Einmal Japan und zurück

 

Am 07.11.07 veranstaltete die Fachhochschule Kiel bereits zum 16. Mal ihren Firmenkontakttag. Unter den 63 Ausstellern aus Deutschland und Europa waren auch Absolventen unserer Hochschule, die jetzt Nachwuchs für „ihr“ Unternehmen suchen.

 

„Nein, wir bauen keine Atomkraftwerke“, beantwortet Florian Schulz die Frage der Studenten, die vor seinem Stand der Hitachi Power Europe GmbH stehen. Geduldig steht er beim Firmenkontakttag Rede und Antwort. „Es ist schon interessant, weil man doch noch ziemlich gut im Kopf hat, wie das war als Student, wie man sich auch interessiert für Ehemalige oder auch für Firmen. Da kann man dann vielleicht ein bisschen besser drauf eingehen.“ Es ist noch gar nicht lange her, da holte sich Florian Schulz auch seine Brötchen unten in der Cafeteria, schlenderte über den Campus und besuchte Vorlesungen im Großen Hörsaalgebäude.

Vor zwei Jahren erst schloss er sein Diplomstudium im Maschinenwesen ab. „Für mich war es gut, dass man in diesem Studiengang Maschinenbau relativ frei wählen konnte, sich das Studium nach den eigenen Interessen zusammenstellen konnte. Ich habe mir selber Praktika, Jobs und Projekt-Arbeiten im Bereich der Kraftwerkstechnik dazugesucht. Da bietet Kiel aber auch was, ich habe meine Diplomarbeit zum Beispiel hier nebenan in der Nachbarschaft im Kraftwerk geschrieben.“  

Während seines Studiums hielt der gebürtige Hannoveraner, den einst die Marine nach Kiel lockte, der Förde die Treue, aber dann packte er seine Koffer: „Ich bin dann nach Japan gegangen mit dem DAAD Graduiertenprogramm „Sprache und Praxis in Japan“. Das beinhaltet anderthalb Jahre Japan, neun Monate Sprachkurs in Japan und anschließend neun Monate Einsatz in einem japanischen Unternehmen, oder auch in einem deutschen Unternehmen in Japan.“ Ein Riesenschritt für Florian Schulz, das schwierigste war natürlich die japanische Sprache. Auch wenn die Japaner ihre Produkte in die ganze Welt verkaufen, Englisch sprechen die meisten trotzdem nicht. „Da muss man erst mal kämpfen und viel Geduld aufbringen“, erinnert sich Florian Schulz mit einem Lachen. Er hat sich durchgesetzt, nach neun Monaten Weltmetropole Tokio ging es aufs Land, ein echtes Kontrastprogramm. In der Nähe von Hiroshima arbeitet er in einem Partnerunternehmen von Hitachi Power Europe, eine Zeit die er wirklich nicht missen möchte. „Ich denke auf lange Sicht bringt so ein Auslandsaufenthalt sehr viel, vor allem interessante Kontakte, bei uns im Konzern und in die gesamte Wirtschaft Japans, aber auch Deutschlands. Wir waren 14 Personen in dem Programm, ich halte noch heute Kontakt zu ehemaligen und zu aktuellen Teilnehmern.“  

Der Schritt zurück nach Deutschland war willkommen, so spannend und interessant so ein Auslandsaufenthalt auch sei, so nett sei es, wieder da zu sein. Was für ein schönes Land Deutschland ist, habe er vor allem in Japan gelernt, meint Florian Schulz. Beruflich hat sich sein Ausflug in jedem Fall gelohnt, seit einem halben Jahr arbeitet er als junge Führungskraft bei Hitachi Power Europe, mit guten Aufstiegschancen. Kein Wunder, jetzt helfen ihm seine Erfahrungen mit der Japanischen Unternehmenskultur und das „Konnichiwa“ - Guten Tag auf Japanisch - kommt ihm ganz selbstverständlich mit einem höflichen Lächeln von den Lippen.    

Kiel, 7.11.2008