Wissenschaftlicher Wettstreit um Buchhaltung und Finanzen

Zwei Premieren gibt es in diesem Jahr bei der „Trends in Accounting Research Conference“ (TARC): Die internationale Fachkonferenz findet das erste Mal an der Fachhochschule in Kiel statt, und erstmals wird der „Ernst & Young Student Research Award“ für das beste wissenschaftliche Poster zum Thema Accounting and Finance samt Präsentation ausgelobt.

55 Wissenschaftler*innen treffen sich von heute bis Freitag, 15. November in Kiel, um die aktuellen Fragen des Rechnungswesens und der Finanzwelt zu diskutieren. Der erste Tag der Konferenz ist dem wissenschaftlichen Nachwuchs gewidmet. Student*innen der Wirtschaftswissenschaften präsentieren einer fünfköpfigen Jury mit Vertreterinnen und Vertretern aus Polen, Litauen, Schweden und Deutschland ihre Forschungsergebnisse zu einem selbstgewählten Thema und diskutieren diese mit dem Fachpublikum. Der/die Gewinner*in bekommt einen Erlebnisgutschein im Wert von 250 Euro und die Erfahrung, vor den Expert*innen bestanden zu haben, gibt es dazu.

Sichtlich nervös sind die Studierenden, wenn sich die Jury nähert. Denn immerhin müssen sie ihr zuvor untersuchtes Thema auf Englisch präsentieren und auch die teilweise sehr speziellen Fragen der gestandenen Wissenschaftler*innen beantworten. „Es war eine kurze Präsentation, auf die man sich nicht so richtig vorbereiten konnte“, schildert Bachelorstudentin Julia Uhlig ihre Erfahrung nach der Vorstellung ihres Themas „The Walking Dead.  The Influence of Interest Rates on Zombie Firms“. Hierbei geht es um den Einfluss unterschiedlich hoher Zinsraten auf sogenannte Zombiefirmen. Derartige Unternehmen erzielen keine Gewinne mehr und decken Forderungen ihrer Gläubiger durch die Aufnahme immer neuer Kredite. Steigt das Zinsniveau, können sie ihre Kredite nicht mehr bedienen. „Sie haben mich gefragt, welche Daten ich für meine Untersuchung genutzt habe, die Formel kommentiert und haben auch noch Anregungen gehabt, was ich noch eingehender hätte untersuchen können.“

Die Idee, Studierende in die dritte TARC einzubinden, hatte Professor Dr. Jan-Hendrik Meier vom Institute of Accounting & Auditing des Fachbereichs Wirtschaft an der FH Kiel. „Die Konferenz an sich ist für Studierende eventuell noch ein wenig zu speziell. Dennoch möchten wir die Chance nutzen, sie daran zu beteiligen. Denn die wissenschaftliche Basis ist wichtig für eine umfassende Ausbildung und das Verständnis der Materie“, erklärt er die Beweggründe. Wichtig ist für ihn auch die Arbeitssprache Englisch. „Die meisten Publikationen sind in dieser Sprache verfasst und auch im Arbeitsleben ist es bei den großen, internationalen Arbeitgebern unumgänglich.“ Auch Julia Uhlig bekräftigt, dass es ihr persönlich und fachlich etwas gebracht hat. „Ich interessiere mich für das Thema Controlling, kann mir aber auch vorstellen, die Themen Niedrigzinsen und Zombiefirmen in meiner Bachelorarbeit aufzugreifen.“

Die Preisträger:

Platz 1 belegten Alina Schmidt, Philip Schüller und Philipp Setzpfand mit dem Thema „Who Owns Germany? The Shareholders of the HDAX and SDAX“.

Platz 2 teilen sich Hendrik Pieper und Philipp Ottenstein und ihr Thema „Digital Financial Reports Improve Stock Liquidity“ mit Finn Ellen, Frederic Scholz, Lenard Voß und Markus Lantau, die sich der Frage „Any News Good News? - Impact of Ad Hoc Releases on Stock Price“ gewidmet haben.

Platz 3 ging an Daniel Oßmann, Andreas Schwarz, Simon Treziak und Norman Voß mit dem Thema „Forecasting of Energy Markets: An Analysis of the Factors influencing the European Union Emission Allowances Price on the European Energy Exchange“.

 

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurden die Platzierungen falsch aufgeführt. Das bitten wir zu entschuldigen.