SuperContact

Projektname: Funktionalisierte Oberflächen mit hydrophilen und antiadhäsiven Eigenschaften für optimierte Silikon-Appliances in der Medizintechnik (SuperContact)

Laufzeit: 04/2017 – 04/2020

Gefördert durch die Europäische Union – Europäischer Fonds für die regionale Entwicklung (EFRE), den Bund und das Land Schleswig-Holstein

Netzwerkpartner:

Wöhlk Contactlinsen GmbH und nandatec GmbH

Zusammenfassung und Ziele

Polymerwerkstoffe, darunter Silikone, Polyurethane und Polyacrylate finden massenhaft Anwendung in der Biotechnologie, da sie über hohe chemische Stabilität verfügen und transparent sein können. Ihre wasserabweisenden (hydrophoben) Oberflächen erweisen sich jedoch für viele Anwendungen als eher nachteilig. Zudem adsorbieren sie leicht Biomoleküle (Proteine, Polysaccharide..), die den Nährboden für Bakterien bilden, welche sich dann symbiotisch in resistenten Bakteriengemeinschaften (Biofilmen) weiter entwickeln und zu erheblichen Gesundheitsrisiken führen können. Diese Risiken bestehen für alle Arten von Kathetern, Beatmungs- und Dialyseschläuchen, Kontaktlinsen und anderen Sehhilfen aus Polymerwerkstoffen. Für die Prävention bzw. die Bekämpfung von Biofilmen werden Antibiotika und Metall- bzw. Metalloxidnanoteilchen eingesetzt, allerdings mit den bekannten Risiken der Multiresistenz für Antibiotika bzw. Metallionenfreisetzung. Eine alternative und z.Z. sehr intensiv erforschte Strategie ist die Funktionaliserung der Oberflächen - in der Regel von anorganischen Materialien - mit anti-adhäsiven, hydrophilen Polymeren.

Im Rahmen des Verbundprojektes SuperContact am IMST sollen Oberflächen von transparenten Polymeren mit anti-adhäsiven Polymeren funktionalisiert werden.

Folgende Eigenschaften werden von den Polymerschichten gefordert: Hohe Transparenz und Gasdurchlässigkeit, Flexibilität bei quellbaren Substraten, haltbare und freisetzungsfreie anti-adhäsive Wirkung sowie Hydrophilie, Biokompatibilität und Allergenfreiheit. Die Funktionsschichten werden in diesem Kontextan Kontaktlinsen appliziert und in der Praxis als Kontaktlinsenmaterialien erforscht. Um die Verankerung der funktionalen Polymere zu ermöglichen, werden die Materialien chemisch modifiziert.

Die Oberflächenmodifizierungen sowie sämtliche erforderliche Analysen und Materialprüfungen - bei Erfolg auch in-vivo (Tragetests) - erfolgen in enger Zusammenarbeit zwischen dem IMST - Institut für Werkstoff-und Oberflächentechnologie der Fachhochschule Kiel - und Firma Wöhlk. Alle biotechnologischen Testungen, inkl. Testungen im Tierversuchsersatzmodell, erfolgen in Zusammenarbeit mit Firma nandatec.

Pressemitteilung von Wöhlk