10 Tipps gegen den Lernstress: Erfolgreich durch das Semester

Foto: Kaja Grope, © Fachhochschule Kiel

Mit jedem neuen Semester beginnt auch das Lernen in allen Fachbereichen wieder von vorn: Klausuren wollen geschrieben, Hausarbeiten verfasst, Skripte gelernt und Präsentationen gehalten werden. Für viele Studierende kann diese Phase des Lernens und Fokussierens sehr belastend sein, zumal viele unterschiedliche Module und somit Lerninhalte die Aufmerksamkeit erfordern. Es gibt allerdings einige hilfreiche Ratschläge, mit denen man sich gut auf die Semester- und Prüfungszeit vorbereiten kann. Julia Königs aus der viel. Redaktion hat zehn dieser Tipps zusammengestellt.

1. Lerntyp herausfinden

Alles gelingt leichter, wenn man weiß, welcher Lerntyp man ist. Einige können sich Dinge besser einprägen, wenn sie diese laut aussprechen oder aufschreiben. Andere müssen hören, was sie lernen, oder verknüpfen ihre Lerninhalte mit Bildern. Auch ein Mix aus allen Formen kann der perfekte Lernrhythmus sein. Auch die persönlichen Lernzeiten spielen eine Rolle. Neurowissenschaftlerinnen und Neurowissenschaftler haben herausgefunden, dass die idealen Lern- und Arbeitszeiten zwischen 9.00 und 12.00 sowie zwischen 16.00 und 18.00 Uhr liegen. Natürlich gibt es auch Menschen, die zwischen 18.00 und 22.00 Uhr oder mitten in der Nacht am besten lernen können – es gibt sogar Untersuchungen, die besagen, dass das Lernen kurz vor dem Einschlafen besonders nachhaltig wirkt. Alle Lerntypen sind verschieden, doch es lohnt sich, genau herauszufinden, welcher man ist.

2. Gruppen bilden

Gemeinsam Lerninhalte wiederholen, üben und Probleme lösen. Foto: Kaja Grope, © Fachhochschule Kiel

Lerngruppen bilden und sich gegenseitig abfragen, das unterstützt enorm. Wenn man auf Unklares im Lernstoff stößt, kann man die Probleme gemeinsam lösen. Auch wenn man sonst gerne alleine lernt, hilft es, sich in einer Gruppe auszutauschen und andere Perspektiven zu berücksichtigen.

3. Beim Ende anfangen

Mit einem detaillierten Lernplan geht nichts schief. Foto: Pixabay

Nun geht es ans Eingemachte. Das Semester schreitet voran, das Lern- und Arbeitsvolumen wird auf dem Weg zu den Prüfungen proportional größer. Dem Arbeitspensum kommt man geschickt entgegen, wenn man von hinten anfängt:

Wie viel Zeit habe ich, um den Stoff der Vorlesung zur kommenden Woche aufzuarbeiten? Wann sind welche Abgaben für welche Module einzureichen? Wann findet die Klausur statt? Wie viel Vorlaufzeit gibt es für die Prüfungsvorleistungen? Wann ist die Hausarbeit fällig?

Alle diese Termine sind entweder zu Beginn des Semesters bekannt oder werden laufend aktualisiert. Mit diesen Informationen kann man sich einen detaillierten Lern- und Arbeitsplan aufstellen, der mit dem Enddatum beginnt und die verbleibende Zeit rückwärts einkalkuliert. Wichtig dabei: Unbedingt einen Puffer einbauen, um Unvorhergesehenes einzurechnen! So wird aus dem wüsten Arbeitsberg ein strukturierter Plan, mit dem alles der Reihe nach bearbeitet werden kann. Tolle Beispiele gibt es auch hier.

4. Mit dem Schwersten beginnen

Foto: Kaja Grope, © Fachhochschule Kiel

Der Lernplan steht, es kann losgehen. Da man im Studium nicht nur eine Vorlesung hat, sondern mehrere Module erfolgreich abschließen will, sollte man sich bewusstmachen, dass alle Aufgaben andere Zeiträume und eine andere Art von Aufmerksamkeit erfordern. Jeder hat sicher dieses eine Modul, das besonders schwer fällt: Buchhaltung, Steuern, Programmierung, Medientheorie, Mathematik, Elektrotechnik oder Pädagogik.

Wer den Arbeitstag aber mit der schwersten Aufgabe beginnt und sie konzentriert abarbeitet, dem wird danach alles viel leichter von der Hand gehen.

