„Hier passiert jeden Tag etwas Kurioses.“

Kiel, 21.09.2010

„Hier passiert jeden Tag etwas Kurioses.“ Der gelernte Elektroinstallateur Ralf Schlünzen und sein Kollege Friedrich Gießen, ausgebildeter Sanitärinstallateur, kümmern sich Tag für Tag um Haus und Hof der FH Kiel. Auch bei Notfällen auf dem Campus sind die gebürtigen Kieler stets zur Stelle. Und das schon seit 20 Jahren. Im Sommer 1990 wurden beide „zusammen eingestellt“.

KJ (Katja Jantz): 20 Jahre – das ist eine ziemlich lange Zeit.

RS (Ralf Schlünzen): Ja, das stimmt. Ich habe vor kurzem gehört, dass Fritz und ich vom Verwaltungsteam am drittlängsten hier arbeiten.

KJ: Haben Sie diesen Anlass auch gebührend gefeiert?

FG (Friedrich Gießen): Im kleinen Kreis schon. Wir haben zusammen mit unserer Abteilung gegrillt.

RS: Offiziell passiert auch erst ab 25 Jahren etwas. Nach 20 Jahren Ehe hat man schon mehr Jubiläen hinter sich…Rosenhochzeit, Petersilienhochzeit, … Wenn man es denn schafft.

KJ: Was hat sich in den vergangenen Jahren in der FH verändert?

RS: Alles. Wir sind z. B. hierher auf das Ostufer umgezogen. Seitdem kommt ein Gebäude nach dem anderen hinzu, der Campus wird immer größer. Die Veranstaltungen auf dem Campus nehmen ebenfalls zu, auch durch das Audimax. Eigentlich tut sich täglich etwas, was nicht immer unbedingt von Vorteil ist.

FG: Wir bekommen alles mit, was sich auf dem Campus tut. Im Grunde kennen wir jeden hier. Und uns müssten auch alle kennen.

KJ: Ist Ihnen aus den letzten 20 Jahren etwas besonders Kurioses im Gedächtnis geblieben?

FG (lacht): Hier passiert jeden Tag etwas Kurioses.

RS: Ich erinnere mich an einen Winter, in dem das Hochhausgebäude komplett „unter Wasser“ stand. Zwischen Weihnachten und Neujahr, als niemand hier war, ist die Heizung ausgefallen. Daher sind alle Heizkörper eingefroren. Zu der Zeit war das Gebäude zwar noch im Bau und alles stand leer, aber es war trotzdem sehr ärgerlich.

FG (ergänzt): Ja, das war schon eine mittlere Katastrophe. Wir kamen aus dem Urlaub zurück und die gesamten Heizkörper im Gebäude waren durch die Kälte auseinandergesprengt worden. Alles war schwarz vom ausgelaufenen und gefrorenen Heizungswasser.

KJ: Glücklicherweise passiert so etwas nicht täglich. Wie sieht denn ein normaler Tagesablauf bei Ihnen aus?

RS: Einen „normalen“ Arbeitstag mit einem bestimmten Ablauf gibt es eigentlich nicht. Denn es funktioniert nicht, sich einen genauen Zeitplan zu erstellen – irgendetwas kommt immer dazwischen.
Grundsätzlich übernimmt Fritz die sanitäre Instandhaltung des gesamten Campus, während ich regelmäßig alle elektrischen Anlagen kontrolliere. Tausende von Lampen, Hunderte von Toilettenspülungen – das sind Mengen, die man manchmal gar nicht so recht überblicken kann.

FG: Wir sind als Hausmeister und Techniker der Zentralverwaltung in der Bau- und Liegenschaftsabteilung angestellt. Während jeder Fachbereich noch einen eigenen Hausmeister hat, sind wir sozusagen „campusweit“ tätig. Ich kümmere mich hauptsächlich um die beiden Hörsaalgebäude. Erst einmal sorge ich dafür, dass auf dem Außengelände alles sauber und in Ordnung ist. Dann bereite ich die Hörsäle selbst vor und überprüfe, ob z. B. die Medientechnik funktioniert.

Nebenbei machen wir – gemeinsam mit zwei anderen Personen –Bereitschaftsdienst. Wenn beispielsweise nachts die Kühlungen der Server ausfallen oder eingebrochen wird, bekommen wir über die Gebäudeleittechnik eine Nachricht auf unsere Handys.

KJ: Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am besten?

RS: Die Selbstständigkeit. Ich kann mir die Zeit für meine Aufgaben überwiegend selbst einteilen – außer in Notfällen natürlich. Ansonsten macht die Arbeit insgesamt viel Spaß, ich komme jeden Morgen gerne hierher.

FG: Und es ist schön, sowohl draußen an der frischen Luft als auch drinnen arbeiten zu können. Ich bin vollkommen glücklich mit meiner Arbeit.