Baumaßnahmen an der FH: Was tut sich da eigentlich auf unserem Campus?

Hier ein neues Gebäude, dort ein frischer Umbau - auf unserem FH-Campus hat sich in den letzten Jahren so Einiges getan, um der steigenden Studierendenzahl und der Raumnot Herr zu werden. Wer bereits lange genug an unserer FH studiert oder lehrt, konnte in den letzten Jahren unter anderem mit ansehen, wie das International Office 2011 am Sokratesplatz ein neues Zuhause fand oder wie vor zwei Jahren der Grundstein für das 1.430 qm große Seminargebäude in der Luisenstraße gelegt wurde. Dieses Jahr wurde unser Campus dann um gleich zwei Gebäude erweitert (Gebäude 31 und 32). Während der Neubau an der Schwentinenstraße zum neuen AStA-Sitz werden soll, dient das neu gebaute Kolleg neben dem Institut für CIM-Technologietransfer auch der Studiumsvorbereitung von Flüchtlingen.

Die Modernisierung unserer FH ist aber noch lange nicht zu Ende. Welche baulichen Maßnahmen an unserem Campus gerade durchgeführt werden, wo die Problemfelder liegen und was in den nächsten Jahren noch geplant ist, verriet uns der Leiter der Abteilung Bau, Liegenschaft und Arbeitssicherheit, Uwe Bothe, in einem Interview.

Aktuelle Maßnahmen am FH Kiel Campus

Hauptaufgabe der Abteilung für Bau und Liegenschaft an der FH Kiel ist es, die baulichen Möglichkeiten an unserem Campus zu ermitteln, erklärt Uwe Bothe im Gespräch: „Häufig entstehen an der Hochschule ganz plötzlich Bedarfe, die gedeckt werden müssen“, führt der Abteilungsleiter weiter aus.

Zu so einem plötzlichen Bedarfsfall wurde auch das Gebäude C13, Arbeitsquartier des Fachbereichs Informatik und Elektrotechnik (IuE). Denn wenn der Regen an die Fenster des IuE-Gebäudes prasselte, dann lief das Wasser auch hinein und beschädigte Inventar und Räumlichkeiten. Diese Problematik soll mit der derzeit durchgeführten „Energetischen Sanierung“ des Gebäudes C13 behoben werden. Die Fenster müssen ausgetauscht, die Fassaden teilweise erneuert werden. Darüber hinaus soll ein neuer Windfang am Eingang der Luisenstraße der Auskühlung im Winter entgegenwirken, ein barrierefreier Eingang geschaffen sowie eine Windkraftanlage auf dem Dach und eine Photovoltaikanlage an die Südfassade des IuE-Gebäudes angebracht werden. „Beide Energieanlagen sind mit einem Speicher versehen,“ führt Uwe Bothe aus. „Zweck ist, IuE als innovativen Fachbereich sichtbar zu machen.“ Die Anlagen dienen dabei laut Herrn Bothe vielmehr als Labor- und Forschungsgerät für den Fachbereich IuE und weniger der Stromversorgung des Gebäudes.

Um die aktuellen und geplanten Baumaßnahmen zu erläutern, muss Uwe Bothe ein wenig weiter ausholen. Nach dem Leiter der Bauabteilung lief die Finanzierung und Planung des Hochschulbaus früher zu 50 Prozent über den Bund und zu 50 Prozent über die Länder. Nachdem sich der Bund allerdings aus der Finanzierungsplanung zurückzog und den Ländern lediglich das Geld zukommen ließ, wurde ein Großteil der Finanzmittel der Christian Albrechts Universität zugesprochen. „Es entstand ein Stau an Investitionsmitteln bei der CAU, der alles andere blockierte. Also wurde den Hochschulen gesagt: Ihr habt Geld, also baut und plant Euren Bedarf selber,“ führt Uwe Bothe weiter aus.

Statt Baumaßnahmen langfristig zu planen, muss unsere FH momentan allerdings kurzfristig auf Problemfelder reagieren. „Ab 2018 werden hier Studierende des neuen Fachbereichs Bauwesen sein, ohne dass die Räumlichkeiten bisher da sind. Das heißt, innerhalb eines Jahres müssen wir hier Lösungen finden“, nennt Abteilungsleiter Uwe Bothe als weiteres Beispiel.  

    

Das Bibliothekarische Lernzentrum als mutiges Bauprojekt – geplante Maßnahmen am FH Kiel Campus

Ein laut Uwe Bothes „mutiges“ Bauprojekt ist das geplante Bibliothekarische Lernzentrum, welches unseren FH-Campus in den nächsten Jahren erweitern soll. Ab 2019 sollen die Bauarbeiten des dreistöckigen Gebäudes am nördlichen Ende des Campus beginnen. Bau- und Liegenschafts-Abteilungsleiter Uwe Bothe geht von einer frühesten Fertigstellung im Jahr 2021 aus. Das Budget für den Bau des Lernzentrums liegt derzeit bei 15 Millionen Euro (Präsidiumsbeschluss Anfang 2017). „Das sind natürlich erstmal hohe Investitionskosten, allerdings ist der Leistungsbedarf an Wärme und Strom sehr gering, das heißt, es werden Kosten und einige Tonnen an CO2 gespart“, erläutert Herr Bothe.

