Abwechslungsreiche Lehrzeit geht zu Ende

Mit Ablegen der mündlichen Prüfung geht heute für Felix Rößger und Henri Witte die dreijährige Ausbildung zum Feinwerkmechaniker in der Zentralwerkstatt der Fachhochschule Kiel zu Ende. Was die beiden Gesellen aus der Lehrzeit mitnehmen und wie es für sie weitergeht, verrieten sie im Gespräch mit der viel.-Redaktion.

An der Erstellung eines Drahtschneiders haben die beiden Lehrlinge, die ihre Ausbildung ein halbes Jahr verkürzen konnten, bewiesen, dass sie ihr Handwerk verstehen. An ungezählten Stücken konnten sie im Laufe der Ausbildung Erfahrungen sammeln.  Die Aufträge kommen aus den Fachbereichen, die Stücke für die Lehre brauchen, aus Projekten wie Raceyard oder Baltic Thunder, die Teile für ihre Fahrzeuge benötigen, oder auch von externen Firmen. „Ich finde es cool, dass wir hier nur Einzelstücke machen und keine Massenfertigung von ein und demselben Teil“, sagt Henri Witte. Der 21-Jährige sah sich nach dem Abitur noch nicht bereit für ein Studium, wollte erst einmal „etwas Handfestes und Handwerkliches“ machen. „Es sollte etwas mit Metall sein“, sagt der Büdelsdorfer weiter. Und da fand er in der Zentralwerkstatt genau das, was er suchte. Mit dem Gesellenbrief in der Tasche möchte er nun zum Wintersemester ein Studium aufnehmen: Medizintechnische Ingenieurwissenschaften an der Uni Lübeck.

Sein Kollege Felix Rößger wollte eigentlich nach dem Abitur studieren, legte dann aber erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Awo  ein. Viele seiner Freunde brachen ihr Studium ab, und der heute 27-Jährige entschied sich zu jobben. „Irgendwann ist mir klar geworden, dass der technische Bereich etwas für mich ist“, so der Kieler. Die Ausschreibung der Zentralwerkstatt sagte ihm zu, er bewarb sich und erhielt eine Zusage. Die Ausbildung hat er mit der Note Sehr gut abgeschlossen. Wie Henri Witte gefällt auch ihm die Abwechslung in der Arbeit, außerdem die Ausstattung der Werkstatt und die kollegiale Stimmung. Das alles kann der auch weiterhin genießen, denn Rößger wird übernommen, nimmt den Platz eines Kollegen ein, der in Altersteilzeit geht.

Zum 1. September werden zwei neue Lehrlinge das Team  verstärken, zu dem neben den fünf Mitarbeitern zum Teil bis zu sechs Auszubildende gehören. „Unsere Hochschule, früher staatliche Ingenieurschule, bildet schon seit Ende der 1930er Jahre aus“, erklärt Meister Detlef Möller, Leiter der Werkstatt. Bis 2000 war diese noch in der Legienstraße 35 zu finden.  Beim Neuaufbau in Dietrichsdorf war er beteiligt, brachte seine langjährige Erfahrung ein und sorgte so unter anderem für die optimale Anordnung der Gerätschaften, was die Arbeit erleichtert. Noch ein Vorteil: Fast alle Bestandteile der Ausbildung können in der Werkstatt geleistet werden. „Wir geben unser Wissen gern weiter und freuen uns über die gute Unterstützung durch die Lehrlinge“, sagt Möller.