Intensive Eindrücke und amüsante Momente

Vom 25. bis 28. September besuchten 46 Studierende aus dem Bachelorstudiengang Bildung und Erziehung im Kindesalter und eine Studentin aus dem Masterstudiengang Forschung, Entwicklung und Management in Begleitung von Prof.in Dr.in Sylvia Kägi, Verena Winter und Nadine Backer pädagogische Einrichtungen und Bildungsinstitutionen in Wien.

Nach einer ersten Annäherung an die Stadt, mit Besichtigung der zentralen Sehenswürdigkeiten, und einem Abendessen mit Wiener Spezialitäten, führte der Weg am nächsten Morgen in unterschiedliche Wiener Kindertageseinrichtungen – darunter u.a. Einrichtungen der Wiener Kinderfreunde und eine Montessori-Kita.

In Kleingruppen konnten die Studierenden den Alltag der Kindertageseinrichtungen hospitieren und mit den pädagogischen Fachkräften vor Ort in Austausch treten. Bereits hier wurde deutlich, dass die Fachkräfte in Österreich mit einem anderen Fachkraft-Kind-Schlüssel auskommen müssen und was das für den Alltag in der Kita bedeutet.

Immer wieder stießen sie bei ihrem Besuch in Wien auf sprachliche Besonderheiten. Obwohl wir auf dieser Exkursion keine sprachliche Hürde überwinden mussten, lösen Bezeichnungen wie „Sesselkreis“ (hier: Stuhlkreis) oder „ausrasten“ (hier: ausruhen) ganz andere Assoziationen bei uns aus, was immer wieder zu amüsanten Momenten in der Verständigung führte.

Im Anschluss an die ersten intensiven Eindrücke kindheitspädagogischer Praxiseinrichtungen, lud Astrid Schweitzer zu einem Vortrag über die Pikler-Pädagogik in die Räume der Wiener VHS GmbH ein. Ihr Vortrag umfasste die Entstehungszusammenhänge und die drei Säulen der Pikler-Pädagogik.

In anschaulichen Übungen erlebten die Studierenden, was es bedeutet, in beziehungsvoller Annäherung insbesondere Kinder im Alter von 0-3 Jahren bei der Entwicklung zu pflegen bzw. zu versorgen. Für die Studierenden war besonders interessant, wie die Pikler-Pädagogik in Wiener Kinderkrippen etabliert ist. Innerhalb dieser Diskussion erfuhr die Gruppe von dem erheblichen Spannungsverhältnis zwischen dem Wiener Bildungsplan und dessen Umsetzung innerhalb der Praxis.

Am nächsten Morgen führte uns der Weg in Wiens älteste Einrichtung für Menschen mit Behinderungen: „Das Band“. Das Angebot der Organisation umfasst Werkstätten und teilbetreutes Wohnen für Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. Die Exkursions-Gruppe hörte einen Vortrag vom Geschäftsführer Prof. Dr. Tom Schmid zur Entstehungsgeschichte der Organisation und den Hintergründen sozialer Betreuungsberufe in Wien. Tom Schmid ist auch Professor an der Fachhochschule St. Pölten, mit der die FH Kiel eine Partnerschaft pflegt. Melanie Wutte, die Leiterin der Sektion Soziale Arbeit & Sozialpädagogik, stellte Konzeption und Tagesstruktur der Werkstätten vor. Gemeinsam mit Dagmar Steiner (Marketing und Öffentlichkeitsarbeit) und einem Teilnehmer der Organisation führt sie die Studierenden durch die unterschiedlichen Werkstätten.

Die Studierenden erhielten Einblicke in die Werkstätten, in denen die Teilnehmer*innen sowohl Auftragsarbeiten für externe Kund*innen erledigen, selbstgewählte Lerninhalte bearbeiten, als auch kreativ und produktiv tätig werden können.

Als besonders eindrucksvoll empfanden die Studierenden den Austausch mit den Teilnehmer*innen vor Ort, die den Studierenden einen Einblick in ihre Tätigkeiten gewährten.

Nach diesen vielfältigen Eindrücken aus den pädagogischen Praxisfeldern, besuchte die Exkursionsgruppe am Nachmittag die FH Campus Wien. Die Studierenden erhielten einen Einblick in den berufsbegleitenden Bachelorstudiengang „Sozialmanagement in der Elementarpädagogik“, in die thematischen und methodischen Schwerpunkte. In Kleingruppen war es uns möglich an Seminaren teilzunehmen. Mag.a Nina Hover-Reisner (Studiengangsleitung) und Mag.a Dr.in Maria Fürstaller (Lehre und Forschung) führten überdies in das komplexe Ausbildungssystem pädagogischer Berufsgruppen in Österreich ein und reflektierten die zentralen Herausforderungen, die sich dem frühpädagogischen Feld stellen.

Während der Exkursion fragten wir uns immer wieder, vor welchen Herausforderungen pädagogische Fachkräfte in Österreich stehen, welche Erwartungen an sie gestellt werden und wie diese damit umgehen. Die eindrücklichen Beobachtungen und den offenen Austausch mit allen Gastgeber*innen nehmen wir mit, um auch über die (früh)pädagogischen Verhältnisse in Deutschland zu reflektieren.

Am Vormittag vor der Abreise blieb dann noch einmal Zeit die Eindrücke sacken zu lassen und die bunte, kulturelle Vielfalt Wiens zu genießen.