16. Interdisziplinäre Woche: Design Thinking in Finnland

Vom 2.–12. Mai 2017 finden die sechzehnten interdisziplinären Wochen (IDW) statt, die es Studierenden aller Fachbereiche dieses Jahr zum zweiten Mal ermöglicht, bei einer Exkursion nach Finnland teilzunehmen. Unter dem Titel "Intensive Studies in Intercultural Approach to Design Thinking" werden sich zwölf deutsche und zwölf finnische Studierende jeweils eine Woche in Kiel und eine Woche in Helsinki/Espoo zusammenfinden, um mit Hilfe der Methode Design Thinking innovative Services für die Stadt Kiel im Bereich des Tourismus zu entwickeln. Was genau die Modulteilnehmenden dieses Jahr bei der Exkursion erwartet, was sich hinter Design Thinking verbirgt und warum die Studierenden die Veranstaltung mit mehr Selbstbewusstsein verlassen werden, verriet uns Modulverantwortlicher Prof. Dr. Marco Hardiman - aber lest einfach selbst!

Fail early and fail often 

Ziel des Design Thinking-Workshops ist es, wie schon im letzten Jahr, in Zusammenarbeit mit Kiel Marketing, neue Services für die Stadt Kiel im Bereich des Tourismus zu entwickeln. Helfen soll dabei die innovative Methode Design Thinking, die durch die Verknüpfung von kreativen und analytischen Methoden hilft, über gewöhnliche Überlegungen hinauszugehen. „Design Thinking ist zu aller erst konsumentenfokussiert. Um zu einer Lösung zu kommen, muss zunächst das Problem verstanden werden,“ führt Prof. Dr. Marco Hardiman dazu aus. So soll Albert Einstein schon gesagt haben, dass, wenn er nur 60 Minuten Zeit hätte, um die Welt zu retten, würde er 55 Minuten damit verbringen, das Problem zu verstehen und fünf Minuten mit der Lösungsfindung. Wie das genau in der Praxis aussieht? „Bei dem letzten Workshop wurde sich die ersten zwei Tage nur auf die Touristen konzentriert. Die teilnehmenden Studierenden haben sich unter die ankommenden Schweden und Norweger in Kiel gemischt und sind ihnen gefolgt“, berichtet der Modulverantwortliche. Untersucht werden sollte, was den Touristinnen und Touristen in Kiel fehlt.

Ganz im Gegensatz zur klassischen Produktentwicklung geht es beim Design Thinking darum, möglichst schnell Prototypen zu entwickeln und zu testen – ganz nach dem Motto: „Fail early and fail often.“ Im letzten Jahr entwickelten die Studierenden mit dieser Methode viele gute Ideen für die Stadt Kiel in Form von Apps oder Modellen zu Tourismusinformationen.

 

 

Was ist, wenn alles möglich ist?

Auch wenn es sich um einen sehr intensiven Workshop handelt, wie Prof. Dr. Marco Hardiman betont, ist der Spaß unter den Studierenden im letzten Jahr nicht zu kurz gekommen. Durch das am ersten Tag stattfindende interkulturelle Training beispielsweise lernen die Teilnehmenden auf eine völlig andere Art und Weise neue Kulturen und sich selbst als „Deutsche“ kennen. Auch die enge Zusammenarbeit der finnischen und deutschen Studierenden sorgt für einen kulturellen Austausch sowie eine Menge Unterhaltsamkeit.

„In dem Workshop eignen sich die Studierenden eine Methode an, wie man kreativ Dinge entwickelt und vor allem auch Techniken, um empathisch zu sein, was die Kunden angeht,“ erklärt Prof. Dr. Marco Hardiman weiter. „Eine Kreativitätsmethode zu erlernen, die andere nicht kennen, schenkt den Studierenden ein gewisses Selbstbewusstsein.“ Dies würde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch in ihrem zukünftigen Berufsleben zugutekommen.

„Design Thinking hat noch nicht überall Einzug gehalten,“ berichtet Prof. Dr. Marco Hardiman. Dennoch kann diese Methode in allen Bereichen und Abteilungen zum Einsatz kommen. Einfach durch die Frage 'Was ist, wenn alles möglich wäre?', werden völlig neue und innovative Dinge entwickelt. Beispielsweise konnte die Fachhochschule Kiel im letzten Jahr über einen Design Thinking-Workshop einen neuen Studiengang entwickeln.

Jetzt bewerben

Der Workshop richtet sich insbesondere an Bachelor-Studierende, die für das Modul 5 ETCS erhalten, bei Bedarf auch benotet. Alle, die an diesem Modul teilnehmen möchten, können sich bis zum 10. April 2017 mit einem Motivationsschreiben bei Prof. Dr. Marco Hardiman (marco.hardiman(at)fh-kiel.de) bewerben. Mehr Infos zum Seminar gibt es hier.

Text: Nicole Bianga
(veröffentlicht: 07.04.2017)