Warum die Beschäftigung mit dem Älterwerden?

Auch für jüngere Menschen lohnt sich die Beschäftigung mit dem Älterwerden: Erstens ist das Älterwerden ein Querschnittsthema in der Sozialen Arbeit, weil die Adressat*innen Sozialer Arbeit in allen Feldern älter werden: Soziale Arbeit mit Familien, Soziale Arbeit mit suchtgefährdeten und psychisch kranken Menschen, Soziale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen oder Soziale Arbeit im Gemeinwesen. Zweitens ist das Älterwerden ein ungeheuer vielfältiges Thema: Vergeht die Zeit gefühlt im Alter schneller? Und wenn ja, warum? Werden Menschen mit Demenz wieder zu Kindern oder können Teile des Selbst so in den Körper sedimentieren, dass sie erhalten bleiben? Bedeutet Liebe im späteren Leben etwas anderes als in jüngeren Jahren? Drittens kann man auch persönlich davon profitieren, wenn man sich mit einer Lebensphase beschäftigt, die man noch vor sich hat.  Es bietet sich die Beschäftigung mit grundsätzlichen Fragen an, die auch für jüngere Menschen zentral sein können:  Wie gehe ich mit Abhängigkeit und körperlicher und seelischer Verletzbarkeit um? Was ist es, was in meinem Leben wirklich für mich zählt? Wie kann ich anderen Menschen nahe sein? Wie gehe ich konstruktiv mit Konflikten und meinen Gefühlen um? Wie gehe ich mit schwierigen Lebenssituationen um?

Seminargestaltung und Umgang

Ich lege in meinen Veranstaltungen Wert auf eine gute Lernatmosphäre. Darunter verstehe ich, dass jeder für sich den Raum hat, sich mit seinen Beiträgen einzubringen, und man sich wohlwollend und wertschätzend begegnet. Dazu zähle ich auch ein fehlertolerantes Klima und das Recht aus Nichtwissen. Insgesamt ist mir ein achtsamer Umgang wichtig, d.h. Offenheit und Neugier für die Position des anderen bei gleichzeitiger Wahrnehmung der eigenen und der fremden Bedürfnisse. Aus diesem Grund möchte ich Sie bitten, abgesehen von Vorlesungen und dem Einsatz als Übungsmittel, auf Handys und Computer in den Veranstaltungen zu verzichten. Da ich gern interaktiv arbeite, ist es mir wichtig, dass wir wechselseitig aufmerksam für einander sind.