Aufgaben und Ziele: Handlungsfelder im Projekt MeQS

Wir unterscheiden vier Handlungsfelder, die in einem systemischen Ansatz untereinander durch Rückmeldung verbunden sind und so ein Prozessmodell bilden:

  • Lehrentwicklung
  • Studierqualität
  • Lehrqualifikation
  • Qualitätsentwicklung

Innerhalb des Prozessmodells ist die Lehrentwicklung eine Aufgabe im Projekt. Die Lehrorganisation und das mit Leistungspunkten versehene Selbststudium haben sich als die Achillesferse des konsekutiven Bologna-Modells erwiesen. Die in dieses Handlungsfeld fallenden Maßnahmen dienen vorrangig dem Ziel, die Studierqualität zu erhöhen und eine neue Rückmeldekultur zu entwickeln: z.B. durch die Weiterentwicklung von Studiengängen und Modulen, durch Angebote zum Ausgleich fehlender Qualifikationen in der Studieneingangsphase (z.B. wissenschaftliches Schreiben im Deutschen und Englischen, Zeit- und Selbstmanagement, Mathematik) und die Bereicherung der Lehre durch Blended Learning-Methoden.

Im Handlungsfeld Studierqualität agieren die Studierenden als Partnerinnen und Partner der Reform. Im Rahmen einer partizipativen Evaluation tragen sie zur Verbesserung der Studierqualität, zur Reform der Module und zur Einführung einer Rückmeldekultur bei. Die verbesserte Studienberatung und die im Handlungsfeld Lehrentwicklung neu entwickelten Angebote zu Schlüssel- und Basisqualifikationen werden die Studierenden bei der Entwicklung der Selbstreflexions- und Rückmeldekultur unterstützen. Im Zuge von Tutoring- oder Mentoring-Aktivitäten haben Studierende die Möglichkeit, Qualifikationen für Lehrtätigkeiten zu erwerben.

Das Handlungsfeld Lehrqualifikation schafft auf Seiten des Lehrkörpers der drei Hochschulen die Voraussetzungen für die Umsetzung der Maßnahmen im Handlungsfeld Lehrentwicklung: Angebote zur hochschuldidaktischen Weiterbildung, beispielsweise im Hinblick auf Modulkonstruktion und Reform der Lehrorganisation, auf die Reform der Prüfungen und Prüfungsmethoden, auf das Design von Lehrmaterialien sowie auf den Einsatz von Neuen Medien in der Lehre dienen dazu, die Lehrentwicklung qualifiziert voranzutreiben und die Studierqualität zu erhöhen. Die Workshop-Angebote werden ergänzt von Angeboten der individuellen Beratung und des Lehrcoachings. Ein wesentliches Ziel des Handlungsfeldes ist zudem die Vernetzung von Lehrenden untereinander, um einen fortlaufenden, konstruktiven Diskurs über Lehre und Lernen zu befördern.

Das Handlungsfeld Qualitätsentwicklung ist eng verbunden mit den Funktionsbereichen der Qualitätssicherung wie der Kennzifferanalyse und dem Creditquoten-Monitoring, aus denen Schlüsse für die Lehrentwicklung abzuleiten sind. Daten aus Workload-Analysen, die mit der Methode des Zeitbudget erhoben werden (Schulmeister & Metzger 2011), liefern Hinweise auf Schwachstellen der Lehrorganisation und Modulentwicklung an die Handlungsfelder Lehrentwicklung und Lehrqualifikation.

Rückmeldefunktionen im Qualitätszirkel

Die Handlungsfelder sind untereinander durch Rückmeldefunktionen verbunden. So geben die Workload-Analysen und das Creditquoten-Monitoring in der Qualitätsentwicklung Hinweise für die Lehrentwicklung, insbesondere für die  Modulentwicklung. Die durch die Beteiligung der Studierenden in der partizipativen Lehrevaluation gewonnen Erkenntnisse werden bei der Lehrentwicklung und bei der Planung der Angebote für die Lehrqualifikation berücksichtigt. Auch die Ziele und Aufgaben der Lehrentwicklung bestimmen das hochschuldidaktische Weiterbildungsangebot.

So sind die Handlungsfelder in einem Qualitätszirkel aufeinander bezogen; die Rückmeldung wird in diesem Prozess formalisiert. Der Qualitätszirkel wird langfristig in das Qualitätsmanagement der Hochschulen integriert. Zu allen Handlungsfeldern gibt es Schnittstellen zu den zuständigen Abteilungen und Funktionsbereichen der Hochschulen.

 

Schulmeister, Rolf & Christiane Metzger (Hrsg.) (2011): Die Workload im Bachelor: Zeitbudget und Studierverhalten. Eine empirische Studie. Münster [u.a.]: Waxmann.