Die Fachhochschule Kiel im Second Life

 

Das fliegende Klassenzimmer 2009

 

Im Mai 2008 besetzten Studierende der Multimedia Production eine 65.536 Quadratmeter große virtuelle Insel im Second Life. Zunächst campierten die Besetzer noch auf einem kahlen Gelände, bauten dann mit dem Bunker-D das erste Bauwerk und übertrugen nach und nach die prägnantesten realen Gebäude auf den virtuellen Campus. Mittlerweile gibt es auf der virtuellen Insel - neben dem Bunker-D - die Mensa samt Bootsanlegern, die Schwentinefähre, Testgebiete für den Mediendom, das Projekt „Virtuelle Museen“ und das in der Realität noch im Bau befindliche Audimax. Im Herbst 2008 entwarfen die Studierenden unter der Leitung der Lehrbeauftragten Nadja Franz schließlich virtuelle Klassenzimmer, entwickelten einen offenen Hörsaal für Veranstaltungen. Schließlich sollen im Second Life auch Möglichkeiten für die virtuelle Lehre und für kombinierte Veranstaltungen geschaffen werden, die zeitgleich im realen und im virtuellen Raum stattfinden. Erste Experimente sind im Rahmen der Bunkerwoche im April 2009 geplant.

Die Entwicklung der Second Life Präsenz der Fachhochschule Kiel, betont Nadja Franz, ist für die Studierenden nicht nur eine kreative und technische Herausforderung, sondern auch eine wertvolle Vorbereitung auf die Berufstätigkeit:

„Gerade im kreativen Bereich, im Bereich der Forschung und Lehre und der wissenschaftlichen Visualisierung bietet Second Life die Möglichkeit, sich experimentell auf das ‚Web 3D’ vorzubereiten. Dieses wird sich früher oder später als eine Erweiterung des jetzigen World Wide Webs etablieren. Nicht ohne Grund wächst die Zahl der Bildungseinrichtungen und Forschungsarbeiten, die sich mit Second Life beschäftigen kontinuierlich.“

Und so geht die Arbeit weiter: Wenn die formale Grundausstattung der Hochschul-Insel abgeschlossen ist, werden die Studierenden ihre Kreativität beim Dreh von „Machinima-Filmen“ entfalten. Der Begriff Machinima setzt sich aus "machine", "cinema" und "animation" zusammen. Second Life bietet für diese Filme die optimale Plattform, da die Nutzer das gesamte virtuelle Filmset völlig frei gestalten können.

Zukünftig sollen weitere Fachbereiche der Hochschule in das Projekt Second Life einbezogen werden, um die interdisziplinäre Lehre und Kooperationen zu fördern. Die Entwicklung einer gemeinsamen Sprache in heterogenen Arbeitsgruppen, ist für die erfolgreiche Durchführung von Projekten unerlässlich und könnte in Second Life bereits geübt werden.