Die FH Kiel ist e-mobil – Professoren punkten bei 1. Nordeuropäischer E-Mobil Rallye

Kiel, 28.03.2011

Das Wochenende vom 19. bis 20. März 2011 war spannend für die Fachhochschulprofessoren Ronald Eisele und Klaus Lebert. Gemeinsam mit Rolf Ewers vom Kieler Autohaus Ernst hatten sie an der ersten 1. Nordeuropäischen E-Mobil Rallye teilgenommen, die über 220 Kilometer vom dänischen Apenrade nach Husum führte. 40 Teams hatten die Herausforderung angenommen und kamen auch ins Ziel – trotz Pannen bei den Energieversorgungsunternehmen, die teilweise die Ladung der Fahrzeuge nicht sicherstellen konnten.

Zugelassen zur Rallye waren drei- und vierrädrige Elektroautos und Wasserstofffahrzeuge. Das FH-Team trat mit einem nagelneuen Peugeot iOn an, den das Kompetenzzentrum für Elektromobilität Schleswig-Holstein (KESH) in letzter Minute am Freitag übernehmen durfte. Es handelt sich um eines der allerersten verfügbaren Serienelektrofahrzeuge in Deutschland!

Der Startschuss fiel am Sonnabend auf dem Marktplatz von Apenrade, bei strahlendem Sonnenschein. Entlang der Küste von Abendraa bis Sonderborg mussten die Teams knifflige Orientierungsaufgaben lösen. Das Alsion der Süddänischen Universität in Sonderborg war Gastgeber für die erste Mittags- und Ladepause. Hier absolvierten die Teams die ersten sogenannten Wertungsprüfungen, die in die Gesamtwertung einfließen sollten. Die Fahrerinnen und Fahrer mussten z. B. besonders gleichmäßig fahren oder eine definierte Strecke auf eine Zehntelsekunde genau abfahren. Ziel der ersten Etappe war am Abend Flensburg, wo die 40 Teams mit Blasmusik und einem abschließenden Beschleunigungswettbewerb in den Feierabend entlassen wurden.

Am nächsten Morgen dann die böse Überraschung: Einige Teams mussten feststellen, dass ihre Fahrzeuge wegen eines nächtliches Netzausfalls auf dem Gelände der Stadtwerke Flensburg nicht geladen waren. Auch das FH-Team konnte nur mit einer geringen Teilladung die folgenden Prüfungen antreten. Zugunsten von mehr Kilometern lautete das Motto daher „Elektrische Heizung aus“. Mit ein wenig Glück und einem guten Riecher für die beste Strecke rumpelten die FH-Professoren über die Feldwege von Sankelmark und sparten so Kilometer und wertvolle Energie. Mit der letzten Wattstunde „im Tank“ erreichten sie mittags in Schuby den Betriebshof der Netz AG Schleswig Holstein, luden kurz die Batterien auf und machten sich auf die schwierige Restetappe nach Husum. Eine letzte Zeitfahrprüfung war zu bestehen und dann war der Weg frei zum Ziel: der Abschlussveranstaltung auf der new energy 2011

Nach erfolgreicher absolvierter Rallye wird das Fahrzeug nun in der Mechatronik-Ausbildung und der Forschung der FH Kiel eingesetzt. Als einzige Hochschule im Norden bietet sie Bachelor- und Masterstudierenden Vertiefungsfächer für Elektromobilität. Ein wichtiges Ziel des Kompetenzzentrums für Elektromobilität Schleswig-Holstein der FH Kiel ist es, die Ausbildung der Studierenden praxisnah zu gestalten.

Mithilfe eines modernen Elektrofahrzeugs können Studierende Aufbau und Funktion von mechatronischen Komponenten im wahrsten Sinne des Wortes begreifen. Bald gestatten die neuen Räume von KESH auch Untersuchungen eines Fahrzeuges im aufgebockten Zustand. Darüber hinaus dient das Fahrzeug dem Sammeln von Betriebsdaten aller Komponenten und der Analyse von Heizung und Kühlung im Fahrgastraum. Im Fahr- und Laborbetrieb werden die energetischen Daten der Aggregate und ihre Wirkung (Fahrleistung und Raumklima) beschrieben und modelliert. Diese Modelle und Datensätze sind die Voraussetzungen für die individuelle Verbesserung der zahlreichen Komponenten von E-Fahrzeugen. Und dies ist das Hauptanliegen der Forschungskomponente im Einsatz dieses E-Fahrzeuges.

Text: Prof. Ronald Eisele