Aufwind für Nachhaltigkeit

Die FH Kiel feiert 2019 ihr 50-jähriges Bestehen – aber nicht nur auf die Entwicklung seit 1969 kann die Hochschule stolz sein, sondern auch auf vergleichsweise junge Errungenschaften: Seit nunmehr einem Jahr bezieht die FH ausschließlich Ökostrom. Seit 2017 sprudelt der öffentliche Wasserspender und hat Studierende und Mitarbeitende dazu inspiriert, auf Einwegflaschen zu verzichten - 31.768 Liter wurden seit der Einweihung gezapft. Und die Obstwiesen der FH feiern diesen Sommer ihren vierten Geburtstag – da kommen wir aus den Jubiläen gar nicht mehr heraus. 

Nachhaltigkeit für alle Angehörigen der FH eine große Sache. Gemeinsam bildet die Hochschule nicht nur die Exzellenz in der Lehre im Norden ab, sondern trägt auch dazu bei, gesellschaftliches und ökologisches Engagement zu zeigen und eine Vorbildfunktion für die nachhaltige Entwicklung einzunehmen. 

Gemeinsam wollen Lehrende, Studierende und Mitarbeitende der FH ihre Hochschule nachhaltig machen und das eigene Konsumverhalten so gestalten, dass sie der Gesellschaft und der Umwelt etwas Gutes tun. Dabei stehen die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen ebenso im Fokus wie die individuellen Vorstellungen und Möglichkeiten jedes und jeder einzelnen.  

Starke Initiativen wie der Öffentliche Kühlschrank (Öffkü) am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit zeigen neben zahlreichen Veranstaltungen und auf den Klimaschutz ausgerichteten Fachmodulen auf, wie weit die FH Kiel in ihrer Vorbildfunktion bereits gekommen ist. 

Green&Clean: Ein wichtiger Schritt 

Sicher kennen die meisten Hochschulangehörigen die grünen und blauen Gestalten, die uns seit 2013 daran erinnern, Strom zu sparen, die Fenster zu schließen und nach getaner Arbeit das Licht auszuschalten: Im Projekt Change Lab für nachhaltige Entwicklung an der FH wurde mit den Maskottchen Green&Clean für nachhaltiges Denken und Handeln im Hochschulalltag geworben. Die Arbeitsgruppe erarbeitete ein Konzept, um bei Studierenden und Mitarbeitenden einen bewussteren Umgang mit allen Ressourcen zu etablieren und auf die zu nehmenden Hürden des Klimawandels aufmerksam zu machen. 

Obstwiesen

Mit den Obstwiesen auf dem Campus ist ein weiterer Schritt getan, um für den achtsamen Umgang mit Ressourcen wie Nahrungsmitteln zu sensibilisieren. Hinter Gebäude 3 (dem WiSo-Hochhaus) und Gebäude 5 (CIMTT) sind die Obstwiesen im Jahr 2015 angelegt worden. Hier kann man verweilen, entspannen, regionale Früchte kennenlernen und probieren. Seitdem können die Früchte probiert und geerntet werden. Im Mittelpunkt stehen dabei der sorgsame Umgang mit und der Respekt vor den Pflanzen. 

Im Sommersemester 2019 kann sich die gesamte Hochschule wieder über Holunder, Kirschen, Birnen, Johannisbeeren und Stachelbeeren freuen. 

Nachhaltige Energietechnologie

Seit Oktober 2018 erzeugt die Fachhochschule selbst Solarstrom. Dafür wurden 51 Module an der Fassade von Gebäude 13 angebracht. Sie bringen es auf eine Gesamtfläche von rund 80 Quadratmetern, die unter optimalen Bedingungen eine Einspeiseleistung von acht Kilowatt erreichen. Der gewonnene Strom wird direkt ins Netz eingespeist und auf dem Campus verbraucht, der Stromverbrauch aus dem allgemeinen Netz wird damit reduziert. Mit der Effizienz der Anlage und den Auswirkungen in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit beschäftigen sich Studierende schon im Bachelor-Studium.

Schnelle Tipps für Studierende 

Nachhaltig leben, das kann ich mir im Alltag abseits der Hochschule aber nicht leisten? Falsch gedacht. Mit einfachen Tipps, die man gleich heute umsetzen kann, geht es Stück für Stück voran: 

  • Auf dem Wochenmarkt statt im Supermarkt einkaufen; und zwar dann, wenn die Stände schon abbauen. Dann gibt es gutes Obst und Gemüse besonders preiswert.
  • Lebensmittel möglichst ohne Plastikverpackung einkaufen, zum Beispiel in einem Hofladen, auf dem Markt oder im unverpacktLaden. Das minimiert nicht nur Müll, sondern regt auch zum Nachdenken an.
  • Krumm gewachsene oder als abgelaufen deklarierte Lebensmittel sind nicht schlechter als die schön geschwungenen Bananen oder das Müsli mit dem Haltbarkeitsdatum aus dem letzten Monat.
  • Im Wohnhaus oder in der Nachbarschaft Foodsharing initiieren und der Wegwerfmentalität trotzen.
  • Billige Kleidung gibt es heute leider im Überfluss. Wie wäre es stattdessen mit einem Besuch im SecondhandGeschäft oder auf dem Flohmarkt?  

Neue Perspektiven – Aufwind für Nachhaltigkeit

Mit Green & Clean hat es die FH geschafft, alle Angehörigen für eine nachhaltige Entwicklung der Hochschule zu sensibilisieren.

Die Schritte, die bereits getan wurden, dienen jetzt als Grundlage für neue Ideen und Initiativen. Die an der FH gelebte Kultur des Voneinander-Lernens und der Wertschätzung für die Lebensweisen aller Menschen unterstützt dabei, solche Perspektiven anzuregen.  

Julia Königs

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