5. Internet und Handy aus!

Foto: Pixabay

Ein altbekannter, aber unterschätzter Tipp: Wer das Internet und das Handy beim Lernen nicht zwingend benötigt, sollte beides ausschalten. Dadurch wird man nicht abgelenkt und kommt schneller voran. Es gibt Apps und Anwendungen, die den Internetzugriff für einen festgelegten Zeitraum blockieren oder nur bestimmte Webseiten wie Facebook sperren. Für Hartgesottene: Dort arbeiten, wo es gar kein Netz gibt.

6. Passende Lerntechniken aneignen

Jeder hat seine individuelle Lerntechnik. Foto: Kaja Grope, © Fachhochschule Kiel

Wie es verschiedene Lerntypen gibt, so gibt es auch diverse Lerntechniken, die das Arbeiten unterstützen können. Eine Technik ist zum Beispiel die Pomodoro-Technik: einen Timer auf 25 Minuten einstellen und arbeiten, danach fünf Minuten Pause einlegen und wieder 25 Minuten arbeiten. Das ganze wiederholt man viermal, danach gibt es eine längere Pause von 20 Minuten. Die Technik basiert auf der Annahme, dass man durch häufige kurze Pausen produktiver wird.

7. Pausen einhalten

Einen Ausgleich zum Lernen findet ihr auch auf dem Campus, zum Beispiel in der Kletterhalle. Foto: Hartmut Ohm, © Fachhochschule Kiel

Jeder sollte Pausen machen und sie auch einhalten. Es bringt selten viel, stundenlang ohne Unterbrechung zu lernen, denn das Gehirn schaltet irgendwann auf Durchzug. Ablenkung muss her. Neben den kleinen Pausen zwischen einzelnen Arbeitsschritten tut es gut, eine große Mittagspause mit einem langen Spaziergang zu verbinden oder zum Sport zu gehen, sich nach getaner Arbeit mit Freunden zu treffen oder einen anderen Ausgleich zu finden, der Spaß macht: Tanzen, Musik machen, Karten spielen, am Computer zocken oder etwas kochen. Wer seine Zeit so einteilt, ist definitiv auf der richtigen Seite.

Achtung: In der Klausurenphase gilt es, Prioritäten zu setzen. Wer dann lieber Partys besucht, anstatt das letzte Kapitel der Hausarbeit zu schreiben, Fußball spielt statt Formeln zu pauken oder alle Arbeit vor sich her schiebt, ohne wirklich anzufangen, der darf sich letztendlich nicht wundern, wenn es am Ende des Semesters nicht so gut geklappt hat. Wer seine Prioritäten aber von Anfang an klärt und einhält, gibt sein Bestes.

8. Snacks für Zwischendurch

Foto: Pixabay

Lernen macht hungrig, keine Frage. Für Zwischendurch sollte man sich mit gesunden Varianten wie Obst, Gemüse oder Vollkornprodukten versorgen, anstatt nach RedBull, KitKat und 5-Minuten-Terrine zu greifen. Zu viel Zucker und Koffein treiben den Blutzuckerspiegel zwar nach oben und sorgen für ein Leistungshoch, doch nach kurzer Zeit driftet die Energie wieder ab. Das Ergebnis: Man ist müder als vorher und greift zur nächsten schokoüberzogenen Mahlzeit. Lieber langfristig denken und Banane, Möhre und Nüsse auf den Schreibtisch legen.

  1. Lügen haben kurze Beine

Am Ende eines Lern- und Arbeitstages sollte man sich nicht selbst belügen, sondern ehrlich Inventur machen: Was kann ich, was sitzt noch nicht? Welches Thema muss ich morgen wiederholen, welchen Termin muss ich verschieben, damit ich die Semesterarbeit schaffe?

Beim Lernen hilft nur eins: Machen!

 

10. Hilfe holen

Foto: Hartmut Ohm, © Fachhochschule Kiel

Wenn alle Tipps der Welt nichts nützen: Es ist immer eine gute Idee, sich professionelle Hilfe zu suchen. Wer mag, kann IDW Kurse zum effektiven Zeit- und Selbstmanagement besuchen, sich bei seinen Lehrenden informieren, welche Unterstützung sie anbieten oder bei der Zentralen Studienberatung einen Termin vereinbaren. Hier bekommen alle Hilfe, die Motivationslöcher, Prüfungsangst oder Lernschwierigkeiten quälen.

Gibt es noch mehr hilfreiche Tipps, um dem Studienstress aus dem Weg zu gehen und ein tolles Semester zu haben? Dann schickt uns Eure Ideen.

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