leinwand zu präsentieren. Mit assoziativen Klängen auf Trompete und E-Gitarre begleiteten zwei Musiker, Lutz Rehfeld und Andreas Reinhardt, die Vernissage. Ihre experimentelle, abstrakte und schrille Musik verlieh den Werken Gothes nicht nur eine visuelle, sondern auch eine auditive Stimme und Wirkung.

Silja Gothes Kunstwerke zeigen Menschen und Tiere auf farbigen, plakativen Flächen – mal solo im Comicstil, mal miteinander interagierend. Mehr als 300 Stunden und vier bis fünf Farbschichten benötigt die Künstlerin, um ihre Bilder so aussehen zu lassen, als würden sie frisch aus der Druckpresse kommen. Die reine Farbe und das Sujet stehen im Vordergrund. D Die auffällige Färbung soll die Einfachheit des Ganzen verdeutlichen. Lediglich ein paar dunkle Linien grenzen die bunten Farben ein und lassen ein grafisches Antlitz entstehen. Inspiration holt sich die Autodidaktin von Fotos oder aus dem echten Leben. Auf einem ihrer Bilder fährt sie beispielsweise mit ihrem Mann auf einer roten Vespa nach Spanien, ein anderes  wiederum zeigt ein faltiges Hundegesicht. Durch Beobachtung nimmt Gothe Melancholie und die Einsamkeit des Menschen und der Tiere in ihren Werken auf. Die Oberflächlichkeit der Welt, die Verfremdung von Beziehungen von Mensch zu Tier und einfache Geschichten aus dem Leben bilden die Interpretationsbasis ihre Werke. Trotzdem seien ihre Bilder auch einfach nur als fröhlich und bunt wahrnehmbar, wie sie sagt.

Silja Gothe liebt das Spiel mit den von ihr als „fies“ bezeichneten Farben. Über viele Jahre hinweg experimentierte sie mit Farben und entdeckte so letztendlich ihre ganz eigene Palette. Gebürtig kommt die Künstlerin aus Preetz und ist seit 1997 künstlerisch tätig. Seit 2001 stellt sie ihre Werke regelmäßig in ganz Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin aus.

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