Verabschiedung aus dem Fachbereich: 10 Fragen an...Ursula Tiedje

Seit 25 Jahren an der Fachhochschule Kiel tätig, unterstützt Ursula Tiedje seit September 2007 die Verwaltung an unserem Fachbereich. „Wenn’s brennt, bin ich da“, antwortet Uschi Tiedje auf die Frage, wie ihre Aufgaben am Fachbereich aussehen. In erster Linie unterstützt die in Osterby bei Eckernförde lebende 63-Jährige ihre Kollegin Astrid Rattunde im Sekreteriat, aber nimmt auch dem Prüfungsamt oder der Geschäftsleitung anfallende Aufgaben ab. „Zuvor war ich am Fachbereich Bauwesen im Chemielabor tätig“, berichtet Uschi Tiedje. „Als ich hier angefangen habe, hatte ich keine Ahnung vom Bürowesen.“

Mittlerweile sieht das aber ganz anders aus: „Ich habe viel mitgenommen. Vor allem die Arbeit mit den Studierenden und den Professores werde ich vermissen. Mittlerweile ist das Verhältnis viel persönlicher als zu Beginn. Man kennt sich untereinander.“

Dass in dieser Aussage etwas Wehmut anklingt, liegt daran, dass die 63-Jährige gelernte Apothekenhelferin im März in den Ruhestand geht.

Warum ihr Ruhestand aber nicht bedeutet, dass sie zur Ruhe kommen will, wie sie durch „Pillen drehen“ ihrem Berufswunsch aus der Kindheit nachgegangen ist und warum sie auch der „nervenraubenden“ Parkplatzsituation an der Fachhochschule etwas Positives abgewinnen kann, verrät Uschi Tiedje uns in einem Interview.

 

 

 

1.    Wie würden Ihre Freunde/Familie Sie in drei Worten beschreiben

Zuverlässig, hilfsbereit und freundlich. Auch, wenn mein Mann wahrscheinlich etwas Anderes sagen würde.

 

2.    Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

Also zunächst schalte ich meinen PC an und funke meine E-Mails durch. Da ich nur von Montag bis Mittwoch hier arbeite, erkundige ich mich erst einmal, was die Woche über angefallen ist und frage bei Frau Rattunde nach, was für Aufgaben es gibt und anschließend auch bei Frau Haferbihr. So bin ich unter anderem für die Post zuständig, das Karriereportal stujo.net, Prospekte oder auch die Fotowand im Flur unseres Fachbereichs. So durchlaufe ich nach und nach meine Regionen... Und dann kommt manchmal doch irgendwie alles anders.

 

3.    Was „liken“ und was „disliken“ Sie an Ihrer Arbeit?

Die Fahrerei nach Kiel werde ich nicht vermissen. Vor allem bei der jetzigen Parkplatzsituation. Ich fahre wegen der Baustellen schon 20 Minuten eher los und wenn ich nach 1 bis 1,5 Stunden an der FH ankomme, ist es schwierig, einen Parkplatz zu finden. Gestern, als ich nach Hause wollte, war ich auch noch zugeparkt. Eine Studierende kam dann auf mich zu und hat mir beim Ausparken geholfen. Das fand ich richtig toll. Die Studierenden an der FH sind alle wirklich sehr nett. Meine Arbeit gefällt mir, wenn der Tag gut ausgefüllt ist und alles gelingt.

4.    Was war Ihr Berufswunsch als Sie 10 Jahre alt waren?

Ich wollte Krankenschwester werden. Mit dem, was ich tatsächlich gemacht habe, bin ich meinem Berufswunsch sehr nahe gekommen und zwar bin ich Apothekenhelferin geworden. Zu der Zeit, 1969, war es noch so, dass Pillen und Pülverchen in der Apotheke selbst gemacht wurden. Das heißt, wir haben in der Apotheke die Pillen zusammengesetzt und gedreht.

 

 

5.    Ein perfektes Wochenende...

...wenn ich mit meinem Mann gemütlich spazieren gehen und danach etwas Leckeres kochen kann. Am Liebsten fahre ich an die Ost- oder Nordsee raus, spaziere am Wasser entlang und gehe im Sommer auch gerne baden.

 

6.    Welches ist Ihr liebstes Reiseziel und warum?

Die Kanaren – alle durchweg, aber besonders Teneriffa. Dort ist es so schön warm. Am schönsten ist es im Mai, wenn es noch nicht ganz so heiß ist. In der Sonne braten - aus dem Alter bin ich raus. Außerdem liebe ich es, in Dänemark spazieren zu gehen.

 

7.    Wofür haben Sie eine Schwäche?

Wenn mein Enkelsohn Ben ankommt und mich mit seinen braunen Augen anschaut und dann sagt: „Ooooma“. Er ist wirklich etwas Besonderes, ein ganz sensibles Kind.

 

8.    Was macht Sie zum typischen Nordlicht?

Ostsee und Fischbrötchen!

 

9.    Ihr Lieblingsessen in der Mensa/Diner/Automat ist...

Gar keins. Ich koche zu Hause vor, auch, weil ich für meinen Mann mitkoche. Heute gibt es zum Beispiel Grünkohl.

10.    Was war Ihr lustigstes/ einprägsamstes/ schönstes Erlebnis an der FH Kiel?

Ich glaube, das einprägsamste Erlebnis war der Betriebsausflug in den Kletterwald. Das war ein tolles Erlebnis. Der Zusammenhalt zwischen den Mitarbeitern und Professoren war wirklich großartig. Ich kann mich noch daran erinnern, dass es geregnet hat und ich sowohl von innen als auch außen nass war, aber mutig alle Hürden geklettert bin. Diese Zusammengehörigkeit unter den Kolleginnen und Kollegen, dass alle an einem Strang gezogen haben, das ist mir wirklich in Erinnerung geblieben.

 

Auf die Frage, wie ihre Pläne nach der FH aussehen, schmunzelt Uschi Tiedje. „Ich weiß noch nicht genau, was ich machen möchte, aber ich habe da schon eine Idee. Ich arbeite auf jeden Fall gerne mit Menschen zusammen und möchte dies auch weiter tun.“

Langweilig, wird es der gebürtigen Recklinghäuserin in jedem Fall nicht werden. So ist sie derzeit neben ihrer Arbeit am Fachbereich ehrenamtlich im DRK Osterby tätig und hilft dort der Gemeinde, älteren Leuten und Kindern. „Letztes Jahr zum Beispiel sang ich auch im Chor auf unserem Weihnachtsmarkt.“

Ben, ihr Enkelsohn, ist auch nur einer von insgesamt fünf Enkeln zwischen zwei und neun Jahren, die Uschi Tiedje auf Trab halten. „Außerdem mache ich noch Yoga und Reiki.“ Bei Reiki, erklärt Frau Tiedje weiter, gehe es darum, die eigenen Energien weiterzugeben.
Wirklich zur Ruhe kommen, will Uschi Tiedje in ihrem Ruhestand also nicht. „Zumindest für ein paar Stunden in der Woche, werde ich mir noch etwas suchen. Ich habe da auch schon eine Visitenkarte zu Hause liegen,“ verrät uns die 63-Jährige zum Schluss.

 

Text: Nicole Bianga
Fotos: Nicole Bianga & Frau Stölting
(veröffentlicht: 20.01.2017)