Wir rennen rein, wo andere raus rennen

Auch dort läuft alles streng nach Plan. Ist ein Feuerwehrwagen voll besetzt, fährt er los. Jeder einzelne Sitzplatz steht für eine bestimmte Funktion: Wer zuerst ankommt fährt, vorne rechts sitzt der Gruppenführer, auch auf der Rückbank sind die Aufgaben klar verteilt. „Wenn ich mich hinsetze, weiß ich, was ich bin“, erklärt Andreas Lach. Je nach Ankunftszeit ist er mal Maschinist, mal Wassertruppmann, mal Angriffstruppführer oder Atemschutzträger.

(Foto: Tyll Riedel)

Bei Alarm ist Eile geboten:
raus aus dem Schlafanzug,
rein in die Jogginghose,
den Pulli, die Socken. Sie
liegen griffbereit auf Andreas
Lachs „Einsatzstuhl“. (Foto:
Tyll Riedel)

Anders als früher fühlt er sich bei Einsätzen heute „etwas abgeklärter“, was – so vermutet er – an seinem Alter und seiner Erfahrung liegt. Dass er sich dabei in einer Ausnahmesituation befindet, ist ihm trotzdem bewusst. „Der Alarm geht los und plötzlich sitze ich todmüde – das Adrenalin ist noch nicht angekommen – mit sieben aufgeregten Leuten in einem 20 Tonnen schweren LKW, am besten noch bei schlechtem Wetter. Ich soll losfahren, und weiß noch nicht einmal in welche Richtung“, verdeutlicht er. Natürlich sei er immer etwas angespannt, schließlich müsse er sehr gut aufpassen. „Nur, weil wir Martinshorn und Blaulicht einsetzen, können wir nicht fahren wie die Henker. Wir zeigen damit an, dass wir Sonderrechte haben, aber wenn uns jemand diese nicht gewährt, haben wir Pech gehabt. Steht eine Oma auf der Straße, kann ich herumhupen, so lange ich will – wenn sie nicht weitergeht, geht sie nicht weiter. Ich muss warten, es hilft nichts.“ Hektik ist auch wegen der Verletzungsgefahr fehl am Platz. „Es gibt diesen Spruch: Wir rennen rein, wo andere raus rennen. So ist das nicht. Wir rennen nicht – wir bewegen uns schnell und gewissenhaft.“

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