 

 

Ein Blick auf die Baupläne erklärt das Budget in Millionenhöhe: Mehr als 3.000 qm Nutzfläche auf drei Stockwerke verteilt, geschmückt mit einem bis zur Decke reichenden Atrium im Zentrum des Gebäudes, das für die nötige Offenheit sorgt. Während das dritte und zweite Stockwerk zur neuen Heimat der Zentralbibliothek werden und Platz zum Lernen für Studierende schafft, soll eine Cafeteria mit vorgelagerter Terrasse im Erdgeschoss für das leibliche Wohl sorgen. Ebenfalls im Erdgeschoss wird ein Versammlungs-/Seminarraum mit Platz für bis zu 300 Personen zu finden sein sowie ein multifunktionaler Rückzugsraum, in dem sich (werdende) Mütter mit ihren Kindern zurückziehen können.

  

Uwe Bothe schildert im Interview die Herausforderungen eines solch großen Bauprojekts: „Die Offenheit, die wir erzeugen wollen, bringt natürlich auch einige Probleme mit sich. In dem Gebäude wird die Bibliothek untergebracht, das heißt, dort muss es still sein. Aber im Erdgeschoss soll es eine Cafeteria geben, wo natürlich Geräusche und Gerüche entstehen. Zusätzlich gibt es noch eine enorme Brandschutzverordnung. Daher müssen mit allen Personen in diesem Gebäude kleinste Details besprochen werden wie beispielsweise, in welche Richtung die Cafeteria von ihrem Speiseplan gehen soll oder ob wir eine Fritteuse aufstellen oder nicht.“

    

Wilde Ideen vs. bauliche Möglichkeiten
Dem Leiter der Abteilung Bau und Liegenschaft kommt dabei eine Art Mittleraufgabe zu. „Die Professores kommen natürlich gerne mit den wildesten Ideen und ich muss dann schauen, was man davon auch bauen kann. Gemeinsam mit den Professores muss ich also überlegen, wie wir das Ziel unter den Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit oder auch der statischen Last erreichen können.“ Auch wenn Hochschulen mittlerweile das Recht haben, Baumaßnahmen zu planen und umzusetzen, muss ein gewisser Bedarf nachgewiesen werden. „Eine Schwimmhalle auf unserem Campus zu errichten, wäre eher schwierig“, stellt Uwe Bothe mit leichtem Bedauern fest. Hauptanliegen des Abteilungsleiters ist es also, Anforderungen und Möglichkeiten in Einklang zu bringen.

Dauerbrenner Parkplätze 
Ein Bedarf, der schon seit längerem bei allen autofahrenden FH-Angehörigen besteht, sind mehr Parkplätze an unserem Campus, das weiß auch Uwe Bothe:

„Die Parkplätze sind natürlich ein Dauerbrenner. Ich muss ganz klar sagen, es hätte bereits vor fünf Jahren ein Parkhaus an der FH errichtet werden müssen. Das Land stellt aber kein Geld für Parkplätze zur Verfügung, diese müssen also von der FH bezahlt werden. Die Nachhaltigkeits-Fraktion an der FH will aber natürlich viel lieber, dass der Öffentliche Nahverkehr oder Fahrräder verstärkt genutzt werden. Das heißt, es entstehen bei den baulichen Maßnahmen Konflikte und daraus müssen dann Strategien entwickelt werden.“

Wie diese Strategien aussehen, steht laut Uwe Bothe allerdings noch nicht fest, hierzu gebe es verschiedene Planspiele. Durch den Bau des Bibliothekarischen Lernzentrums gehen einige Parkplätze verloren - etwa 90 Stellplätze werden nach Bau des Lernzentrums erhalten bleiben. Geplant ist in jedem Fall, dass im nächsten Jahr eine Schranke die Parkplätze am nördlichen Ende des Campus absichern wird, um gegen Fremdparker vorzugehen. Zutritt zum Parkplatz sollen so nur Angehörige der FH mit ihrem FH-Ausweis erhalten: „Zuerst muss die Situation mit unseren Nachbarn im Ort abgesprochen werden, dann können wir eine Schranke errichten. Hier gibt es schon Überlegungen, die Nutzung der Parkplätze in eine ökologische Richtung zu steuern. Auf langfristige Sicht sehe ich aber ein Parkhaus kommen“, stellt der Abteilungsleiter schließlich fest.

Mehr Informationen über die baulichen Maßnahmen an der FH wird es nach der nächsten Senatssitzung Mitte September geben.

Text und Fotos: Nicole Bianga
(veröffentlicht: 12.09.2017)