„Wie in einer großen Familie“

Der Grüne Kamp als funktionierendes Netzwerk für die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein

von Sigrid Werner-Ingenfeld

(Illustration: Kristoffer Laib)

(Illustration: Kristoffer Laib)

Für Fischer in Nord- und Ostsee gehört es zum Alltag: das Knüpfen von Netzen. Vielleicht haben sie das sogar in der Fischereischule der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in Rendsburg gelernt, denn dort gibt es einen Raum, in dem sich angehende Fischwirtinnen und Fischwirte dieses Handwerk aneignen können – dick- oder dünnmaschige Netze liegen zum Üben bereit. Die Landwirtschaftskammer ist eine von fünf Einrichtungen am Grünen Kamp, die auch im übertragenen Sinne Netze knüpfen: Sie arbeitet eng mit dem Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Kiel, dem Bildungszentrum DEULA, der Landwirtschaftsschule und dem Bauernverband zusammen.

„Einzigartig“ findet Peter Levsen Johannsen, dass sich die wichtigsten landwirtschaftlichen Einrichtungen in Schleswig-Holstein auf dem Grünen Kamp wiederfinden. Der studierte Landwirt ist seit knapp zwei Jahren Geschäftsführer bei der Landwirtschaftskammer und hat vorher am dortigen Berufsbildungszentrum und an der Fachhochschule Kiel als Lehrbeauftragter Landwirtinnen und Landwirte ausgebildet. „Es ist schön, dass wir uns hier alle über den Weg laufen und uns meistens persönlich kennen. Das ist auch wichtig: Um gemeinsame Projekte auf den Weg zu bringen und sich zu vernetzen, reichen Kontakte per Telefon und Computer meist nicht aus, sondern es braucht auch persönliche Treffen und Gespräche.“

Obwohl alle Institutionen dieselbe Adresse haben, liegen die fünf Backsteingebäude in zwei verschiedenen Kommunen: Osterrönfeld und Rendsburg. Die Gemeindegrenze läuft quer über den Parkplatz der FH und der DEULA. Doch das stört hier niemanden, denn es sind nur wenige Schritte von einem Gebäude zum anderen. „Für uns Studierende ist die enge Zusammenarbeit mit Agrarfirmen und der Landwirtschaftskammer enorm wichtig“, betont Inga Iversen, die ihre Masterarbeit im Studiengang Agrarmanagement abgeschlossen hat. „Wir lernen hier ja manchmal schon unsere zukünftigen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber kennen.“ Sie selbst hat sich in ihrer Masterthesis auf die sogenannte Bauernhofpädagogik spezialisiert und ihre Praxiserfahrungen bei der Landwirtschaftskammer gesammelt. Bauernhofpädagogik ist vielen Menschen bekannt: Schließlich gab es „Ferien auf dem Bauernhof“ auch schon früher.

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