Zum Wohle der Mastschweine

von Jana Tresp

Wenn Besuch auf den Alsen-Hof kommt, ist die Aufregung bei den Schweinen groß. Wie bei uns Menschen gibt es unter ihnen neugierige und schüchterne Charaktere. (Foto: Tyll Riedel)

Wenn Besuch auf den Alsen-Hof kommt, ist die Aufregung bei den Schweinen groß. Wie bei uns Menschen gibt es unter ihnen neugierige und schüchterne Charaktere. (Foto: Tyll Riedel)

Wurst, Schinken, Kotelett – 85 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger essen (nahezu) täglich Fleisch. Der Pro-Kopf-Verzehr an Schweinefleisch liegt in Deutschland bei rund 40 Kilogramm im Jahr. Wo viel konsumiert wird, muss auch viel produziert werden. Möglichst günstig und von guter Qualität sollte das Fleisch sein, so der Wunsch der Konsumentinnen und Konsumenten. Diesen Spagat schafft in der Mastschweinehaltung kaum jemand. Die Folgen sind oftmals Negativschlagzeilen – „Fleischskandale“ häufen sich. Verbraucherinnen und Verbraucher sind verunsichert, Forderungen nach Tiergerechtheit und Tierwohl werden laut. Ein Grund, warum Sonja Donicht vom Fachbereich Agrarwirtschaft der FH Kiel diese Themen in den Mittelpunkt ihrer Doktorarbeit stellt.

Als zweite Doktorandin am Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Kiel schreibt Sonja Donicht ihre Dissertation in Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Im Fokus ihrer Arbeit steht eine Erhebung zur Tiergerechtheit in der Mastschweinehaltung. Eines ihrer Ziele besteht darin, etwas für das Ansehen der Landwirtinnen und Landwirte tun.

(Foto: Tyll Riedel)

(Foto: Tyll Riedel)

Ihr Faible für Schweine entdeckte sie durch Zufall. Zunächst hatte die 29-Jährige eine Ausbildung zur Tierarzthelferin für Pferde gemacht. Auf der Suche nach Weiterbildungsmöglichkeiten stieß sie auf den Fachbereich Agrarwirtschaft der FH Kiel in Osterrönfeld. Ihr Vorpraktikum absolvierte sie bei einem Rinderlandwirt, der auch einige Schweine seines Nachbarn betreute, die sie fast täglich mitversorgte. So sah Sonja Donichts erster Kontakt zu diesen Tieren aus, die ihr besonders gefallen, „weil sie klug, sauber und einfach niedlich sind.“ Kurz nach der Geburt wüssten die Ferkel bereits instinktiv, wo das „Klo“ sei. Als eines Tages bei dem Nachbarn eine Abferkelung anstand, sprang Sonja Donicht kurzerhand ein, um zu helfen. Anschließend war ihr klar: „Mein nächstes Praktikum möchte ich in der Schweinehaltung machen.“

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