Ein Müllschiff für die Kapverden

von Frauke Schäfer

(Illustration: Franka Wehr)

(Illustration: Franka Wehr)

Die Weltmeere sind längst zu gigantischen Müllkippen verkommen. Millionen Tonnen Abfall schwimmen in ihnen herum, sichtbare Stoffe, mikroskopisch klein zerriebene Plastikteilchen und Flüssigkeiten. Und 80 Prozent davon stammt von Land. Verursacht durch mangelhafte Müllentsorgungssysteme und ein fehlendes Bewusstsein der Bevölkerung. Gelänge es also, weltweit nachhaltige Abfallwirtschaftssysteme zu etablieren, könnte langfristig viel weniger Unrat im Wasser landen. Ein Kieler Unternehmer und ehemaliger Werftbesitzer sowie ein Schiffbauprofessor der Fachhochschule Kiel arbeiten – gemeinsam mit dem Abfallwirtschaftsexperten der Technischen Universität Braunschweig und einem der modernsten Entsorgungsbetriebe Deutschlands, der GVoA Pohlsche Heide – an einem Schiff, das genau an dieser Stelle ansetzt. Frauke Schäfer erklärt, wie.

(Illustration: Kristoffer Laib)

(Illustration: Kristoffer Laib)

Ein Schiff ist kein Schiff, sagen Schiffbauer“, so Dirk Lindenau und er muss es wissen. Seit über 30 Jahren arbeitet der Diplom-Ingenieur in der Branche. Auf seiner ehemaligen Werft in Kiel liefen einst hochmoderne Doppelhüllentanker vom Stapel, die Maßstäbe in der Schiffbaubranche setzten. „Ein Schiff ist kein Schiff“, sagt auch Prof. Andreas Meyer-Bohe von der Fachhochschule Kiel. Seit 1989 weiht er Studierende in die Geheimnisse der Hydrostatik und die Konstruktion von Schiffen ein. Zuvor war er unter anderem bei der Lindenau Werft, und damit bei Dirk Lindenau, beschäftigt und bis heute arbeiten beide gerne zusammen. Der eine – Dirk Lindenau – entwickelt Ideen, spinnt Netzwerke und bringt ganz unterschiedliche Menschen an einen Tisch, der andere – Prof. Meyer-Bohe – rechnet, konstruiert und sorgt dafür, dass die Pötte auch schwimmen. Entstanden ist so im Laufe der Jahre nicht nur eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, sondern auch eine hochmoderne Flotte von innovativen, umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Doppelhüllentankern. Und ein modulares Forschungsschiff zum Beispiel, sowie die Boote des „Team 8“. Schiffe, auf denen Segelanfängerinnen und -anfänger unbesorgt ihre ersten Erfahrungen auf dem Element Wasser sammeln können. Acht dieser Boote sind mittlerweile gebaut und kommen an acht Stützpunkten in Schleswig-Holstein zum Einsatz.

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