„Kamera ab“ für das Kieler Woche-Gefühl

Bis zu drei Millionen Besucher schlendern bei der diesjährigen Kieler Woche an Segelschiffen, Bühnen, Essen- und Getränkeständen vorbei, lachen, feiern, genießen – irgendwo unter ihnen: Studierende der Fachhochschule Kiel, ausgestattet mit Kameras, Tongeräten und Mikrofonen. Beim größten Segelsportereignis der Welt sind Studierende aus dem Studiengang Multimedia Productions auch dieses Jahr wieder unterwegs, um im Auftrag der Stadt Kiel eine Woche lang Filme zu produzieren.

Im Offenen Kanal Kiel schneiden die Studierenden die Filme in eigenen Redaktionen. Anschließend werden sie auf der Internetseite und den Social-Media-Kanälen der Stadt veröffentlicht. Im Vergleich zu den vorherigen Jahren produzieren die Studierenden keine Nachrichtenbeiträge mehr, sondern Imagefilme: „Durch unser geändertes Kommunikationskonzept soll vor allem das Gefühl der Kieler Woche eingefangen und auf die Menschen übertragen werden – und zwar über einen langfristigen Zeitraum“, erklärt Martin Drexler, Leiter der Online-Redaktion der Landeshauptstadt Kiel.

Das Kieler Woche Projekt wurde in den vergangenen Jahren immer wieder den medialen Entwicklungen angepasst – seit über einem Jahrzehnt arbeiten Fachhochschule und Stadt dabei zusammen: „Auch dieses Jahr sind wir gemeinsam zusammengekommen: die Stadt Kiel unterstützt uns nach allen Kräften – unsere Zusammenarbeit beruht vor allem auf gegenseitigem Vertrauen“, sagt Dr. Jörn Radtke, Professor der Fachhochschule Kiel und Hauptverantwortlicher des Kieler Woche Projekts.

Da die Filme veröffentlicht werden, ist den Studierenden und Verantwortlichen die Qualität der Filme besonders wichtig, bestätigt Peter Dresewski, Professor an der Fachhochschule Kiel und Redaktionsleiter des Kieler Woche Projekts: „Am Ende soll ein Hochglanzprodukt stehen. Die Studierenden werden dabei von unseren zahlreichen Betreuern professionell unterstützt.“ Die Betreuer sind den ganzen Tag im Einsatz, teilweise bis tief in die Nacht. Sie helfen bei Dreh, Schnitt und Ton: „Anfangs begleiten wir die Gruppen und springen ein, falls Unsicherheiten auftreten – sobald alles rund läuft, ziehen wir uns zurück und lassen die Studis machen“, erklärt Jannis Lippisch, einer der Betreuer.

Bis alle Filme fertig sind und veröffentlicht werden, dauert es noch – mit den bisherigen Leistungen der Studierenden sind die Verantwortlichen sehr zufrieden: „Vom Seminar über die Gruppenfindung bis zum Pitching für die Stadt Kiel: bisher leisten die Studierenden prima Arbeit“, erklärt Dresewski. Auch Martin Drexler freut sich auf die Imagefilme der Studierenden: „Die Konzepte sehen bis jetzt sehr vielversprechend aus – wir sind schon sehr gespannt auf die fertigen Beiträge der Studierenden.“

Wie so ein Beitrag umgesetzt wird, sieht man an diesem Vormittag am Germaniahafen an der Hörn – zwischen Segelbooten und Sonnenstrahlen haben sich Ladina Vaigt, Tessina Strelow und Victoria Horstmann positioniert, um ihren ersten Clip des Tages zu drehen: Jugendliche, die am Wasser sitzen und Eis essen. Für den Dreh hat die Gruppe aus dem vierten Semester sogar mehrere Darsteller engagiert, die im Imagefilm mitwirken. Der Drehplan ist eng getaktet, denn später geht für die drei Studentinnen noch weiter: Jahrmarkt, Funpark, Playground, Junge Bühne, Woderkant, Kiellinie, Schlossgarten und Waldbühne. Am Ende sollen die einzelnen Clips zu einem Imagefilme zusammengeschnitten werden. Mit dem Film will die Gruppe Angebote für Jugendliche auf der Kieler Woche zeigen. Der straffe Zeitplan stört die Studentinnen nicht: „Bis jetzt macht es richtig Spaß. Und ein Kunde wie die Stadt Kiel motiviert natürlich nochmal extra“, erklärt Ladina Voigt. Unterstützt wird die Gruppe von Birthe Langfeldt, Lehrbeauftragte an der Fachhochschule Kiel. In den vergangenen Tagen hat sie mehrere Studierende begleitet und ihnen geholfen – von der Zusammenarbeit ist sie begeistert: „Das Kieler Woche-Projekt erfüllt mich mit Freude: die Studis sind wissbegierig, lernfähig und dankbar. Das macht großen Spaß.“

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