Zu Besuch beim Runa Simulator der FH Kiel

Fahrsimulator der Studentinnengruppe entwickelt sich weiter

Auch in den Semesterferien steht das Arbeiten in der Maschinenhalle auf dem Campus der FH Kiel nicht still: Eine Gruppe aus Studentinnen bastelt an einem Holzmodell, das die Grundlage für den „Runa Simulator“ bildet. Der viel.-Redaktion haben sie von ihrem Projekt erzählt.

Die Studentinnen vom Projekt Runa Simulator: (von links nach rechts)
Joanna Waldron, Annike Prehn, Iliane Dräger, Michaela Gräff, Laura Freudenberg, Melina Kunath und Julia Schauer (es fehlt: Anabel Schröder). Foto: Runa Simulator

Sie sind acht Studentinnen aus den Fachbereichen Maschinenwesen, Informatik und Elektrotechnik sowie Medien, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ihr Wissen zu vereinen und einen Fahrsimulator zu konstruieren.

Das Studentinnen-Projekt entstand auf Initiative des Fachbereichs Maschinenwesen durch Prof. Dr. Sönke Schmidt und des Gleichstellungsbüros: Junge Frauen, die sich für Technik interessieren, sollen im Projekt gefördert und gefordert werden, um ihre theoretischen Kenntnisse in die Praxis umzusetzen. Zum Team gehören auch Iliane (26) und Annike (23). Während Iliane Maschinenbau studiert und für die Konstruktion und das computergestützte Modellieren (CAD) zuständig ist, kümmert sich Annike, die Internationales Vertriebs- und Einkaufsingenieurwesen studiert, neben der Konstruktion um den Einkauf benötigter Bauteile.

„Bei der Entscheidung, was wir bauen wollen, hatten wir freie Hand“, erinnert sich Iliane. „Wir haben uns dann für einen immersiven Fahrsimulator entschieden, weil wir auch eine Programmiererin im Team haben, die gerne einmal ein eigenes Rennspiel entwickeln möchte – das passte dann sehr gut zusammen.“ Annike stimmt zu. „Alle Bereiche kommen beim Runa Simulator zusammen: Bauen, Programmieren und die Präsentation in den Medien“, sagt sie. Ihre Teamkollegin aus dem Fachbereich Medien kümmere sich nämlich um den Facebook-Auftritt der Gruppe und die Bekanntmachung in der Öffentlichkeit, um Sponsoren zu suchen und die finanzielle Unterstützung weiterhin zu sichern.

Auch der Kanzler der FH Kiel, Klaus Heinze, unterstützt das Projekt und zeigt sich sehr interessiert am Baufortschritt der Studentinnen. „Er will uns auch demnächst besuchen kommen“, berichtet Annike.

Das Holzmodell des Simulators nimmt Form an. Foto: Runa Simulator

Gearbeitet wird beim Runa Simulator ohne Zeit- und Ergebnisvorgaben, so dass die Gruppe sehr selbstbestimmt vorgehen kann. „Es ist cool, in so einer übersichtlichen Gruppe zu arbeiten“, findet Iliane. „Wir bekommen auch immer Unterstützung, wenn wir nicht weiterkommen.“ Als Maschinenbauerin könne sie im Projekt wirklich etwas konstruieren und ein reales Ergebnis sehen, anstatt sich nur mit der Theorie auseinanderzusetzen. Für Annike, deren Studium ein Mix aus Maschinenbau und Wirtschaft ist, sei die technische Seite des Projekts sehr interessant: „Ich kann sehen und verstehen, wie man später bei echten Bauvorhaben denken muss. Das hilft mir sehr für die Berufspraxis, weil ich nicht in der Produktion arbeiten werde, sondern eher im Einkauf. Ich kann dann nachvollziehen, welche technischen Arbeitsschritte gemacht werden müssen.“ Das Projekt Runa Simulator ist also nicht nur spannend, sondern auch eine Möglichkeit, Einblick in realistische Arbeitsabläufe aus dem Berufsleben zu bekommen.

Momentan bauen die Studentinnen weiter an ihrem Holzmodell, das das Grundgerüst des Fahrsimulators darstellt. „Wir haben die Konstruktion in CAD schon fertiggestellt“, erklärt Iliane, „aber im Holzmodell können wir jetzt die tatsächlichen Ausmaße genau sehen. Passen die Maße, wie muss der Sitz eingebaut werden, wie können wir das Lenkrad anbringen…das alles wird viel deutlicher anhand dieses ersten Entwurfs.“

Der Fahrsimulator soll später über einen Simulationssitz verfügen, der hydraulisch oder über einen Servoantrieb bewegt werden wird. Diese Technik ist dafür da, die Kräfte zu simulieren, die bei Fahrten um Kurven entstehen. Mit einem Lenkrad und zugehörigen Pedalen soll das Fahren im Simulator noch echter wirken. Auch eine VR-Brille, mit der der oder die Fahrende in die virtuelle Realität des Rennspiels eintauchen kann, soll die vollständige Immersion ermöglichen. „Wir lernen bei dem Projekt sehr viel“, so Iliane. „Zum Beispiel wissen wir noch gar nicht, wie sich der Sitz bewegen soll, weil keine von uns mit Hydraulik oder Servo zu tun hatte. Das werden wir als nächstes in Angriff nehmen.“

Später wird der fertige Simulator ein immersives Fahrerlebnis ermöglichen. Foto: Runa Simulator

Nach der fleißigen Arbeit in den Semesterferien wird sich das Team auch auf dem Markt der Möglichkeiten zu Anfang des kommenden Wintersemesters präsentieren, sagt Annike. „Und in den IdW wollen wir dann richtig anfangen zu bauen. Das Ganze braucht aber sicher noch mehrere Semester.“ Da viele Studentinnen allerdings bald ihr Studium beenden, sucht das Team Runa Simulator Nachwuchs: Studentinnen aus den Fachbereichen Medien, Maschinenwesen und IuE können sich einfach per E-Mail oder über den Facebook-Auftritt der Gruppe melden und zu einem Besuch vorbeikommen.

Wir sind gespannt auf das Ergebnis und wünschen dem Team weiterhin viel Spaß und Erfolg bei der Arbeit.

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